Was ist eigentlich ein Unrechtsstaat

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Was ist eigentlich ein Unrechtsstaat

Beitrag  patagon am Di 30 Sep 2014, 13:35

das Eingangsposting lautete :

"Wir sind uns einig, diese Bezeichnung nicht zu verwenden", sagte Gysi. "Wenn ich die DDR als Unrechtsstaat bezeichne, dann erkläre ich, dass die drei Westmächte das Recht hatten, die Bundesrepublik zu gründen, die Sowjetunion aber als Antwort nicht das Recht hatte, die DDR zu gründen."

Gysi führt weiter aus, dass es zwar Unrecht in der DDR gab, man die DDR insgesamt aber nicht als Unrechtsstaat bezeichnen könnte.
Die o.g. Erklärung hat nicht direkt mit der Frage zu tun und ärgert mich vor allem deswegen, weil Gysi damit zeigt, für wie blöde er das Wahlvolk hält.
Was meint ihr?


patagon

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Frankfurter Buben

Beitrag  patagon am Fr 10 Okt 2014, 17:01

Als hätte ich es gewusst und das schon früher gelesen. Habe ich aber nicht.
Diesen Artikel habe ich heute im Internet gefunden. In der SZ wird auch über diesen Prozess berichtet. Ungefähr das Gleiche.
http://www.bild.de/regional/frankfurt/isis/isis-kaempfer-vor-gericht-37669670.bild.html

Der Junge ist froh wieder hier zu sein, sagt sein RA.

Damit ist doch ziemlich sicher, dass meine Einschätzung, dass die nicht ganz freiwillig an diesem Terror teilnehmen.

Das schlimmste was man jetzt machen könnte, wäre diese Jungens hart zu bestrafen. Das sieht offensichtlich auch das Gericht ähnlich.
"Dumm und naiv" nennt ihn seine Schwester. Die Familie besucht ihn in der U Haft. Zum Glück.  
Ich hoffe sehr, dass nicht allzu viele bei diesem Wahnsinn umkommen.
Die, die zurückkommen, haben wahrscheinlich für alle Zeiten genug davon.

Ich habe gestern  May Britt Illner zu diesem Thema geschaut.  Auch da wurde erwähnt, dass eine Presse, die diese verirrten Schäfchen als unbesiegbare Terrortruppe hinstellt, eigentlich unfreiwillig Werbung dafür macht.

patagon

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Stimmt das?

Beitrag  Freizeit am Mi 15 Okt 2014, 14:01

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Was sollte und ein Rechtsradikaler schon sagen?

Beitrag  Monete am Mi 15 Okt 2014, 23:48

Unsinnige Argumente, Unsinnige Logik und unsinnige Folgerungen.
Das fängt schon mit der Behauptung an, dieses Lied sei die Nationalhymne... Vor allen Dingen der Text...  santa

Fakt ist, es ist weder verfassungsmäßig verankert, wie z.B. die Flagge, noch durch ein Gesetz beschlossen... Very Happy

Ich halte sie sogar für sehr missglückt, zumal ein Volk nicht einmal ein Mitspracherecht dabei hatte.

Daher denke ich auch, man muss sich von rechtsradikalen Spinnern nicht belehren lassen, welche Rolle Deutschland heute in Deutschland oder anderswo spielt und welche Strophe man zu singen hätte, wobei ich mich mit der Melodie noch abfinden kann, mit dem Text schon mal gar nicht. Shocked

So haben die Kölner Mut bewiesen und in der jungen Republik nach der Belgischen Nationalhymne dieses Lied gespielt... Very Happy

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moin moin @all

Beitrag  patagon am Do 16 Okt 2014, 10:08

könnte es sein, Monete, dass dir ein kleiner, aber potenter Zug zum Diktatorischen eigen ist?

Und du, Freizeit, hältst dich für einen Anarchisten, der wahllos Mehrheiten sucht? Damit er seine persönliche eingebildete intellektuelle Überlegenheit bestätigt bekommen kann? Wie und wo auch immer... lol!

Träumt ruhig weiter.

