Fall Gustl Mollath

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Fall Gustl Mollath

Beitrag  Natascha am Do 22 Nov 2012, 08:25

ich finde, der Fall Mollath bietet Stoff genug für Diskussion in einem separaten Strang, deshalb habe ich einen neuen eröffnet

erfreulicherweise stehen nun die ersten längere Artikel bei SPON und in der Zeit, bin mal gespannt, ob sich auch die gedruckten Ausgaben dem Thema widmen

http://www.spiegel.de/panorama/gustl-mollath-und-die-hypovereinsbank-weggeraeumt-und-stillgestellt-a-868445.html

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-11/gustl-mollath-psychiatrie-wahn-hypovereinsbank

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Und hier noch der Link,

Beitrag  stringa am Do 22 Nov 2012, 10:41

wenn sich jemand auch aktiv beteiligen möchte:

https://www.openpetition.de/petition/gezeichnet/ruecktritt-der-bayerischen-justizministerin-und-aufnahme-einer-untersuchung-im-fall-mollath
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Abgeordnetenwatch

Beitrag  Natascha am Do 22 Nov 2012, 11:01

und hier kann man direkte Fragen stellen an Frau Dr. Merk bzw. sich als "Interessiert an Beantwortung" eintragen lassen,

http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_beate_merk-512-19193.html#questions

bis zum 31.10. hat Frau Dr. Merk noch auf Fragen geantwortet, seither nicht mehr.

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Auch hier noch ein Link zur Rolle der Hypo Real

Beitrag  stringa am Do 22 Nov 2012, 11:33

Man beachte besonders die Kommentare auf den Kommentarseiten 3 und 4


http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-mollath-das-schweigen-der-banker-1.1529677-2?commentspage=all:4:#comments
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moin moin @ all

Beitrag  patagon am Do 22 Nov 2012, 13:20

Es fällt schwer, in solchen Fällen, wo sich scheinbar alles gegen Einen verschworen hat, nicht an Verschörungstheorien zu glauben.
Natürlich wäre es wahrscheinlich zu vermuten, dass so gut wie jeder einen Grund hatte sich an Banken, Steuern, wichtigen und einflussreichen Persönlichkeiten die Finger nicht zu verbrennen.
Klar kann man sich vorstellen, dass schon ein Räuspern vom Vorgesetzten genügt, und man lässt es nicht darauf ankommen, die eigene Karriere zu gefährden.

Ich bin froh, dass Spiegel und Zeit sich der Sache annehmen.
Ich kann mir auch langsam vorstellen, wie Gustels Frau auf den Trichter gekommen ist ihren Mann so fertig zu machen.

Gustel soll ja ein Gerechtigkeitfanatiker sein. Offenbar ist er auch sehr stur. Als seine Geschäfte schlecht gingen und sie ihm auch finanziell geholfen hat, dachte sie wohl, dass auch er von ihren Geschäften profitiert und damit seine moralischen Bedenken sehr heuchlerisch sein müssten. Alles in allem fand sie ihn wahrscheinlich ehrpusselich und verlogen.
Mein Geld kann er nehmen, aber er lebt doch auch davon.
Wie weit diese Auseinandersetzungen wirklich gingen, keine Ahnung. Über weltanschauliche Streitereien unter Eheleuten haben aber Gerichte nicht zu urteilen. Die Tätlichkeiten sind nicht nachweisbar.

Auf der anderen Seite gehören Anzeigen beim Finanzamt, beim Arbeitgeber und der Polizei natürlich auch zum Schäbigsten was was man seinem Partner antun kann. Die ständige Angst, dass alles auffliegt und nicht nur sie, sondern auch einige der (wahrscheinlich) besten Bankkunden, ihre Vorgesetzten und wer weiß, wer noch alles darein verwickelt war....

Und das alles nur wegen diesen Idioten.
Seien wir doch mal ehrlich, wem haben die Posträuber aus England nicht irgendwo imponiert?
Wenn man von einem Bankraub hört, bei dem die Räuber mit Köpfchen und ohne jegliche Gewalt vorgegangen sind und dabei große Beute gemacht haben, das ist schon was. Oder denkt wirklich irgendwer an die "arme Bank"?

