In diesen Tagen vor 100 Jahren...

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In diesen Tagen vor 100 Jahren...

Beitrag  Oldoldman am Mo 04 Aug 2014, 19:09


  • Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914
  • deutsche Kriegserklärung an Russland vom 1. August 1914
  • deutsche Kriegserklärung an Frankreich vom 3. August 1914
  • britische Kriegserklärung vom 4. August 1914


40 Staaten beteiligten sich am bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte, insgesamt standen annähernd 70 Millionen Menschen unter Waffen.

vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Weltkrieg

Es war zugleich der erste Krieg, der auch fernab der Schlachtfelder erhebliche Einschnitte für die Bevölkerung brachte. Hier wurde erstmals der Begriff von der "Heimatfront" geprägt. Was in den Jahren 14 bis 18 in Deutschland so geschah, läßt sich sehr anschaulich für das Beispiel Kiel hier nachlesen:

http://www.verlag-ludwig.de/product_info.php?pName=kriegszeiten-in-kiel-alltag-und-politik-an-der-heimatfront-19141918-p-810&cName=kiel-c-2313&xploidID=5i3tcnu5q3emr3jvsvopirk447


Und hier gibt es eine Leseprobe:

http://vg02.met.vgwort.de/na/5bbd1bfeadcf412db90c9c0b3a3b54a7?l=http://www.verlag-ludwig.de/images/produktbilder/9783869352145_leseprobe.pdf
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Glück oder Pech?

Beitrag  patagon am Mi 06 Aug 2014, 09:36

Moin moin @ all,

Oldy, der erste Weltkrieg wird ja inzwischen von vielen Historikern als eine Art "Unfall" gesehen. Nicki, Willi, Ferdi und wie neckisch die  zärtlichen Kosenamen der geliebten edlen Hoheiten auch sein mögen, alle wollten nur das Beste und so sind sie einfach HINEINGESCHLITTERT.

Und heute, 100 Jahre später und um so viele Erfahrungen und Erkenntnisse reicher, was haben wir daraus gelernt?
Nix.
Egal jetzt, ob  es um die Ukraine geht, den nahe Osten, oder was sonst noch gerade lichterloh brennt; überall kann man nur eines erkennen: Wahnsinn.
Es ist auch ganz gleich, welche Gebiete man beleuchtet. Finanzen, Politik, Recht, Religion...  
Es triumphiert der Wahnsinn.
Dabei wäre es doch so einfach.
Humor und Menschlichkeit, statt Besserwisserei und übertriebener Eitelkeit.
Nicht einmal ein kleines Forum ohne materielle Absichten lässt sich so verwalten, dass jeder zu seinem Recht kommt.

Ich hoffe sehr, Uvo ist inzwischen auf dem Wege der Besserung.
Von allen Postern hat er mich am meisten beeindruckt. Einfach deswegen, weil er irgendwie ganz instinktiv meist richtig reagiert und handelt
Vögelchen fällt aus den Nest, er päppelt es wieder auf.
Streithammel greifen jemanden an, er gibt ihnen einen auf den Deckel. Ideen werden in Angriff genommen usw.
Recht gute Besserung, lieber Uvo. hoffentlich müssen wir dich nicht mehr lange vermissen.

Allen anderen die hier mitlesen: Ihr könntet euch auch mal wieder melden. Wäre doch ne gute Gelegenheit, oder?

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@patagon: Ein "Unfall" mit weitreichenden Folgen....

Beitrag  Oldoldman am Mi 06 Aug 2014, 12:13

Ja, patagon, die sog. "Kriegsschuldfrage" wird heute von vielen Historikern differenzierter betrachtet. Die These "The winner takes it all", also auch die moralische Rechtfertigung, ist nicht mehr bestimmend. Die Bezeichnung als "Unfall" wird dem Geschehen allerdings nicht gerecht. Ich halte es mehr mit dem kollektiven Versagen der Politik: panslawistische Bündnisinteressen, deutsche Großmachtphantasien und dergleichen mehr gepaart mit der überkommenen Vorstellung, Kriege würden auf das Schlachtfeld beschränkt ausgetragen und gewonnen, kennzeichnen die Entstehung des ersten Weltkrieges.

Dabei:
Die Auswirkungen moderner Kriegsführung war zumindest den Deutschen und Österreichern seit 1864 bekannt, wie auch die Fortentwicklung der Waffensysteme in allen Ländern seither.
Die Animositäten der europäischen Großmächte waren auch bekannt. Schließlich wurde Bismarck als der "Lotse" bezeichnet, der es als einziger verstand, mit 5 Bällen gleichzeitig zu jonglieren. Allerdings, die Fortsetzung der Bismarckschen Außenpolitik hätte ein sich Zurücknehmen zum Beispiel auf deutscher Seite erfordert.

vgl. u. a. dazu: http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/aussenpolitik/

Allerdings, auch das dürfte richtig sein, Bismarck war bereits ein alter Mann, so daß seine Entlassung einen notwendigen personellen Wechsel darstellte. Leider war er mit einem Paradigmenwechsel in der Außenpolitik verbunden.
Ob zudem Differenzen in der Innenpolitik (Sozialistengesetze und Sozialgesetzgebung) das Ausscheiden Bismarcks begünstigt oder gar beschleunigt haben, will ich mal offen lassen. Dazu fehlt mir das Hintergrundwissen.

Richtig ist also, daß aus der seit Reichsgründung unter Wilhelm I betriebenen (erfolgreichen) Außenpolitik keine Lehren für das eigene Verhalten gezogen wurden.

Erschreckend ist, daß 100 Jahre später die Mechanismen die ähnlichen zu sein scheinen und zu dem (noch) lokal begrenzten Konflikt in der Ukraine geführt haben. Daß die Ukraine ein fragiles Staatsgebilde mit geschichtlicher Bedeutung für Russland ist, müssen alle Beteiligten gewußt haben. Die Annäherung an den Westen war von vornherein problematisch und mußte Russland, das seinerseits danach trachtet, die einstmalige Weltmachtstellung der UdSSR wiederherzustellen, auf den Plan rufen. Auch "neo-panslawistische" Bestrebungen spielen da eine Rolle. Die (leider) aus ganz anderen Gründen zögerliche Haltung der EU hat schließlich die USA auf den Plan gerufen, die mit aus geostrategischen Gründen gewährter Finanz- und Wirtschaftshilfe in das Vakuum vorgestoßen sind. Daß damit der alte Vormachtskonflikt zwischen den USA und Russland erneut aufflammen mußte, zumal sich alles unmittelbar an der russischen Grenze abspielt, war absehbar.

Ob die Politik es schafft, dieses Knäuel zu entwirren? Angesichts der Spirale von Sanktionen und zu erwartenden Gegensanktionen habe ich da meine Zweifel.

Irgendwie riecht es nach "dumm geboren, viel gelernt und nix kappiert!"

An dieser Stelle auch von mir die besten Wünsche an uvondo, daß er bald wieder fit ist.
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Dumm geboren????

Beitrag  patagon am Mi 06 Aug 2014, 19:53

Oldy,
ich sehe es ähnlich wie du. Allerdings mit einem wesentlichen Unterschied- Ich weiß nicht ob man wirklich so dumm geboren wird.

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@patagon: Von mir aus...