Lieb Vaterland magst ruhig sein, lalalala...

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Guten Morgen patagon

Beitrag  Freizeit am Fr 17 Okt 2014, 09:31

Mit deinem Intellekt scheinst du dich sehr nahe bei Hesiod und Demokrit zu bewegen

Wie anders könnte ich mir deine dir eigen inspirierten Fragen

@ könnte es sein, Monete, dass dir ein kleiner, aber potenter Zug zum Diktatorischen eigen ist?  @

und

@ Und du, Freizeit, hältst dich für einen Anarchisten, der wahllos Mehrheiten sucht? Damit er seine persönliche eingebildete intellektuelle Überlegenheit bestätigt bekommen kann? Wie und wo auch immer... @

erklären?

Du amüsierst mich wirklich. Danke!  Smile
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guten Morgen Freizeit

Beitrag  patagon am Fr 17 Okt 2014, 10:50

Freut mich sehr, dass ich dir eine Freude gemacht habe. Auch der Vergleich mit Demo löste bei mir wahre Begeisterungstürme aus.
Mein anderes Vorbild kenne ich aber leider nicht.

Macht aber nix.

Zu meinem Posting inspiriert hat mich allerdings der Erfahrungsbericht eines Schweine Züchters. Er erklärte, dass Schweine, ebenso wie Menschen, aggressiv werden aus Langeweile und Mangel an Bewegung.  
Das erklärt natürlich vieles.

Ich war eigentlich fast immer davon ausgegangen, dass z. B. Terroristen nur aus Verblendung, Rache oder Armut radikal werden.
Deswegen haben mich auch die Frankfurter Buben so erschüttert und dass diese ausgerechnet bei TUS Makkabi, einem reichen, weltoffenen, liberalen und toleranten Verein Fußball gespielt haben.   

Damit fielen auch Oldies Vermutungen hinsichtlich der Motive flach.

Ich weiß nicht, ob das jetzt  der Weisheit letzter Schluss ist, immerhin, ein Mangel an Herausforderung und vielleicht zu viel kuschelweiche Harmonie scheinen genauso destruktiv  zu sein.
Darüber will ich noch ein bisschen nachdenken.

patagon

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moin moin

Beitrag  patagon am Fr 17 Okt 2014, 20:35

aus der Tagesschau habe ich erfahren, dass ein ISIS Terrorist trotz Fußfessel entkommen konnte und jetzt wahrscheinlich nur mit Personalausweis über die Türkei nach Syrien geflohen ist.

Was sollte, könnte man mit solchen Typen machen?

Einfach wegsperren? Was soll das bringen?

Es gibt irgendwo hier in der Gegend einen früheren Boxer und Tunichtgut der ein Heim für schwer erziehbare Jungen unterhält, Alle, bei denen es nicht weiter ging, wo Hopfen und Malz verloren war, wurden dahin abgeschoben.
Sie konnten boxen lernen und Ähznliche3s. Ein Riesen Erfolg!
Ich denke, es kommt auf die Sprache an, um das Beste herauszuholen,

Ausgrenzungen und Sperren bewirken wahrscheinlich das Gegenteil.

patagon

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Bis jetzt...

Beitrag  Monete am Fr 17 Okt 2014, 20:51

patagon schrieb:könnte es sein, Monete, dass dir ein kleiner, aber potenter Zug zum Diktatorischen eigen ist?

Ja stimmt...!
Auf meinen Reisen lasse ich immer Punkt 18:00 Uhr die ganze Besatzung auf dem Achterdeck antreten, um der öffentlichen Auspeitschung beizuwohnen...
Wie wär’s Pat?
Der Posten des Delinquent ist zur Zeit vakant...  

Und du, Freizeit, hältst dich für einen Anarchisten, der wahllos Mehrheiten sucht? Damit er seine persönliche eingebildete intellektuelle Überlegenheit bestätigt bekommen kann? Wie und wo auch immer... lol!

Träumt ruhig weiter.