Letzten Endes funktioniert doch das ganze System mit Erpressung und Bestechung.
Gustel M. war doch nicht bei der Steuerfahndung angestellt.
Statt sie fortwährend unter Druck zu setzen, ihr zu drohen, ihre Sachen zu durchschnüffeln und ihre Verbrechen überall herum zu posaunen, hätte er ihr doch auch sagen können, hör zu, ich kann nicht gutheißen was du tust. Erzähle mir nichts davon. Ich will es nicht wissen und vergiss nicht, dass es gefährlich werden kann, denn wenn irgendeine Stelle undicht ist dann fliegt ihr alle auf.
Soweit die rein private Seite der Dinge wahrscheinlich.
So jetzt kommt die Justiz hinzu.
Und jetzt wird es richtig lustig.
Am Anfang war da vielleicht wirklich nichts weiter als ein relativ alltäglicher Fall von häuslericher Gewalt, Ehestreitigkeiten, die eskalierten. Frau geht fremd, Mann flippt aus.
Ärztliches Attest vorhanden, Reifen durchstochen, Briefe an den Papst, ein "Weltverbesserer", alles klar, ein Troublemaker und Querulant. Dem geben wir jetzt mal einen Denkzettel.
Alles was dann folgt, geschieht zum größten Teil wahrscheinlich nur noch um eigene Fehler, Versäumnisse usw. vertuschen.
Vielleicht ist das bei den meisten Intrigen so ähnlich. Aus einmal hängt entsetzlich viel daran. Viele haben etwas zu verlieren.
Was die Justiz ändern muss, ist das Verstöße gegen das GG nicht einfach als mehr oder weniger normal hingenommen werden und die Gerichtsbarkeit selbstverständlich auch in persönliche Haftung genommen werden muss.
So lange das nicht geschieht, wird Macht auch missbraucht.
So wenig wie die kath. Kirche nur aus Heiligen besteht, so wenig sind alle Juristen Unschuldsengel.
Außerdem ist es "der Fluch der bösen Tat", dass sie hinfort, nur Böses kann gebären.











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Dies hier ist die Seite der Ehefrau,

Beitrag  stringa am Do 22 Nov 2012, 15:03


die Herrn Mollath letztlich in die Psychatrie beförderte.

http://www.petra-maske.de/index.php/ueber-mich.html

Da fragt man sich doch wirklich, wer da zu Recht/Unrecht hinter den Gittern sitzt.

Erstaunlich, daß diese Seite nach der Berichterstattung der letzten Tage überhaupt noch existiert.
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@patagon: Was macht die "Rote Grütze": Ist die schon oder kommt noch unter deine Mütze ...?

Beitrag  Gast_0007 am Do 22 Nov 2012, 15:33

.

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Ort : 20.000 Meilen unter dem Meer

http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot

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Jau, Ausfallerscheinungen

Beitrag  stringa am Do 22 Nov 2012, 15:41

aber wir verstehen das, das einem schon mal die Worte ausgehen können Very Happy
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Esoterik

Beitrag  patagon am Do 22 Nov 2012, 15:46

Stringa,

ich habe mich auch gewundert als ich die Seite angesehen hatte. War schon mal hier.
Aber ich denke genau das, was ich hier geschrieben habe. Was ich auf der Seite gelesen habe, ist der typische Esoterik Quatsch, den man überall finden kann. Eine Mischung aus allen möglichen Erkenntnissen, Philosophien, usw. Es stimmt immer irgendwo ein bisschen was, wie z. B. durch die Kraft der Gedanken kann man etwas verändern.
Klar, musste erst mal einer in Gedanken den Kölner Dom erfinden, ehe ein Baumeister ihn dann erbaut hat.

Füher hat sie an die Bank geglaubt, jetzt glaubt sie an Energetik.
Und vor allem glaubt sie wahrscheinlich, wenn einer nicht an Geld glaubt, kann er nicht ganz dicht sein. Deswegen ist es das Beste wenn Gustl in der Klapse ist.
Für die Allgemeinheit, für die Banken, für ihre Kunden und natürlich auch für sie. Denn schließlich ist ja alles Eins.




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Ich weiß, Patagon,

Beitrag  stringa am Do 22 Nov 2012, 15:51

der Link stammt von Natascha. Ich dachte nur, hier ist er besser aufgehoben.

Aber die Dreistigkeit von der Frau ! Je mehr ich mich in diesen Fall vertiefe, desto schlimmer kommt er mir vor.

Wollen mal hoffen, daß die Medien hier genauso lang am Ball bleiben, wie bei andern Gelegenheiten, hier würde sich´s doch wirklich mal lohnen.
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Heilen nach Zahlen

Beitrag  Natascha am Do 22 Nov 2012, 16:05

wie passend: Petra hat auf ihrem Weg auch "Heilen mit Zahlen nach Grabavoi" entdeckt, ich kann mir gut vorstellen, wie sie bei der Beobachtung ihres Kontostands zunehmend gesünder geworden ist.

auf Grabavois Website findet man dann folgendes

"Heilungen von beliebigen Krankheiten mit Hilfe von Zahlenreihen.