Beitrag  Oldoldman am Do 07 Aug 2014, 11:28

... kannst Du "dumm" durch "unwissend" ersetzen. Mir ging es nur darum, zu verdeutlichen, daß der Mensch mit allerlei Wissen vollgestopft wird, ohne am Ende die Zusammenhänge zu sehen und in der Lage zu sein, dementsprechend zu handeln. Jedenfalls geht es Vielen so - da will ich mich nicht ausnehmen.
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moin moin

Beitrag  patagon am So 10 Aug 2014, 14:12

Oldy, ja natürlich dumm oder unwissend - das sehen wir sicher ähnlich.

Auch der techn. Fortschritt hat dazu beigetragen, dass der 1. WW diese Dimensionen annehmen konnte.
Dass Sanktionen nicht gerade dazu beitragen den Frieden zu sichern, wahrscheinlich auch.
Grundlegend anders beurteilen vielleicht nur die Fragen, welche Rollen Hierarchien dabei spielen und Regeln;
vielleicht sogar die Frage der Willensfreiheit und was denn Schicksal ist.

Dies alles ist für mich ein Indiz dafür, dass alte Herr da oben einen ganz schön sarkastischen Witz hat.









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Einsicht? Nein danke

Beitrag  patagon am Mi 13 Aug 2014, 12:08

so weit ist es jetzt schon gekommen, dass ich mir selbst antworten muss. Also Selbstgespräche oder auch Tagebuch führen muss.

Da werden über Monate oder Jahre erbitterte Kämpfe im Netz geführt um die total wichtige Frage, wer recht hat. Um nix anderes ging es hier nämlich. Da wird auch vor gar nichts zurückgeschreckt, so lange bis alles in Schutt und Asche liegt.

Das ist genauso dumm wie diese unsäglichen Religionskriege. Da keine Seite es aufgeben will, die andere zu belehren oder gar abweichenden Argumenten mal zu folgen, andererseits aber auch zu intolerant ist, um andere Meinungen gelten zu lassen, gibt es am Ende immer nur Verlierer. Denn keiner will wirklich etwas lernen.  

Einigermaßen klug wäre es dabei noch, rechtzeitig mal über die Frage nachzudenken, was bringt das alles eigentlich.  
Aber nix da, alle diese strategischen Überflieger und Intelligenzbolzen, dafür sind sie schlicht zu blöde.

Aber macht euch nichts daraus. Ihr seid in bester Gesellschaft. Seit langem bilden wir uns auf unserer fortschrittliches Rechtssystem etwas ein und schauen voll Verachtung nach Amerika mit seinem drakonischen Strafen. Da wandern Leute schon mal  für 199 Jahre in den Knast, weil sie in ihrer Jugend mehrere Diebstähle und Einbrüche verübt haben. Das ist lange her. Inzwischen sind sie uralt und schmoren immer noch hinter Gittern, wo sie den Staat Millionen kosten. Die größte Angst hätten diese Gangster aber inzwischen selbst vor einem Gnadenerlass, der ihnen die Freiheit schenken würde. Wo sollten sie denn hin? Wer würde sich um ihre medizinische Versorgung kümmern?

Naja, das geschieht in Amerika.
Und hier?
Hier könnte so etwas nie geschehen. Hier kann man sich den Luxus leisten z. B. einen Mollath sieben Jahre wegen nix und wieder nix in die Psychiatrie zu sperren, im besten Fall hat so einer dann Glück und bekommt ein Wiederaufnahmeverfahren, dass selbst wieder Unsummen verschlingt; nur weil niemand bereit ist zuzugeben, dass er einen Fehler gemacht hat.  
Dieser Mangel an Bereitschaft zur Selbstkritik ist allerdings auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Schließlich verwendet unsere wackere Lobelie aus purem Idealismus viel Zeit und Energie darauf ihren Kollegen deren Fehler unter die Nase zu reiben.
Das alles könnte nicht geschehen, wenn jeder die Balken im eigenen Auge selbst entfernen würde.
Aber wer kommt schon auf so etwas?

Ich denke noch oft an die sagenhafte Touch, die in weiser Voraussicht mal geäußert hat "Gesetze, und seien sie noch so sinnlos. müssen einfach sein."
  lol!  lol!  lol!

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@patagon: Selbstgespräche mit dem Tagebuch...

Beitrag  Oldoldman am Do 14 Aug 2014, 10:28

Ja, es ist leider so, daß die Zahl der aktiven Schreiber hier arg geschrumpft ist. Du kannst ja mal zählen...

Warum? Nun, jeder hat sicher seine guten Gründe für den Rückzug ins Private oder auf andere Plattformen. Anderen Foren geht es ja ähnlich. Und man darf nicht vergessen, es ist Urlaubszeit. Da will man sich mit ganz anderen Dingen befassen, als ausgerechnet mit einem Forum, dem zudem ganz offensichtlich der zündende Gesprächsstoff ausgegangen ist. Man es kann es halt nur bedauern und irgendwann seine eigenen Konsequenzen ziehen.
patagon schrieb:Da werden über Monate oder Jahre erbitterte Kämpfe im Netz geführt um die total wichtige Frage, wer recht hat. Um nix anderes ging es hier nämlich. Da wird auch vor gar nichts zurückgeschreckt, so lange bis alles in Schutt und Asche liegt.

Das ist genauso dumm wie diese unsäglichen Religionskriege. Da keine Seite es aufgeben will, die andere zu belehren oder gar abweichenden Argumenten mal zu folgen, andererseits aber auch zu intolerant ist, um andere Meinungen gelten zu lassen, gibt es am Ende immer nur Verlierer. Denn keiner will wirklich etwas lernen.
Stimmt, patagon! Es geht und ging im Hintergrund um eine Art Glaubensfrage. Was an jenem Abend in Mannheim wirklich geschah, wußte hier niemand. Jeder bildete sich aber seine Meinung aus dem, was so veröffentlicht wurde. Und diese Meinung war vielfach von dem geprägt, was - auch aufgrund eigener Lebenserfahrung - für logisch erachtet wurde. Für die eine Gruppe war es die Falschbeschuldigung, die angeblich ja so oft vorkommt, und für die andere die angebliche Vielzahl von Vergewaltigungen (auch und gerade im persönlichen Lebenskreis), die nie angezeigt oder gar wirklich abgeurteilt wird. Jede der Seiten war- vielleicht auch nur unbewußt - geneigt, den Abend von Mannheim als Beleg für die eigene Grundhaltung zu nutzen. So wurde Herr K. zum Opfer einer Falschbeschuldigung und Frau D. zur Ikone derjenigen, die aus der Opferrolle einer Vergewaltigung heraustreten, stilisiert. Und wer zunächst mit noch sachlichen Argumenten die Position des anderen zu widerlegen oder nur in Zweifel zu ziehen suchte, wurde zum Angreifer gegen die innere persönliche Überzeugung und damit gegen die Person. Und wenn die sachlichen Argumente zum x-ten Male wiederholt worden sind, dann bleiben nur noch die persönlichen Angriffe.

Okay, das war jetzt sehr stark vereinfacht, aber das scheint der Mechanismus gewesen zu sein. Ein Mechanismus, den ich auch in anderen Dingen zu erkennen meine. Zurück bleibt "verbrannte Erde". Auch das kann man Vielerorts beobachten. Da entzweien sich nicht nur Diskussionsrunden, sondern Ehepaare, Freunde oder ganze Dorfgemeinschaften. In aller Regel läßt sich das auch nicht kitten. Der Verlust an Respekt, die gesunkene Hemmschwelle, die mangelnde Fähigkeit, die eigene Position in der Rückschau in Frage zu stellen, Ausfälligkeiten zu entschuldigen und zu verzeihen, lassen die Beteiligten immer wieder in das alte Muster verfallen. Auch das kann man nur bedauern und seine Konsequenzen ziehen. So sortiert sich das Heer der Diskutanten neu und alte Runden sterben aus.