Lieb Vaterland magst ruhig sein, lalalala...

lieber Patagon, bisher hast du weder Freizeit noch mir etwas beweisen können...   Laughing
Wie also willst du jetzt wissen, was wir sind oder nicht sind...  Wink
Dazu müsstest du doch die unangenehme Aufgabe übernehmen, etwas tiefer in ein Thema einsteigen zu können.

Und DEMO hast du weiß Gott gar nicht verstanden. Es wäre jetzt unfair das auszuführen. Nicht deinetwegen sondern wegen DEMO.   Rolling Eyes

Was mich betrifft, weiß ich wovon ich schreibe, doch weißt du es?  Laughing

Übrigens "Lieb Vaterland" war auch in der Auswahl zum Nationalsong... clown
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Erst einmal...

Beitrag  Monete am Fr 17 Okt 2014, 21:13

Sind das nicht nur gewaltverherrlichende Taten sondern vornehmlich religiös und politisch motivierte Taten.

Aus Fußfesseln zu flüchten ist so etwas, als wenn man sagt, iss einen Teller voll Suppe mit.
Gewalt und Kriminalitätsprävention fängt mit Wertevermittlung und Vorbildlichkeit an. Darüber hinaus kann ich persönlich nicht einsehen, dass man Staatsangehörigkeiten wie Checkkarten haben kann.
Und damit hört auch bei mir die vielfach gewährte Sondertoleranz gegen Regelverstöße auf.

Man müsste also den Hebel bei der Religion ansetzen, die mit ihrem Denken, einfachem Weltbild, Gewalt in der Familie und Frauenfeindlichkeit, noch hunderte Jahre einer modernen Gesellschaft hinterher hinkt.
Es sind zum größten Teil Schulversager, weil eine Integration auf der Strecke blieb.

Ich kann auch nicht einsehen warum Boxen positiv sein soll, auch wenn das immer behauptet wird.
Wenn ich jemand das Schießen beibringe, wird er deshalb nicht mehr schießen?

Fakt ist, dass es nicht reicht die gesellschaftliche Bestenauslese zu propagieren, sondern Menschen eine Perspektive, die sich auch in Arbeit und Lohn niederschlägt aufzuzeigen.
Zudem hat man nichts aus dem Libanon, Gaza, usw. gelernt.
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moin moin

Beitrag  patagon am Sa 18 Okt 2014, 10:03

Monete,

wie schön, dass du geradewegs zum Kern kommst.

Genau darum geht es mir. Der TUS Makkabi ist ein jüdischer Verein. Es gibt hier in Ffm. ein paar schwerreiche Kaufleute, denen er ein Herzensanliegen ist. Die Spieler, die da spielen kommen aus der ganzen Welt und regelmäßig besuchen Makkabi Ffm. und Makkabi Tel Aviv z. B.  sich gegenseitig zu Freundschaftsspielen usw.  
Diese Reisen werden auch gesponsert, ebenso wie die Spieler auch unterstützt werden. Die Spieler sind Juden und Christen und Moslems und, und, und... Religion spielt dabei überhaupt keine Rolle.
Es geht ums Fußballspielen und vielleicht im weiteren Sinne um Völkerverständigung. Juden versuchen nicht Angehörige anderer Religionsgemeinschaften  abzuwerben. Im Gegenteil, es ist eher schwierig zum Judentum zu konvertieren.

Was sozial Schwache und Schulversager angeht, auch da muss ich dir einen Korb geben. Ich kenne viele Spieler  persönlich, die haben in der Regel ihr Abi. Der Verein veranstaltet einmal im Jahr einen großen Ball. Das ist ein Highlight im gesellschaftlichen Leben der Stadt. Nicht nur Promis reisen sich um die Karten. Ich war oft auf diesen Veranstaltungen und ich kann euch sagen, diese Bälle gehören zum Glanzvollsten, was die Stadt zu bieten hat und Frankfurt gehört wirklich nicht gerade zu den ärmsten Städten.
Ihr erinnert euch sicher an den kleinen Jakob von Metzler, der ermordet wurde. Auch ein Frankfurter Bub. Der Mörder war ein Jurastudent. Jakob besuchte eine ganz normale Schule und auch in der Umgebung dieser Familie leben die Menschen nicht in sozialem Elend.