Diese Methodik der Heilung von Krankheiten unter Verwendung von Zahlenreihen ist einfach und sehr effektiv. Das Herangehen ist in dem Buch "Wiederaufbau des menschlichen Organismus durch Konzentration auf Zahlenreihen" von Grigori Grabovoi beschrieben. Man kann jede Zahl als eine Frequenz und jede Zahlenreihe als eine bestimmte Folge von Frequenzen, also Vibrationen, betrachten
".

http://www.modernegesundheit.com/russische-heilmethoden-nach-grabovoi-und-petrov/grigori-grabovoi/

Schon beim Lesen dieser Weisheit fange ich an zu vibrieren bounce bounce bounce
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Demo,

Beitrag  patagon am Do 22 Nov 2012, 16:09

Die rote Grütze habe ich beiseite gelegt, als ich Zahnschmerzen hatte.
Sie fliegt irgendwo rum, weiß nicht wo, und bisher habe ich noch nicht gehört, dass sie mich gerufen hat. Vielleicht habe ich auch nur Angst davor, dass ich bei der Lektüre wieder Zahnschmerzen bekomme? lol!


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Das gibt es doch gar nicht!

Beitrag  Lobelie am Do 22 Nov 2012, 18:48

In diesem Urteil vom 8.8.2006, das ja der Kern allen Übels ist, stehen Unwahrheiten!

Auf S. 9 wird beschrieben, wie er am 27.2.2006 in seinem Haus, hinter einer Kiste in dem Zwischenboden des Dachbodens, vorgefunden und zur Vollstreckung des vorläufigen Unterbringungsbeschlusses festgenommen wurde. Namentlich wird kein Beamter benannt, der dabei gewesen sei.

Es existiert aber ein Festnahmeprotokoll vom 27.2.2006, wonach er draußen in der Stadt (Montagsdemo vor der Lorenzkirche) auf Polizeibeamte zugegangen sei und um eine Personenkontrolle gebeten habe, daraufhin erst das Vollstreckungsersuchen festgestellt und er in die Psychiatrie gebracht worden sei:


http://www.gustl-for-help.de/download/2006-02-27-Mollath-Verhaftung.pdf

Und jetzt wird es noch toller:

Seine Ehefrau hat ja zwei Strafanzeigen gegen ihn erstattet: ein Mal im Zusammenhang mit seiner Strafanzeige gegen ihren Bruder wegen Körperverletzung vom 23.11.2002 (das Verfahren gegen den Bruder wurde eingestellt) wegen Körperverletzung zu ihrem Nachteil von August 2001. Im Urteil S. 5 steht dazu:

Damit wollte sie erreichen, dass die Aggressivität des Angeklagten bekannt würde.

Das war also eine Retourkutsche wegen seiner Anzeige.

Dann aber noch einmal am 15.1.2003 in Berlin (just am Tag, als die Bank das Überprüfungsverfahren gegen sie und ihre Kollegen eröffnete), erneut wegen der KV von August 2001, wegen der angeblichen Freiheitsberaubung vom 31.5.2002 nebst angeblicher Körperverletzung, an die sie sich im Termin nicht mehr erinnern konnte, weshalb der tateinheitliche Vorwurf der Körperverletzung stillschweigend unter den Tisch fiel, und wegen angeblichen Diebstahls von Briefen im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit ihrem Bruder am 23.11.2002. (Von diesem Vorwurf wurde Mollath übrigens freigesprochen, weil ihr Bruder vor dem LG aussagte, Mollath habe die Briefe lediglich ins Haus geworfen, also ohne Zueignungsabsicht dem Briefkasten entnommen).

Man sieht, wie hier der Belastungseifer am Werk ist, den das LG Nürnberg-Fürth glatt verneint hat.

Denn zusätzlich hatte sie ihn noch am 2.1.2003 bei der Polizei in Nürnberg angeschwärzt, er verfüge aus dem Erbe seiner Mutter über scharfe Waffen, habe aber keine Waffenbesitzkarte.
Das führte zu einer von dem Beschuldigten als sehr belastend erlebten ergebnislosen Hausdruchsuchung:

21. 2003-02-19 Obwohl Herr Mollath nicht vorbestraft ist, führen zwölf Polizeibeamte eine Razzia in Herrn Mollaths Haus durch. Bei dieser Hausdurchsuchung (Beschluss vom 31.01.03) wird ein erlaubnisfreies Luftgewehr gefunden, welches im Haus verbleibt.