Was es bringt? Nun, die sachliche Diskussion belebt, erweitert den eigenen Horizont. Das Ausfechten von Glaubensfragen mit dem Ziel, jemanden bekehren zu wollen (und sei es mit Gewalt), bringt nichts als Verdruß. Ein Lutheraner kann und wird einen Katholiken nicht von seiner Sicht des Abendmahls überzeugen. Es muß also dabei bleiben, die jeweilige Sicht zu verdeutlichen, vorsichtige Nachfragen zu stellen. Aber auch das erweitert den Horizont und kann Anlaß zu eigenem kritischen Denken sein.

Für das staunende Publikum im weiten Rund des Internets sind solche Debatten allerdings langweilig. Wer dieses Publikum unterhalten will, der muß verbales Schlamm-Catchen veranstalten. Auch ein Reich-Ranicki hat seinen Erfolg mit dem literarischen Quartett diesem Prinzip zu verdanken. Da wurde Karasek wie ein dummer Schuljunge behandelt und Frau Löffler derart persönlich angegangen, daß sie die Runde verlassen hat. Das Publikum hat es geliebt. Eine zurückhaltende, sachliche Buchbesprechung wäre nur von Wenigen gesehen worden, eine Sendereihe zur Mitternacht auf Arte.

Erstrebenswert wäre wohl eine Mischung, doch das ist schwer zu bewerkstelligen, wie die Praxis zeigt.

Was Deine Betrachtung zu der Justiz und den Kosten, der Sinnlosigkeit von Gesetzen und Verfahren angeht, da halte ich mich mal raus. Ich bin da befangen Wink Nur soviel:
Wenn es keine Justizkritik auch und gerade von Juristen gäbe, wie sollte sich da etwas ändern (im Einzelfall und/oder generell)? Der Balken im Auge des Kritikers stört an dieser Stelle weitaus weniger. Er mag nur zur Kritik am Kritiker führen, etwa, daß die Kritik zu sehr am Fall und innerhalb des Systems erfolgt, das große Ganze aus dem Blick verliert. Aber das macht die Kritik nicht weniger wertvoll.

Touch, mag ihr auch das eine oder andere "bon mot" gelungen sein, ist nicht gerade ein Beispiel für eine gelungene Mischung aus Sachlichkeit und verbale Stichelei....

So, patagon, jetzt bist Du kein Alleinunterhalter mehr. Es gilt:
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moin moin, lieber Oldy

Beitrag  patagon am Do 14 Aug 2014, 12:25

100% ige Übereinstimmung. Bei so viel Harmonie kann eigentlich keine Diskussion entstehen. (Übrigens denke ich auch, dass eine heiße Liebesbeziehung bei totaler Gleichschaltung nicht möglich wäre, weil irgendwann vielleicht zu langweilig.) Aber jammern mögen wir wahrscheinlich beide nicht.
Trotzdem mir ist dieses Forum ans Herz gewachsen und noch weniger als jammern mag ich aufgeben.

Ich meine, es gibt genug Themen.
Thema Nr. 1
Was verbindet mehr, "Gegensätze ziehen sich an" oder "Gleich und Gleich gesellt sich gern"?
Thema Nr. 2
In meinem letzten Beitrag habe ich über die alten bösen Buben in den amerikanischen Gefängnissen berichtet, die inzwischen viel zu hinfällig sind, um noch irgendeine Gefahr darzustellen.

Hier haben wir jetzt gerade alle über das Gegenteil gehört. Da war dieser Formel Eins Typ wegen Korruption vor Gericht. Das ging um Millionen.
Das Verfahren wurde gegen die Auflage eingestellt, dass er 100 Millionen Strafe an den Staat bezahlt. Eine Million davon kommt, glaube ich, einer Kinder Organisation zugute. Trotzdem ist es ein Kuhhandel.
Nun ja, der Typ ist auch schon uralt und wem würde es helfen, wenn er eingesperrt würde?
(Ebenso wenig hilft es irgendwem, dass Hönneß jetzt einsitzt. Auf der anderen Seite fehlt er dem FC Bayern wahrscheinlich an allen Ecken und Enden.)
Aber das nur nebenbei.
Es geht wahrscheinlich immer um Gerechtigkeit. Das empfindet jeder anders.
Hier ein Beispiel wie schwer solche Fragen zu beantworten sind.
Thema Nr. 3
Stell dir vor, du kommst an eine Bahnschranke. Auf dem rechten Schienenstrang spielen 20 Kinder.
Auf dem linken aber nur ein einziges.
Anhalten kann man den heranbrausenden Zug nicht mehr. Aber man kann die die Weichen verstellen.
Was also tun? 20 Kinder retten und eines dafür opfern? Oder?
Eine einfache Frage. Aber dieses eine Kind auf den linken Gleisen ist dein Kind.
Ich müsste mich nicht besinnen. Ich würde natürlich mein Kind retten. Was gehen mich die anderen an?

Ja, es ist Urlaubszeit. Es wäre so schön, wenn unsere geliebten und gehassten Freunde und Kupferstecher wieder mal auftauchen und mit diskutieren würden. Ich mag nicht in ein anderes Forum gehen.
Auch wenn ich nicht eine einzige Person persönlich kenne, ich habe mir von allen ein Bild gemacht und vermisse sie wirklich. ALLE.
Ich kann mir auch vorstellen wie es verschiedene User in den Fingern jucken mag auf das eine oder andere Thema einzugehen. Aber ich rede nicht nur von diesen Themen. Es passiert im Augenblick wirklich genug worüber man sich austauschen kann.

Bei der Gelegenheit noch mal und vor allem recht gute Besserung und baldige Genesung an Uvo
Bitte, Uvo, lasse es uns wissen, wenn es dir endlich besser geht. Ich werde inzwischen versuchen für dich zu beten. Schließlich bin ich nicht nur ein verschnusselts Großmaul, sondern auch ein TV Prediger.
Wo sind meine Schäfchen?

Übrigens schaue ich jetzt mal in die Nachrichten denn ich möchte wissen, wie diese Mollath Geschichte ausgeht.
Und ich möchte wissen, was Lobelie tun würde, wenn es diese ideale Welt gäbe, ganz ohne Widersprüche?




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Mollath: Wer hätte das gedacht?

Beitrag  patagon am Do 14 Aug 2014, 19:46

Einen Freispruch ohne Wenn und Aber wollte RA Strate für seinen Mandanten erreichen. Das wollte Mollath auch. Dabei setzte er wahrscheinlich einfach nur auf Logik und Klarheit. Aber das ist schief gegangen. Ob Strate diesen makellosen Freispruch erreicht hätte, wenn "unser Gustel", dieser dickköpfige Franke, nicht massiv gegen wahrscheinlich mühsam genug erworbene juristische Spitzfindigkeiten und Praktiken opponiert hätte und seine Wahrheit unbedingt durchsetzen wollte, wir wissen es nicht.

Eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass der Musterschüler Mollath, Gustel, schon mit der Muttermilch das Gebot eingesaugt hatte, dass man Frauen nicht schlägt. Ich zweifele auch nicht daran, dass er ein gelehriger und gehorsamer Sohn war.

So bleibt nur die Frage nach dem Versagen der Eltern. Haben sie etwa vergessen ihm zu sagen : Selbstmord ist verboten.  Exclamation 



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@patagon: juristische Spitzfindigkeiten?