Genau das ist es ja, was mich so ratlos macht.
Meine einzigen Erklärungen dafür, dass sich Jungens aus diesem Umfeld nun ausgerechnet diesen wahnsinnigen Mördern anschließen, sind Abenteuerlust und Neugier. Religiöser Fanatismus und soziales Elend scheiden bei dieser Gruppe wirklich aus.  
Geradedeswegen war ich ja so erschüttert, als ich davon erfahren habe.

"Du bist dumm und naiv", sagte die Schwester des einen Jungen. Damit trifft sie den Nagel auf den Kopf.

Wahrscheinlich war es zu Beginn der Nazizeit ganz ähnlich. Die ersten Nazis kamen auch aus unterschiedlichen Schichten. Auch das waren zum größten Teil ganz normale Deutsche. Auch das hatte mit Religion nichts zu tun.

Mit Politik hat das auch wenig zu tun. Es ist WAHNSINN.

Boxen oder Schießen, natürlich, mein Fall ist das auch nicht. Ich bin auch kein Fan von irgendwelchen gewaltverherrlichenden Sportarten aber es ist zu kurz gegriffen und es bringt absolut nichts, einfach mit Verboten auf alles was einem nicht passt, zu reagieren.
Ich weiß auch nicht, ob dieser Exboxer die Jungens bekehren kann. Aber es ist ihm in ähnlichen Fällen geglückt. Wahrscheinlich sollte man es wenigstens mal versuchen.

ISIS scheint sich wirklich zu einer Bedrohung für die ganze Welt zu mausern. Das hat viele Ursachen und eine starre und unflexible Justiz ist da eher ein Hemmschuh, statt einer Rettung.
Im Fall des Entflohenen mit der Fußfessel hätte es vielleicht Sinn gemacht ihn sofort in das Boxcamp für ein paar Monate abzuschieben. Vielleicht hätte er da bei Zeiten begriffen, worauf er sich eingelassen hat?

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Freizeit und Monete,

Beitrag  patagon am Sa 18 Okt 2014, 10:17

So ganz ernst sind meine spitzen Bemerkungen nun auch wieder nicht gemeint. Ich versuche nur hin und wieder ein wenig Pfeffer in die Mahlzeiten zu geben. Es wird sonst zu langweilig. Und schließlich, wenn ihr ehrlich seid, ein bisschen was ist vielleicht schon dran, an dem, was ich sage. Oder?
lol!
Beweisen will ich aber wirklich niemandem etwas. Wir sind hier schließlich nicht vor Gericht. Sondern in einem Forum, das nicht einschlafen soll. Kuß!

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Re: Was ist eigentlich ein Unrechtsstaat

Beitrag  Inspektörin am Sa 18 Okt 2014, 23:13

patagon schrieb:aus der Tagesschau habe ich erfahren, dass ein ISIS Terrorist trotz Fußfessel entkommen konnte und jetzt wahrscheinlich nur mit Personalausweis über die Türkei nach Syrien geflohen ist.

Was sollte, könnte man mit solchen Typen machen?


Ganz einfach: Froh sein, dass er weg ist. Twisted Evil clown

Und hoffen, dass er nie wiederkommt. Twisted Evil What a Face

Nein nein, natürlich wünscht man ihm nicht den Märtyrer-Tod, aber er soll halt DA bleiben. Punkt.

Und wenn er halt dann leider doch zu Allah kommt, soll der ihm mitteilen, dass die Jungfrauen inzwischen alle "verbraucht" sind. Twisted Evil What a Face


Im Übrigen bereitet mir Ebola viel mehr Sorgen, als ISIS.

ISIS kann man erfolgreich bekämpfen; der Ebola-Virus ist intelligenter.