Dokumente zur Hausdurchsuchung [PDF-Datei]

http://www.gustl-for-help.de/chronos.html
[Dort funktioniert der Link!]

Nun steht in dem Urteil Folgendes [S.6]:

Aufgrund der Strafanzeige von Petra Müller erhob die Staatsanwaltschaft am 23.5.2003 dann Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung gegen den Angeklagten.

Jetzt lese ich in der Verfassungsbeschwerde von Gustl Mollath, S. 25, aber ganz etwas anderes: danach soll gegen ihn ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe in Höhe von 1.000,- Euro ergangen sein. Mollath legte aber Einspruch ein, weil er die gefährliche Körperverletzung bestritt!

http://www.gustl-for-help.de/download/2012-01-11-Kleine-Cosack-Verfassungsbeschwerde.pdf

Diese ganze Psychiatrisierung war also nur möglich, weil er die Geldstrafe nicht akzeptiert hat.

Wenn das wirklich zutrifft: das wäre der Oberhammer...


Zuletzt von Lobelie am Do 22 Nov 2012, 18:53 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Natascha,hier ist auch noch mal der Artikel von heute morgen

Beitrag  stringa am Do 22 Nov 2012, 18:51


aus der Print-Ausgabe der Nürnberger Nachrichten verlinkt

http://www.gustl-for-help.de/medien.html unter "Medienecho"
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STERN

Beitrag  Lobelie am Do 22 Nov 2012, 21:22

auch dort eingestellt:


2012-11-22 Stern (Lisa Rokahr):

Penibel. Pedantisch. Paranoid?

Seit fast sieben Jahren sitzt Gustl Mollath gegen seinen Willen in der Psychiatrie. Er hatte seiner Frau, einer Bankangestellten, Schwarzgeldgeschäfte unterstellt. Jetzt kommt heraus: Er hatte recht.

(...) Sie verschickte Nachrichten über sein Faxgerät, die Schweizer Banken antworteten, meterlang quoll das Papier aus dem Gerät: "Bitte überweisen Sie vom Konto Laim 1112 DM 40.000,– auf Konto Seligstadt 2986." Allein an einem Mittwoch im Dezember 2001 waren es Transaktionen im Wert von 115.000 Mark. (...)

Gustl Mollath wies sogar ihre Vorgesetzten auf die Tätigkeiten seiner Frau hin. Die HypoVereinsbank nahm seine Hinweise ernst und führte eine interne Prüfung durch [s. Briefwechsel mit der Bank und Revisionsbericht]. Am 15. Januar 2003 begann die Untersuchung gegen Petra Mollath. Es war der Tag, an dem sie der Polizei schilderte, wie ihr Mann sie eingesperrt, geschlagen, gebissen und gewürgt haben soll.

Gut drei Jahre später, im August 2006, verhandelte das Landgericht über diese Körperverletzung. Die Allgemeinärztin Madeleine R. hatte die Verletzungen in einem Attest protokolliert. (...) Allerdings: Das Attest datiert auf zehn Monate nach der Verletzung. Fotos von der Tat gab es nicht. [s. Chronos P.11 ff]

Madeleine R. ist heue in den Siebzigern (...). An den Fall erinnert sie sich "überhaupt nicht", den Namen Mollath lässt sie sich buchstabieren. Sicher aber ist sie, dass sie in dieser Sache nie als Zeugin vor Gericht geladen worden sei, "daran würde ich mich erinnern".

Der Richter habe insgesamt wenig nachgehakt, erinnert sich Karl-Heinz Westenrieder. Er saß der Verhandlung als Schöffe bei. "Richter Brixner war ein Mann, der seine Fälle schnell vom Tisch haben wollte", sagt er heute. Auch das Thema Schwarzgeld habe der Richter nicht thematisiert, obwohl Gustl Mollath immer wieder davon anfing. Der Richter sei genervt gewesen, wurde laut, schrie Mollath an, wenn er noch einmal etwas von Steuerhinterziehung sage, würde er ihn des Saales verweisen. Am Ende verwies er ihn dauerhaft in die Psychiatrie.

Die Glaubwürdigkeit von Petra Mollath stellte das Gericht nicht infrage, obwohl sie wegen der Enthüllungen ihres Mannes durchaus ein Motiv für falsche Behauptungen gehabt haben könnte. (...) [s. Urteil 2006-08-08]


Wenn ich mir überlege, daß das alles im Sande verlaufen wäre, wenn er den Strafbefehl akzeptiert hätte...