Beitrag  Oldoldman am Fr 15 Aug 2014, 11:16

Eigentlich ist es hier völlig off-topic, aber da die Zahl der Beiträge "überschaubar" ist, mache ich deswegen kein neues Thema auf Wink

Der Fall Mollath scheint mir ein ganz eigener zu sein. Zu den Details kann ich nichts sagen, weil ich die Berichterstattung so genau nicht verfolgt habe.
patagon schrieb:Hier kann man sich den Luxus leisten z. B. einen Mollath sieben Jahre wegen nix und wieder nix in die Psychiatrie zu sperren, im besten Fall hat so einer dann Glück und bekommt ein Wiederaufnahmeverfahren, dass selbst wieder Unsummen verschlingt; nur weil niemand bereit ist zuzugeben, dass er einen Fehler gemacht hat.
Natürlich kann man es so schlicht sehen, aber in Wahrheit ist es so einfach nun doch nicht. Wenn einmal ein Urteil rechtskräftig ist, dann hat es Bestand, mag es auch noch so rechtswidrig sein. Das ist der Gedanke der Rechtssicherheit. Der gilt in allen Rechtsgebieten. Zugunsten der Einzelfallgerechtigkeit muß allerdings dieser Grundsatz der Rechtssicherheit durchbrochen werden. Und wie sollte das anders gehen, als in einem Wiederaufnahmeverfahren? Durch ein "uhps - da haben wir einen Fehler gemacht, also streichen wir das Urteil"? Wohl nicht, denn der Fehler mag zwar begangen worden sein, sich aber im Ergebnis nicht auswirken. Und da fordert die Einzelfallgerechtigkeit, daß zum Beispiel ein Straftäter erneut sich seiner Tat stellen muß. Im schlimmsten Falle kommt ohne Fehler das gleiche Ergebnis heraus (Verschlechterungsverbot), im besten Falle ein Freispruch. Ich denke, dieses Vorgehen ist kein Luxus.

Die Besonderheit im Falle Mollath liegt darin, daß er seinerzeit von den angeklagten Taten freigesprochen wurde, weil man ihn als schuldunfähig eingestuft hatte. Deswegen konnte jetzt nichts anderes als ein Freispruch herauskommen ("Verschlechterungsverbot"). Was Mollath erreichen konnte, war in Abweichung zur ersten Verhandlung ein Freispruch aus tatsächlichen Gründen (hat die Tat nicht begangen bzw. die Tatbegehung war nicht nachweisbar).
Und er konnte erreichen, daß die seinerzeitige Einstufung als gemeingefährlich und damit die Voraussetzung für eine Unterbringung in der Psychiatrie aufgehoben wird. Ersteres hat er teilweise und das Letzte voll erreicht.
patagon schrieb:Eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass der Musterschüler Mollath, Gustel, schon mit der Muttermilch das Gebot eingesaugt hatte, dass man Frauen nicht schlägt. Ich zweifele auch nicht daran, dass er ein gelehriger und gehorsamer Sohn war.
Das haben die Richter offenbar etwas anders gesehen und die konnten sich in der Hauptverhandlung einen persönlichen Eindruck verschaffen. Daß man bei Würdigung der Beweise auch zu einem anderen Ergebnis gelangen kann, liegt im Falle Mollath auf der Hand. Das zeigt zum Beispiel der Beitrag von Prof. Dr. Henning Ernst Müller:

http://blog.beck.de/2014/08/14/salomonisches-urteil-mit-schalem-beigeschmack-finale-im-prozess-gegen-gustl-mollath

Und gerade in Bayern ist gern vom "umgefallenen Watsch'nbaum" die Rede...

Das Urteil befriedigt Mollath und seine Unterstützer sicher nicht. Aber Prof. Müller hat wohl recht, wenn er es als salomonisch bezeichnet, zumal wohl Mollath selbst Hinweise ("frische Beweise") auf ein Ereignis geliefert hat.

Gut an dem Urteil ist doch, daß das Unrecht der jahrelangen Unterbringung wie auch der Verurteilung wegen nicht nachweisbarer Taten in formeller Hinsicht aufgehoben worden ist. Eine "Wiedereinsetzung in das vorige Leben" ist ohnehin nicht möglich.

Weniger gut (um es mal vorsichtig auszudrücken) ist der Weg dorthin, das Beharrungsvermögen der Justiz und die Haltung der Gutachter. Nach diesen Erfahrungen wird es Zeit, die hohen Hürden für Wiederaufnahmeverfahren zu hinterfragen und zu senken. Gerade bei freiheitsentziehenden Entscheidungen sollten Wiederaufnahmeverfahren leichter möglich sein, wobei die grundsätzliche Schwierigkeit, neue Beweise zu finden, Fehler aufzudecken, für den Betroffenen bleibt. Auch über die Höhe der Haftentschädigung ist heftig nachzudenken. Ihre Erhöhung und ein Verbot des Gegenrechnens von "Kost & Logis" könnte sich als Mittel des Controllings erweisen, denn wenn dem Finanzminister häufiger und kräftig ins Budget gegriffen wird, hat er Anlaß, den Verursachern solcher Ausgaben genauer auf die Finger zu schauen.
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So, nur DU bist schuld! ;-)

Beitrag  Inspektörin am Fr 15 Aug 2014, 17:21

patagon schrieb:Es wäre so schön, wenn unsere geliebten und gehassten Freunde und Kupferstecher wieder mal auftauchen und mit diskutieren würden. Ich mag nicht in ein anderes Forum gehen.
Auch wenn ich nicht eine einzige Person persönlich kenne, ich habe mir von allen ein Bild gemacht und vermisse sie wirklich. ALLE.
Ich kann mir auch vorstellen wie es verschiedene User in den Fingern jucken mag auf das eine oder andere Thema einzugehen.

Bei der Gelegenheit noch mal und vor allem recht gute Besserung und baldige Genesung an Uvo  
Bitte, Uvo,  lasse es uns wissen, wenn es dir endlich besser geht.  Ich werde inzwischen versuchen für dich zu beten.


Wo sind meine Schäfchen?


Hallo (Herr) Patagon,

du hast gerufen, hier bin ich!  Very Happy Very Happy Very Happy 

Wie könnte ich deinem Ruf nicht folgen? Ja ja, ich weiß, viel Resonanz im www ist nicht zu erwarten, aber Einer ist immer noch besser als Keiner, oder?  Kuß! 

Aus Inspector ist jetzt eine "Inspektöse" geworden; Geschlechterumwandlung ist ja möglich, gelle?  Hut ab! 

Zugegeben, hier mitlesen so ab und zu habe ich mir erlaubt, auch wenn das reale Leben, gerade in den Sommermonaten, doch viel Abwechslung bietet und der Rechner öfter mal ausbleibt.

Nun ja, deine letzten Beiträge finde ich besonders interessant; gerade die Rückschau ist es, die viele Dinge inzwischen in einem anderen Licht gesehen werden (können):

Patagon schrieb:Da werden über Monate oder Jahre erbitterte Kämpfe im Netz geführt um die total wichtige Frage, wer recht hat. Um nix anderes ging es hier nämlich. Da wird auch vor gar nichts zurückgeschreckt, so lange bis alles in Schutt und Asche liegt.

Tja, ich war wirklich noch nie rechthaberisch. Noch so ein Gen, welches der liebe Gott bei mir vergessen hat (gibt noch einige andere, aber egal jetzt).