Eine Frau, die einen Mann vernichten will, schafft das heutzutage. Dazu bedarf es nicht einmal eines Vergewaltigungsvorwurfs. Häusliche Gewalt und psychische Erkrankung reichen aus. Und wenn sie mit Steuerstraftaten zu tun hat, deren Aufdeckung niemanden interessiert, dann hat sie ein mächtiges Bollwerk.

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Lobelie

Beitrag  patagon am Fr 23 Nov 2012, 08:12

"Wenn ich mir überlege, daß das alles im Sande verlaufen wäre, wenn er den Strafbefehl akzeptiert hätte...

Eine Frau, die einen Mann vernichten will, schafft das heutzutage. Dazu bedarf es nicht einmal eines Vergewaltigungsvorwurfs. Häusliche Gewalt und psychische Erkrankung reichen aus. Und wenn sie mit Steuerstraftaten zu tun hat, deren Aufdeckung niemanden interessiert, dann hat sie ein mächtiges Bollwerk."

Genau das ist das Problem.
Hugh: Der Richter hat gesprochen.
Aber der Verurteilte hatte es gewagt, sein Wort, den Strafbefehl, anzuzweifeln.
Hätte er ihn einfach nicht bezahlt, wäre wahrscheinlich auch nicht viel passiert. Ob man ihn deswegen auf ne internationale Fahndungsliste gesetzt hätte, weiß ich nicht, kenne aber so einen ähnlichen Fall.
Da hatte einer angeblich falsch geparkt, es war aber seine eigene Einfahrt, vor der er kurz stand, also wahrscheinlich nur der Irrtum einer Politesse. Er zahlte einfach nicht und wurde, als er in seinen Flieger steigen wollte, am Airport festgenommen. Es ging um DM 30,--.
Nachdem er diese, in Anwesenheit eines Beamten bei der Post einbezahlt hatte, konnte er gehen. Sein Flugzeug war aber inzwischen weg. Was das Ticket gekostet hat, weiß ich nicht.

Ist das wirklich der Sinn von Demokratie, dass einer u. U. gar keine Rechte mehr hat?

Wie bei einem Deal, auf den sich ein unschuldiger Sturkopf natürlich nicht einlässt, einlassen kann, trifft es dann eben immer genau die Verkehrten.
Ein Schuldiger ist froh, wenn er mit nem blauen Auge davon kommt.
Ein Unschuldiger treibt in der Überzeugung, das Recht auf seiner Seite zu haben, die selbstherrliche Verwaltung ins Verbrechen.
Würde das GG wirklich ernst genommen, würden derartig absurde Justizskandale jedenfalls so gar nicht geschehen können.






.

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Eigentlich nicht, Patagon,

Beitrag  stringa am Fr 23 Nov 2012, 09:08

denn ich glaube, wenn wir alle bei Behördenunsinn uns auf das Grundgesetz berufen und stur bleiben würden, dann würden noch viel mehr Leute das Etikett "querulatorische Wahnvorstellungen" verpasst bekommen.

Die meisten Leute, die ich kenne und ich selbst auch würden sich zwar mächtig ärgern, wenn ihnen ein echtes oder vermeintliches Unrecht von seiten der Staates zugefügt wird, aber sie würden zähneknirschend zahlen oder sich mit einem Verlust abfinden.
Das Risiko eines Rechtsstreits mit einer Behörde wäre mir und vielen andern einfach zu hoch.

Wenn es sich, wie Lobelie sagt, tatsächlich so verhält, daß ihm, wenn er damals sein Urteil und die 1000 Euro Geldstrafe akzeptiert hätte, nichts weiter passiert wäre, dann kann man den armen Herrn Mollath vielleicht doch in Richtung Michael Kohlhaas verorten.

Was ich mich nur frage, ist: War ihm damals klar, was seine Revision bedeuten würde? Ich nehme mal an, nicht.
Ich glaube Michael Kohlhaas war auch nicht klar, wo seine Reise hingehen würde.

Tragisch, wirklich.

Natürlich entschuldigt das den Gerichts-Unfug und die Art, wie hier das Recht gebogen wurde, kein bißchen.


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moin moin Stringa,

Beitrag  patagon am Fr 23 Nov 2012, 10:44

ich freue ich wirklich, dass wir in der Beziehung einer Merinung sind. Denn ich denke, dass es ein blödes Vorurteil ist, wenn einige hier davon ausgehen, dass es vor allem intrigante Frauen sind, die den Männern aus Habgier oder Eifersucht den Garaus machen wollen.