Dass vor wirklich gar nichts Halt gemacht wurde, stimmt bzw. sehe ich es auch im Nachhinein noch so. Wie so oft, klärt sich vieles erst nach einem Shitstorm. Doch dafür braucht man viel Geduld. Geduld, die nicht alle aufbringen können oder wollen.


Patagon schrieb:Das ist genauso dumm wie diese unsäglichen Religionskriege. Da keine Seite es aufgeben will, die andere zu belehren oder gar abweichenden Argumenten mal zu folgen, andererseits aber auch zu intolerant ist, um andere Meinungen gelten zu lassen, gibt es am Ende immer nur Verlierer. Denn keiner will wirklich etwas lernen.  

Einigermaßen klug wäre es dabei noch, rechtzeitig mal über die Frage nachzudenken, was bringt das alles eigentlich.  
Aber nix da, alle diese strategischen Überflieger und Intelligenzbolzen, dafür sind sie schlicht zu blöde.

Ja, am Ende gibt es immer nur Verlierer. Aber, so meine feste Überzeugung, LERNEN können nur DIE, die auch mal nachgeben können oder zumindest mit einer Sache abschließen. Sehe ich jedenfalls so.

Niemand ist unfehlbar. Was oft fehlt, ist die Einsicht, Fehler gemacht zu haben und sich dafür zu entschuldigen. Das habe ich schon im anderen Forum vermisst.

Bevor ich jetzt aufhöre: Was mich ganz besonders beeindruckt hat... damals... war die nicht unerhebliche "Menge" an Juristen, die sich an (aus meiner Sicht) zweifelhaften "Aktionen" beteiligt haben. WOW!  Shocked  Suspect 

Bis demnächst mal, wenn du magst!  Smile
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Lieber spät als nie!

Beitrag  Inspektörin am Fr 15 Aug 2014, 23:09

Apropos Uvondo:

Auch von mir die allerbesten Genesungswünsche für Uvondo! Ich hoffe, er ist gerade in der Früh-Reha und macht gute Fortschritte bis zur vollkommenen Wiederherstellung!

Uvo, das wird wieder, hab bitte etwas Geduld, ok?  Blümchen! 
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Siehste, patagon, der einsame Rufer in der Wüste...

Beitrag  Oldoldman am Mo 18 Aug 2014, 16:23

... ist nicht immer so allein und sein Ruf wird erhört Very Happy Und so haben wir eine "umgewandelte" Inspektörin unter uns, die sich vermutlich über Spinnweben, Staub und Unrat in diesem Forum beschweren wird. Stimmt, hier wurde lange nicht mehr aufgeräumt und auch kein Durchzug veranstaltet. Soll aber bei Piraten vorkommen.

Inspektörin, ansonsten kann man Deine Worte:
Ja, am Ende gibt es immer nur Verlierer. Aber, so meine feste Überzeugung, LERNEN können nur DIE, die auch mal nachgeben können oder zumindest mit einer Sache abschließen. Sehe ich jedenfalls so.

Niemand ist unfehlbar. Was oft fehlt, ist die Einsicht, Fehler gemacht zu haben und sich dafür zu entschuldigen. Das habe ich schon im anderen Forum vermisst.
nur einrahmen und allen Nutzern dieses und anderer Medien bis hin zum ganz realen Stammtisch in der Eckkneipe als Lebensweisheit mit auf den Weg geben.

Ob sich Vieles nach einem Shitstorm klärt, wenn man nur die Geduld mitbringt, weiß ich allerdings nicht. Ein paar Details sicherlich, wenn man Glück hat auch mehr. Die Gründe, die einzelne Protagonisten bewogen haben, nicht einzuhalten, weiter ins Persönliche zu gehen, bis hinein ins reale Leben, bleiben eher im Dunkeln. Und so wendet sich manch Betroffener ab mit Schaudern und anderen, erfreulicheren Dingen zu, wodurch ein interessanter Gesprächspartner verloren geht.

Doch ich will jetzt nicht jammern. Es ist ruhig hier geworden, manchmal etwas zu ruhig, aber die eine oder andere interessante Frage oder Bemerkung kommt doch zum Vorschein. Das ist es, was zählt.
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Patagon ruft (sucht) immer noch?

Beitrag  Inspektörin am Di 19 Aug 2014, 10:38

lol! 

Da sitzt ein einsames Schäfchen am Waldesrand, wartet auf ihn und er sucht immer noch in der www-Wüste?  Shocked

Kein Verlass auf den Schäfer. Grummel...  No 


Oldoldman schrieb:Es ist ruhig hier geworden, manchmal etwas zu ruhig, aber die eine oder andere interessante Frage oder Bemerkung kommt doch zum Vorschein.
 

Na ja, Oldy, Spinnweben, Staub und Unrat werden uninteressant, wenn sie einem nicht selbst gehören. Was andere nicht stört, stört mich auch nicht. Gäste wissen sich zu benehmen; oder... sollten sich zu benehmen wissen.  Wink

Oldoldman schrieb:Die Gründe, die einzelne Protagonisten bewogen haben, nicht einzuhalten, weiter ins Persönliche zu gehen, bis hinein ins reale Leben, bleiben eher im Dunkeln.
 

Bei vereinzelten Protagonisten dürfte man wohl nie erfahren, was wirklich in ihnen vorging.
Bei anderen sehe ich im Nachhinein(!) allerdings eine deutliche Tendenz: Frustabbau. Foren bzw. das www als "Quell-Ort für das eigene Wohlbefinden" ansehen.

Es gibt zwar etliche Foren; es sind aber oft die großen, die als "Quelle-Suche" dienen. Erst mal kosten, schlürfen, saugen.
Wird die Quelle als geeignet angesehen, folgt man dem Verlauf und je wilder und sprudelnder das Wasser, um so mehr Wohlbefinden stellt sich ein. Gleichgesinnte rotten sich zusammen; formieren sich, bilden ein "Heer", welche mit "Maschinengewehren" die Quelle, den Verlauf... bis zur Mündung "verteidigen".

Wehe dem, wer sich diesem "Heer" in den Weg stellt! Diskussionen? Unmöglich. Entweder... man schließt sich an... oder... wird solange "beschossen", bis der "Meinungstod" eintritt.
Kann sich jemand aus den Fluten schwerverletzt ans Ufer retten, lässt im Krankenhaus seine Wunden versorgen, kann es sein, dass er *hohen Besuch* bekommt: Einige "Abgesandte" des Heeres täuschen Mitgefühl vor, um dann ihr eigentliches Anliegen anzubringen: "Selbst schuld! Hättest du dich uns angeschlossen, wäre dir auch nichts passiert!"

Dieses perfide "Spiel" wird, man mag es kaum glauben, immer noch und immer wieder praktiziert. Immer woanders. Dieselben (realen) Personen; aber andere(r) Nick(s), andere Themen, andere Gleichgesinnte, andere "Gegner". Nur eine geeignete "Quelle" muss vorhanden sein. Der Fall K. war meines Erachtens so eine geeignete "Quelle".

Ich nenne dieses Verhalten (vielleicht naiv?) "Frustabbau". Raus aus der eigenen (realen) Bedeutungslosigkeit. Raus aus der (realen) Einsamkeit. Raus aus eigenen (realen) Sorgen und Problemen.

Foren bzw. das www als wohlig angenehmes "Betäubungsmittel". Kostet nix, tut gut...

Allein diese Erkenntnis war es wert, den weiteren Weg einiger Ratlos-Foristen verfolgt zu haben. Großartig suchen brauchte man dazu nicht. Man brauchte nur eine möglicherweise neue "Quelle" zu erahnen. Beispiel: Mollath...

Auch hier gibt es mittlerweile nur "verbrannte" Erde und ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, wann gewisse Foristen eine neue Quelle finden werden.

Für mich jedenfalls gilt: Einmal und nie wieder. Bin ja noch lernfähig.  Twisted Evil  Very Happy 
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Hola und moin moin, ihr Lieben

Beitrag  patagon am Di 26 Aug 2014, 15:49

zuerst mal danke dafür, dass ihr auf mich eingeht. Nun zu deinen Ansichten, Oldy.

Ich habe früher schon öfter interessante Beiträge von Prof. Henning Müller gelesen. Meistens haben sie mich überzeugt. In diesem Fall aber nicht. Hier stört mich vor allem, dass er dieses Urteil "salomonisch" nennt.  

Es verstärkt meinen negativen Eindruck dass oft Vorwürfe, Vorurteile, Interessen, Mutmaßungen usw. wie Puzzleteilchen mit einer Nagelschere zurechtgeschnipselt werden, bis das gewünschte Bild entsteht.
Deine Einlassungen dazu, Oldy,  ganz allgemein, decken sich dafür weitgehend mit meinem Rechtsempfinden.

Ich fange mal bei Mollath an, so wie ich das sehe.
Mollath. Sohn aus wohlhabendem Elternhaus, interessierte sich sicher nicht so sehr fürs Geldverdienen sondern mehr für das, was er für richtig hält und als allgemeinen Standart durchsetzen will.

Nach meinem Dafürhalten ist er schon immer ziemlich autoritär und rechthaberisch gewesen.
Mollaths Frau hingegen interessierte sich sicher eher für sich selbst und dafür, dass es ihr gut geht.

Mit Freiheit und wirklichem Idealismus hatte es jedenfalls nichts zu tun, wenn er sie zwingen wollte, nach seinem Gusto zu leben. Seine Drohungen sie anzuzeigen und die Geldwäscherei auffliegen zu lassen, sprechen nicht gerade für Respekt, sondern eher für Erpressung.

Absolut weltfremd, ihren Arbeitgeber zu informieren... Wie blöde muss man denn sein, wenn man davon ausgeht, dass die Bank nicht wusste, was sie tat???
Logischerweise wurde sie auch nicht für ihre Missetaten gefeuert, sondern dafür, dass Mollath, ihr Mann, eine tickende Zeitbombe das publik  machen konnte und wollte. Dass er sicher nicht bestechlich ist, erkannten die Banker wahrscheinlich sofort.
Seine Einlassungen, aus Sorge um sie gehandelt zu haben, halte ich für reine Heuchelei.
Mollath hält sich selbst für das Maß aller Dinge.

Die Wut der Frau darüber,  dass ihr Gatte ihr den schönen Job kaputt macht, kann man verstehen, noch dazu, wo er selbst doch nicht willens oder in der Lage war, gutes Geld zu verdienen.
Alles andere was danach folgte waren Reaktionen auf gegenseitige Attacken.

Und dann diese Kommentare!!!

Besonders gut gefallen hat mir mal wieder Beate Lakotta. Ich zitiere sie so ungefähr aus dem Gedächtnis: "Mollath beklagt sich darüber, dass seine Ex alles von ihm einkassiert und nichts zurückgegeben hat, noch nicht einmal ein Foto seiner Mutter.
Dabei hat seine Exfrau die Sachen nur für ihn aufbewahrt. Aber bis heute hat er keine Anstalten gemacht, die Sachen abzuholen...,"

Damit trifft Frau Lakotta genau den Nagel auf den Kopf. Wie kommt die frühere Frau Mollath denn überhaupt dazu seine Sachen in Verwahrung zu nehmen. Hat er sie etwa bevollmächtigt?
Wieso wird ausgerechnet ihr etwas ausgehändigt?

Wenn man das mal so auf sich einwirken lässt, fragt man sich, sind die alle total verrückt geworden?
Übergriffe wohin man schaut.

Habe gerade Besuch bekommen und melde mich zu dem Thema nachher noch einmal.
Bis dann...

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Beitrag  patagon am Di 26 Aug 2014, 20:33

nun zu dir und deiner Quellensuche.
Ein Forum, wo alle in das gleiche Horn blasen ist so langweilig, langweilig, langweilig...
Da schläft man ja schon beim Lesen ein.
Ohne Widerspruch gibt es auch keinen Fortschritt. Allerdings auch wohl kaum, wenn alle vier an einer anderen der vier Ecken von dem quadratischen Tischtuch ziehen. Dann fallen alle nur irgendwann hin. Die einen nach vorne, die anderen auf den Hintern.
Dazu braucht es nicht einmal Alkohol. Ich wünschte, ich könnte jedem, dem ich mal Unrecht getan habe sagen, wie leid mir das tut und ich würde es auch gerne wieder gut machen.

In manchen Fällen weiß ich es aber wahrscheinlich nicht einmal und habe es auch nicht absichtlich getan. Oft handelte es sich einfach um Irrtümer, Dummheiten, Achtlosigkeit. Anderen Menschen mag es ähnlich gehen. Oft genug packt einen aber auch einfach nur eine böse Lust andere zu ärgern, zu schädigen und die eigene vermeintliche Überlegenheit auszuspielen. Vielleicht ist es das, was du unter Frustabbau verstehst. Vielleicht ist es Langeweile, Eitelkeit, Albernheit, keine Ahnung.
Dann gibt es auch das Gegenteil. Man weiß genau, dass das was man tut, falsch und schädlich ist. Man riskiert es aber trotzdem oder erst recht. Und dann kommt die Angst. Man versucht zu vertuschen, zu rechtfertigen, das Feuer ins andere Lager zu tragen und genau in diesen Fällen entsteht dann der Flächenbrand, so wie im Fall Mollath. Das zieht dann Kreise und wird immer schlimmer. Zwischen Trotz und Schuldgefühl ist man irgendwann nicht mehr frei und rennt nur noch weg.
Weiter bringt das aber niemanden. Und so ein kleines vielversprechendes Forum, das allen mal so viel Freude gemacht hat, bleibt auf der Strecke vielleicht?
Vielleicht kommt aber auch eine Törin, die aus irgendeiner Quelle vom klaren Wasser der Weisheit genuckelt hat, reißt ein paar schräge Witze und schon kommen Energie und Spaß zurück und langsam aber sicher füllt sich das Becken wieder und es beginnt ein neuer Kreislauf.
Wer weiß?








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Nein, das wird nicht passieren, weil es momentan keine geeignete "Quelle" gibt

Beitrag  Inspektörin am Mi 27 Aug 2014, 01:02

patagon schrieb:
Vielleicht kommt aber auch eine Törin, die aus irgendeiner Quelle vom klaren Wasser der Weisheit genuckelt hat, reißt ein paar schräge Witze und schon kommen Energie und Spaß zurück und langsam aber sicher füllt sich das Becken wieder und es beginnt ein neuer Kreislauf.
Wer weiß?


Es wird zumindest hier kein neuer Kreislauf beginnen; meine feste Überzeugung. Ich werde auch ganz bestimmt kein "Becken" mit Wasser füllen. Selbst völlig Naive können noch lernfähig sein. Was den Kreislauf angeht, stimme ich dir allerdings zu. Es scheint jedes Mal im wahrsten Sinne des Wortes automatisch ein (gewollter) Kreislauf gestartet zu werden. Nicht von allen. Von einigen... die den Sprung hierher nicht wollten oder nicht geschafft haben.

patagon schrieb:Und so ein kleines vielversprechendes Forum, das allen mal so viel Freude gemacht hat, bleibt auf der Strecke vielleicht?