Es gibt genauso viele intrigante oder feige und habgierige Männer. Es kommt vielleicht eher auf die Vorgeschichten an, was jemand in der Kindheit erlebt hat.
Außer dem Esoquatsch wissen wir nichts von Gustls Frau. Von ihm nehme ich an, dass er ein Idealist mit Zivilcourage ist, aber ziemlich verbohrt und unnachgiebig. Er hat recht. Fertig.

Dass hier und im K. Strang zufällig Frauen die Auslöser sind kann auch damit zutun haben, dass die meisten Polizeibeamten Männer sind, die ner hübchen Frau am Anfang erst mal einen Bonus geben, ganz besonders dann, wenn diese rat- und hilflos daher kommt, und die Männer sich als Retter und Helden aufspielen können.

Ich glaube, dass ich das ganz gut beurteilen kann, gerade deswegen, weil ich an mir selbst auch eine ziemlich unbewegliche Konsequenz und Kompromislosigkeit erkenne. Bisher hatte ich jedenfalls in meinem Leben häufig viel mehr Glück als Verstand, wenn ich zurückschaue.

Jedenfalls gilt doch das GG für alle, aber in besonderem Maße für "Gesetzeshüter", egal ob Juristen oder Polizisten. Wenn Macht nicht mit Verantwortung einhergeht, ist es Willkür.
Und was man der Willkür entgegensetzen kann, ist Zivilcourage.
Diese hat aber, wie man an zahllosen Beispielen sehen kann, ihren Preis.











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@ Stringa

Beitrag  Lobelie am Fr 23 Nov 2012, 10:45

Laut Angabe in seiner Verfassungsbeschwerde erhielt er zunächst einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe von 1.000,- Euro - dagegen hat er Einspruch eingelegt, weil seine Frau ihn angegriffen und er sich nur gewehrt habe.

Dann gibt es eine Hauptverhandlung, bei der auch mehr herauskommen kann als die ursprünglich per Strafbefehl angesetzte Strafe. Damit hat er aber, zumal er rechtlich nicht beraten war, sicher nicht gerechnet.
Es war die Ehefrau, die zwei Tage vor der anberaumten Hauptverhandlung vom 25.9.2003 das Gericht auf die Schiene "psychische Erkrankung und Gemeingefährlichkeit" brachte.

Es war ihr gelungen, eine Ärztin des Bezirkskrankenhauses Erlangen dazu zu bewegen, aufgrund ihrer Schilderungen eine entsprechene Ferndiagnose abzugeben; es war übrigens dasselbe Krankenhaus, dessen Leiter der Forensik, Wörthmüller, sich selbst und das gesamte Krankenhaus für befangen erklärte; er hatte mit einem Nachbarn, der ›zufälligerweise‹ auch Kunde der Ehefrau war, über den Fall gesprochen...

44. 2004-06-30 Festnahme von Gustl Mollath und Verbringung in das Bezirkskrankenhaus (BKH) am Europakanal, Erlangen. Gustl Mollath, darf weder telefonieren, nocht etwas mitnehmen, niemand wußte wo er ist.
45. 2004-07-01 Während der Verwahrung in der Erlanger Forensik erklärt sich Dr. Wörthmüller wegen Freundschaft mit Bernhard Roggenhofer (früher Kunde von Petra Mollath und der HypoVereinsbank), für befangen. Diese Erklärung wird von Dr. Wörthmüller erst 07-05, also vier Tage später, ans Gericht gefaxt.
Befangenheitserklärung Dr. med Wörthmüller [PDF-Datei]

http://www.gustl-for-help.de/chronos.html

Diese Entwicklung konnte er wohl kaum vorhersehen... Von Michael Kohlhaas würde ich daher nicht reden!
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Lobelie,

Beitrag  patagon am Fr 23 Nov 2012, 11:25

Wenn ich höre, dass ein Betrüger betrogen wird, und als Betrüger werden wohl nicht ganze ohne Grund, etliche Instituionen wahrgenommen, dann kann ich nur lachen.
Es ist doch ziemlich untypisch, dass einer wirklich Sorgen hat ob auch alles mit rechten Dingen zugeht, wenn sein Partner viel Geld verdient.

Für Gustls Frau ist/war der tasächlich verrückt. Für die meisten Menschen ist ja generell einer nicht ganz dicht, der sich ins eigene Fleisch schneidet.
Ob aber die Frau die Böse ist, oder nicht, ist ganz egal und enthebt noch lange nicht die Behörden ihrer Verantwortung vor dem GG.
Und so lange eine Mehrheit innerhalb der Behörden dieser Verantwortung ziemlich leicht aus dem Wege gehen kann, so lange ist so ein Skandal eben kein bedauerlicher Einzelfall.
Und Ärzte und Gutachter die Ferndiagnosen stellen und damit die Möglichkeit haben das ganze Leben irgendwelcher Menschen, die sie gar nicht kennen, zu ruinieren, handeln auch nicht nur fahrlässig.




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Dann wollen wir mal hoffen...

Beitrag  Lobelie am Fr 23 Nov 2012, 16:31

[...]

Stichwort Gefälligkeitsgutachten: In ihrem Schreiben erwähnen Sie Dr. Leipziger, der damals das Gutachten erstellt hat. Sie wollten das Gutachten an die Landesärztekammer weitergeben. Haben Sie das gemacht? Erwarten Sie Konsequenzen für Herrn Leipziger?

Maria Fick: Ich habe das Gutachten Dr. Leipzigers in sich nicht schlüssig gefunden, bei der Lektüre fielen mir einige Unstimmigkeiten auf. Ich habe in der Bayerischen Landesärztekammer als Menschenrechtsbeauftragte den Fall eingebracht. Wir haben diskutiert, das Gutachten von einem unabhängigen Gutachter prüfen zu lassen und ein neues Gutachten in Auftrag zu geben.

Sie bitten in Ihrem Brief die bayrische Justizministerin, den Fall zu prüfen. Haben Sie eine Antwort von der Ministerin erhalten?

Maria Fick: Bisher habe ich von Frau Ministerin Merk keine Nachricht erhalten. Sie hat lediglich versucht, mich im Landtagsplenum zu depotenzieren und mir Allgemeinkompetenz abzusprechen. Zur Position der Menschenrechtsbeauftragten gehören allgemeine medizinische Kompetenz, Mitgefühl und gute gezielte geübte Kommunikation, die ich als langjährige Allgemeinärztin (22 Jahre eigene Praxis + 10 Jahre Kliniktätigkeit), als aktiv Tätige im Bereich der "Ethik in der Medizin" und als ehemalige 1. Vizepräsidentin (1999-2003) der Bayerischen Landesärztekammer zu einem guten Maß besitze.

Sie haben die Ministerin im Interview von Report Mainz gesehen. Wie ist Ihre Meinung zum Auftritt der Ministerin?

Maria Fick: Der Fernsehauftritt war nicht gut für ihr Image in der Position als Justizministerin.

Sie haben an dieser Stelle nochmal die Möglichkeit, ein Wort an die Ministerin zu richten.

Maria Fick: Ich möchte nochmal an die Ministerin Merk appellieren, sich dafür einzusetzen, dem in meinen Augen zu Unrecht untergebrachten Mann ein faires Verfahren zuteilwerden zu lassen.

Wird es von Ihrer Seite weitere Schritte im Fall Mollath geben?

Maria Fick: Ja, ich möchte, dass die Sache Mollath endlich abgeklärt wird, auch unter Berücksichtigung des Prüfberichts der Hypobank von 2003, und dass die erstellten Gutachten auf den Prüfstand kommen. Ich bin sicher, dass sich dann ein anderes Bild ergeben wird, was zur Freilassung von Herrn Mollath führen wird. Es ist selbstverständlich, dass Herr Mollath für seinen langjährigen Freiheitsentzug, der ihm angetan wurde, entschädigt werden muss.
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38055/1.html
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Die Sache mit dem Strafbefehl

Beitrag  Lobelie am Fr 23 Nov 2012, 17:40

klärt sich evt. auf.

Die Justizministerin Beate Merk hat am 8.2.2012 den Landtag "unterrichtet":

http://www.swr.de/report/-/id=10583088/property=download/nid=233454/19px9cp/index.pdf

Da streitet sie ab, daß wegen der gefährlichen Körperverletzung und der Freiheitsberaubung lediglich ein Strafbefehl ergangen sei.

Wegen des angeblichen Diebstahls von Briefen aus dem Briefkasten des Bruders vom 23.11.2002 sei ein Strafbefehl (10 Tagessätze zu je 30,- Euro) ergangen. Gegen den ist Einspruch erhoben worden, und von diesem Vorwurf ist Mollath freigesprochen worden, weil überhaupt kein Diebstahl/Zueignung vorlag.