Na ja, du siehst ja: Nichts bleibt, wie es einmal war. Alles unterliegt einer Veränderung. Was vielleicht mal mit viel Freude begonnen wurde, dümpelt irgendwann nur noch so vor sich hin. Finde ich allgemein nicht ungewöhnlich.
Ungewöhnlich wird es erst, wenn an einer plötzlichen Abwanderung gleich mehrere User beteiligt sind und diese dann gebündelt da wieder auftauchen, wo es nach "Krawall" riecht.

Lobelie (die ich nicht zu den Krawallmachern zähle) scheint irgendwie auch gerade "arbeitslos" zu sein und versucht sich nun am Ukraine-Konflikt. Kein Thema, das Massen anlockt, oder?
Bei Omma Schweiz (du weißt, wen ich meine?) ist auch "tote Hose". Seltenst ist dort noch ein Nick, besser gesagt: Ein gewisser Anwalt mit Motorrad, mit einem Kommentar zu lesen. Ansonsten herrscht dort ebenfalls gähnende Leere.
Und selbst eine (für mich) völlig durchgeknallte "Unrechtspatriotin" hat wohl eingesehen, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt, als einem gewissen "Herrn" zu huldigen.

Ich selbst beobachte aktuell einen (Gerichts-) Fall aus Südafrika. Manko: Meine unterirdischen Englisch-Kenntnisse. Zumindest fällt dieser Fall in mein "bevorzugtes" Interessengebiet: Reich und mit Macht ausgestattete Person als Angeklagter vor einem Strafgericht.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/chronologie-zum-fall-oscar-pistorius-verstrickt-in-widersprueche-1.1901598


Gute Nacht! Hut ab!
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Inspektörin,

Beitrag  patagon am Mi 27 Aug 2014, 12:59

Ich habe jetzt mal alles gelesen, was du zu dem Pistorius Prozess beigelegt hast.
Ich habe keine Ahnung, was ich davon halten soll.
Was denkst du denn, Mord oder Unfall?

Insgesamt scheint Südafrika ein schrecklich grausames Land zu sein. Ich war da noch nie, habe aber mancherlei schlimme Sachen gehört.
Ich meine, selbst wenn Pistorius glaubte einen Einbrecher in seinem Bad überrascht zu haben, kann er den dann einfach erschießen?
Und was kann einer denn schon im Bad klauen?

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Wer ist Omma Schweiz?

Beitrag  patagon am Mi 27 Aug 2014, 13:33

Exclamation
Kilroy, groß

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Re: In diesen Tagen vor 100 Jahren...

Beitrag  Inspektörin am Mi 27 Aug 2014, 15:05

Hab nur wenig Zeit gerade; deshalb erst einmal ganz kurz:

patagon schrieb:Wer ist Omma Schweiz?


Hier, schau mal:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/freispruch-in-mannheim-kachelmanns-treueste-bloggerin-a-766050.html


patagon schrieb:Ich habe jetzt mal alles gelesen, was du zu dem Pistorius Prozess beigelegt hast.
Ich habe keine Ahnung, was ich davon halten soll.
Was denkst du denn, Mord oder Unfall?

Insgesamt scheint Südafrika ein schrecklich grausames Land zu sein. Ich war da noch nie, habe aber mancherlei schlimme Sachen gehört.
Ich meine, selbst wenn Pistorius glaubte einen Einbrecher in seinem Bad überrascht zu haben, kann er den dann einfach erschießen?
Und was kann einer denn schon im Bad klauen?

Ja, Südafrika hat eine ganz furchtbare Statistik, was Gewaltverbrechen angeht. Und weil das südafrikanische Image in Sachen "Polizei, Justiz" mit Korruptionsvorwürfen belastet ist, hat man sich entschlossen, den Pistorius-Prozess öffentlich in alle Welt zu übertragen. So konnte sich jeder Interessierte live informieren.

Wie schon geschrieben: Manko ist bei mir die Sprache.

Ich glaube auf jeden Fall, dass die Ausführungen des Staatsanwaltes im Plädoyer zu 100% zutreffend sind:

https://www.youtube.com/watch?v=2WwC5ENLqdo

So sicher, wie ich in dieser Hinsicht auch bin; so sicher bin ich allerdings auch, dass Oscar nie ins Gefängnis gehen wird. Sein äußerst mächtiger Familien-Clan pflegt enge Kontakte bis in allerhöchste Kreise: sprich: bis zu Staatspräsident Zuma. Und da dürfte es irgendwelche Schlupfwinkel geben, die ihn davor bewahren.

Meine Vermutung: 1. Verurteilung wegen Mordes; Strafmaß ca. 8 bis 10 Jahre, 2. Revision, Freispruch

Bis später!

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@Inspektörin: Richtig, alles hat seine Zeit....

Beitrag  Oldoldman am Mi 27 Aug 2014, 16:37

Das Interessante daran ist, daß just zu der Zeit, da in Mannheim etwas passierte, was später Gegenstand eines Strafprozesses werden sollte, im alten Ratlos-Forum eine Debatte über die Richtung, den Sinn (oder Unsinn) des Forums, seine Chancen und "Lebenserwartung" geführt wurde. Dabei war eigentlich klar, daß so ein Forum aus sich heraus wenig Überlebenschance hat. Die Teilnehmer kennen sich und die grundlegenden Positionen, aber auch die Be- und Empfindlichkeiten. Eine Weile kann man da über mehr oder weniger interessante Dinge diskutieren, dann aber schläft die Veranstaltung ein. Gut, manchmal gibt es vorher auch noch einen Knall.

Die Causa K. hat, so meine Einschätzung, den Gang der Dinge beim Ratlos-Forum etwas verändert. Plötzlich (von Demo gut platziert und promotet) war ein Thema da, über das jeder mitreden konnte und das polarisierte. Das ging auch anderen Diskussionsrunden so. Daß es bei Ratlos am Ende völlig aus dem Ruder lief, war dann noch eine Besonderheit.

Und hier? Nun nach einigen Auf und Ab's passiert das, was vorherzusehen war:
Den altbekannten Usern fehlt es an einem zündenden Thema. Sie kommen aus alter Gewohnheit und weil ein paar Gedanken dann doch noch ausgetauscht werden. Neue User - Fehlanzeige. Und damit fehlen auch neue Impulse. Wer sollte sich auch hierher verirren? Google findet dieses "Piratennest" nur, wenn man gezielt nach ihm sucht. Da sind Bauer Tedsen und Harry Wagenvoer glatt im Vorteil. Aber wer sucht schon nach den beiden Laughing

So wird dieses Forum langfristig den Cybertod sterben. Aber, so lange noch User schreiben, also ein gewisses Bedürfnis für dieses Forum besteht, werde ich es nicht schließen.

Der Strafprozeß in Südafrika ist sicherlich eine interessante Geschichte. Auch und gerade im Hinblick darauf, ob Geld und Macht einen Einfluß auf die Entscheidung des Gerichtes haben. Allerdings, ich vermag die Regeln des dortigen Strafprozesses (wie auch diejenigen in den USA und in GB) nicht zu durchschauen, weshalb ich mich mit einer Beurteilung schwer tue. Um den Einfluß von Geld und/oder Macht nachweisen zu können, muß man ja eine rechtliche Würdigung vornehmen und den Verlauf des Prozesses anhand der dortigen Vorschriften beurteilen.
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Eine Sache aus verschiedenen Persepektiven betrachtet

Beitrag  patagon am Mi 27 Aug 2014, 19:33

moin moin @ all,
wir reden hier über das alte Ratlos Forum und das sehe ich ganz anders.

Das Forum existierte schon vor dem Fall Kachelmann und nach der ersten Krise, als nur noch drei Leute schrieben, du oldy, Maschera und ich, ging es dann langsam aber stetig aufwärts. Nina scheiterte mit ihrem Kuschelforum; wahrscheinlich auch wegen gar nicht so lieblicher Dinge, die allerdings nicht jeder mitbekommen hat, ich auch nicht.

Schon ganz früh zeichneten sich Rivalitäten ab. Ich denke an Nina, Alice usw. Auch Demo und Uvo überschütteten sich gegenseitig mit Freundlichkeiten und alle hatten Parteigänger und Gegner. Bevor der Fall K. publik wurde.
Ja, Demo hatte K. prima platziert und gekonnt kommentiert. Das war ein Boom.

Mit dem abflauenden Interesse an K. wurde es auch im Ratlos Forum ruhiger bis Elsen und Gagas rumzickten, ständig Nicks wechselten, Gegenforen eröffneten usw. was ja auch nicht jeder soo toll fand.
Ärgerlich wurde ich erst, als dieser unselige RA Scherer mit seinen albernen Klagen auftauchte.
Was ging ihn das alles an?

Themen gibt und gab es immer genug. Auch die Sache Christian Wulff erregte die Gemüter und selbst Mollath entdeckte Gabriele schließlich hier.
Was ich nicht verstehe ist, warum so viele User sich so provozieren lassen.
Und ich verstehe bis heute nicht, warum du, Oldy, auch nur eine Sekunde daran gedacht die idiotischen und anmaßenden Sperrforderungen ernst zu nehmen.
Das war wie ein Ritterschlag für Denunzianten.

Natürlich verändern sich Dinge, aber Foren müssen nicht sterben.
Es war ja gerade diese unnachahmliche Mischung aus Geschwafel, Albernheiten, Drama, Posse, Ehrgeiz, Eifersucht, Intrigen, Siegen, Niederlagen, Konkurrenz, Neid, Habgier, Missgunst, Sentimentalität, Kameradschaft, Wahnsinn und allem, was so passiert im Leben und bei Shakespeare.

Das hätte ewig so weitergehen können. Ich dachte, dass du, Oldy, das alles nicht mehr wolltest und wirklich einen gemütlichen Stammtisch anstrebst.
Nun, wenn dem so ist, den hast du ja jetzt. Aber ich finde das nicht aufregend. Bei aller Wertschätzung, Smalltalk ist nicht unbedingt mein Bier.

Sehr gerne hätte ich deine Kreationen mit Harry Wagenvoer besprochen. Aber ich kenne Norddeutschland nicht und verstehe rein gar nichts von der Mentalität der von dir gezeichneten Bewohner. Leider. Ein ganz klein wenig muss man sich da aber schon auskennen, wenn man da mitreden will.

Insgesamt bin ich weniger pessimistisch als du.
Ich halte es da eher mit Kaiser Franz "Schaun wir mal". lol!







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Inspektörin,

Beitrag  patagon am Mi 27 Aug 2014, 19:40

Natürlich erinnere ich mich an REN. Aber bei ihr hätte ich nie mitgemacht, schon wegen der Zensur.

Gabriele hat da ja mal geschrieben, wie sie erzählte. Aber in ihrem Blog zu schreiben, würde ich mich nie trauen.
So viel ich weiß, akzeptiert sie nicht ein paar Semester Jura bei ihren Gesprächspartnern, nein die müssen mindestens auch das 2. Staatsexamen vorweisen können, um den Schreibtisch abstauben zu dürfen.
Da muss ich leider passen. Sad

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Oha, sooo viele Themen auf einmal, da muss ich erst einmal differenzieren...

Beitrag  Inspektörin am Mi 27 Aug 2014, 23:03

... und auch noch einmal drüber nachdenken. Einiges habe ich nämlich etwas anders in Erinnerung, was aber auch an unterschiedliche Sichtweisen liegen kann.

Oldoldman schrieb:Das Interessante daran ist, daß just zu der Zeit, da in Mannheim etwas passierte, was später Gegenstand eines Strafprozesses werden sollte, im alten Ratlos-Forum eine Debatte über die Richtung, den Sinn (oder Unsinn) des Forums, seine Chancen und "Lebenserwartung" geführt wurde. Dabei war eigentlich klar, daß so ein Forum aus sich heraus wenig Überlebenschance hat. Die Teilnehmer kennen sich und die grundlegenden Positionen, aber auch die Be- und Empfindlichkeiten. Eine Weile kann man da über mehr oder weniger interessante Dinge diskutieren, dann aber schläft die Veranstaltung ein. Gut, manchmal gibt es vorher auch noch einen Knall.

Ich kannte das Ratlos-Forum lange Zeit überhaupt nicht. Als ich davon hörte und auch mal ein Link gepostet wurde, begann ich, mitzulesen. Das allerdings auch noch nicht regelmäßig, weil der Tag auch bei mir nur 24 Stunden hat Wink und ich das Forum nicht soooo interessant fand. Damals gab es ein "Heimat-Forum" bei mir und das hat schon viel zu viel Zeit in Anspruch genommen.

Was ich gelesen habe: Das Ratlos-Forum ist wohl mehr oder weniger "aus der Not(?)" *geboren* worden. Ich hab irgendwas in Erinnerung, dass es sich hauptsächlich um ehemalige gmx-User gehandelt haben soll.

Interessant fand ich bei Ratlos, dass gewisse User den sogenannten "GaGa´s genau DAS unterstellte, was man selbst (aus meiner Sicht) tagtäglich praktizierte: Cyber-Mobbing.

Mir persönlich ist im Nachhinein (also NACH der Ratlos-Schließung) dann halt aufgefallen, dass gewisse User sofort und geballt in einem anderen, sehr großen Forum aufgetaucht sind. Weiterhin ist es bis heute interessant zu beobachten, dass diese "Ehemaligen" nie in irgendeiner Form zurecht gewiesen werden.

Oldoldman schrieb:Daß es bei Ratlos am Ende völlig aus dem Ruder lief, war dann noch eine Besonderheit.

Nein, das sehe ich anders. Für mich war das keine Besonderheit, für mich war das viele Wochen vorher abzusehen.

Vielleicht sollte man sich mal folgenden Link zu Gemüte führen?

http://trollfox.wordpress.com/2013/09/09/tiefgrundige-hintergrundsbeleuchtung-uber-allmystery/

Die Interpretation (in Bezug auf Ratlos) ist ja jedem selbst überlassen.


Oldoldman schrieb:Und hier? Nun nach einigen Auf und Ab's passiert das, was vorherzusehen war:
Den altbekannten Usern fehlt es an einem zündenden Thema. Sie kommen aus alter Gewohnheit und weil ein paar Gedanken dann doch noch ausgetauscht werden. Neue User - Fehlanzeige. Und damit fehlen auch neue Impulse.

Ich weiß ja nicht, wer aus dem Ratlos-Forum hierher eingeladen wurde und wer letztendlich die Einladung NICHT angenommen hat.
Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, dass gewisse User, die nun woanders "wüten", jemals hier so hätten "wüten" können.
Und Stammtischgespräche sind nicht ihr Ding...


Zu Patagons Ausführungen komme ich gleich noch.
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