Jetzt frage ich mich, wie Mollaths Anwalt in die Verfassungsbeschwerde hineinschreiben kann, wegen der Körperverletzung sei ein Strafbefehl über 1000,- Euro ergangen.

Ansonsten ist die Rede der Frau Merk schon ein politisches Kunststückchen.
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Einspruch, euer Ehren

Beitrag  patagon am Fr 23 Nov 2012, 19:21

"Ansonsten ist die Rede der Frau Merk schon ein politisches Kunststückchen. ."
Lobelie

Natürlich wissen die meisten, die dieses "Kompliment" lesen, wie das gemeint ist.
Aber eben nicht alle. Wer das sieht, weiß dass sie versucht sich herauszureden. Aber eben keineswegs überzeugend. Weshalb es natürlich auch ganz und gar kein "Kunststückchen" ist.
Ironie wird halt nicht immer und nicht von allen verstanden.
Außerdem sind Witzchen angesichts der Folgen, die aus solcher Selbstherrlichkeit entstehen können, auch bestimmt nicht immer angebracht.
"Halbgötter in schwarzen Roben" oder so ähnlich, nannte RA Bossi sein Buch. Es sollte zur Pflichtlektüre für alle Juristen erklärt werden und eigentlich müsste jeder angehende Jurist auch beweisen müssen, was Bossi damit gemeint hat.
Denn, liebe Lobelie, es geht nun mal nicht um einen Wettkampf für Juristen vor Gericht unter dem Motto: "Wer ist der Schlauste?" sondern um menschliche Schicksale.



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Re: Fall Gustl Mollath

Beitrag  Natascha am Sa 24 Nov 2012, 06:55

nun gibt es sogar einen ausführlichen Bericht bei Bild Online:

http://www.bild.de/news/inland/urteil/psychatrie-horror-zwangseinweisung-27315860.bild.html

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Natascha

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Da BILD

Beitrag  Lobelie am Sa 24 Nov 2012, 09:39

allgemein auf Fehldiagnosen im Bereich der Psychiatrie hinweist, sollte dieser Mann nicht unerwähnt bleiben:

Postel berichtet: „Auf die Stelle hatten sich 39 Ärzte beworben, acht kamen in die engere Wahl und mussten vor der Berufungskommission des Ministeriums einen Vortrag halten.“ Postel sprach über „Die pseudologia phantastica – die Lügensucht im Dienste der Ich-Erhöhung – aus der psychoanalytischen Diagnostik am literarischen Beispiel der Figur des Felix Krull“. Und erinnert sich, dass sein Vortrag geradezu glänzte vor Ästhetik, bei dem, was nur er wusste. „Die Psychiatrie ist ein Fach, das von Wortakrobatik lebt“, erklärt Postel. Als Thema seiner Doktorarbeit gab er die „Kognitiv induzierte Verzerrung in der stereotypen Urteilsbildung“ an. „Das ist eine Aneinanderreihung leerer Begriffe.“ Der Vorsitzende habe geantwortet: „Das ist ja interessant, Sie werden sich bei uns sicher wohlfühlen.“ Zwei der Bewerber seien gar habilitiert gewesen. „Und der Postbote hat die Stelle bekommen.“

Postel war unter anderem Weiterbildungsbeauftragter der sächsischen Landesärztekammer im Bereich Psychiatrie, Vorsitzender eines Fachärzteausschusses und Leiter des Maßregelvollzugs. Niemals wurde er kritisiert. „Fragen gilt in diesen Kreisen als Inkompetenz“, erklärt Postel. Er habe sogar Krankheitsbegriffe erfunden, die es nicht gab, so etwa die bipolare Depression dritten Grades – die niemand jemals hinterfragte.

„Keine intellektuelle Herausforderung“


Eine intellektuelle Herausforderung sei diese Arbeit nicht gewesen. „Sie können mittels der psychiatrischen Sprache jede Diagnose begründen und jeweils auch das Gegenteil und das Gegenteil vom Gegenteil – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“ Es gebe nur drei psychiatrische Krankheitsbegriffe: die Psychose, die Depression und die Borderline-Erkrankung. „Bestimmte Symptome unter bestimmte Begriffe zu subsumieren, kann auch jede dressierte Ziege.“ Letztendlich sei auch seine Intuition entscheidend gewesen. „Die Regeln beherrschen, ohne sie zu kennen.“
...
http://www.focus.de/wissen/mensch/psychologie/tid-15095/falsche-aerzte-gert-postel-das-kann-auch-eine-dressierte-ziege_aid_423648.html

Und dem Chef widerspricht im Klinikalltag sowieso kaum jemand.
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Lobelie

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