PS: Der Pistorius-Prozess ist -bis auf die Verkündung des Strafmaßes- gelaufen. Staatsanwalt hat 10 Jahre Knast beantragt; Verteidigung möchte lieber 3-jährigen Hausarrest, verbunden mit 2 x 8 Sozialstunden monatlich.
Der Blick in meine Glaskugel zeigt an: Egal welche der beiden Varianten es auch sein werden, keine wird er antreten... das weiß der superreiche Clan schon zu verhindern.

http://www.focus.de/panorama/welt/prozess-im-live-ticker-die-schlussplaedoyers-im-pistorius-prozess-dieses-strafmass-fordert-anklaeger-nel_id_4208729.html

Na denn: Schönen Sonntag! cheers
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Kennen wir uns nicht schon Jahre?

Beitrag  Monete am So 19 Okt 2014, 11:02

patagon schrieb:So ganz ernst sind meine spitzen Bemerkungen nun auch wieder nicht gemeint. Ich versuche nur hin und wieder ein wenig Pfeffer in die Mahlzeiten zu geben. Es wird sonst zu langweilig. Und schließlich, wenn ihr ehrlich seid, ein bisschen was ist vielleicht schon dran, an dem, was ich sage. Oder?
lol!
Beweisen will ich aber wirklich niemandem etwas. Wir sind hier schließlich nicht vor Gericht. Sondern in einem Forum, das nicht einschlafen soll. Kuß!

Dass ich nicht wissen sollte, dass du ab und zu auf den Putz haust?

Ja klar ist was dran, was du sagst... Nur was sagst du? Question Smile
Ich habe immer das Gefühl du liest uns hier die Schlagzeilen der FAZ vor... Das Hetzblatt gegen Arbeitnehmerrechte...
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Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Beitrag  patagon am So 19 Okt 2014, 12:14

Monete,

Ich lese nie die Wirtschaftsteile irgendwelcher Zeitungen, schon gar nicht der FAZ.

Warum? Es langweilt mich unendlich.

So und so bin ich nur interessiert an Sex und Crime. Oder?
Stimmt das eigentlich?
Nee, leider auch nicht. Dokumentationen über Sex langweilen mich sogar noch mehr als sexuelle Fantasien.
Und Crime ist mir zu blutrünstig. Ich kann kein Blut sehen. Im übrigen sind mir Verbrecher eigentlich fast immer zu blöd, um mich zu interessieren. Und Wirtschafts Verbrecher sind mir zu dummschlau. Was haben sie davon? Was können sie mitnehmen?

Mich interessiert vielmehr, was dahinter steckt.
Viel mehr als Arbeitnehmer Rechte interessieren mich KINDERRECHTE. Aber Kinder haben keine Lobby. Wenn sie endlich so weit sind, für ihre Rechte selbst zu kämpfen, sind sie oft schon so versaut, dass sie wiederum versuchen den noch Schwächeren alles abzunehmen. Extrem unfair und unsportlich.
Einfach nur langweilig.
Gähn, gähn, gähn..






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Oh!

Beitrag  Monete am So 19 Okt 2014, 12:19

patagon schrieb:Monete,

wie schön, dass du geradewegs zum Kern kommst.

Genau darum geht es mir. Der TUS Makkabi ist ein jüdischer Verein.

Ich wusste gar nicht, dass Vereine einen Glauben haben.  Wink

Es gibt hier in Ffm. ein paar schwerreiche Kaufleute, denen er ein Herzensanliegen ist. Die Spieler, die da spielen kommen aus der ganzen Welt und regelmäßig besuchen Makkabi Ffm. und Makkabi Tel Aviv z. B.  sich gegenseitig zu Freundschaftsspielen usw.  
Diese Reisen werden auch gesponsert, ebenso wie die Spieler auch unterstützt werden. Die Spieler sind Juden und Christen und Moslems und, und, und... Religion spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Wieso nicht, wenn das doch ein "Jüdischer" Verein ist.

Es geht ums Fußballspielen und vielleicht im weiteren Sinne um Völkerverständigung. Juden versuchen nicht Angehörige anderer Religionsgemeinschaften  abzuwerben. Im Gegenteil, es ist eher schwierig zum Judentum zu konvertieren.

Weil es eben eine Blutreligion ist.

Was sozial Schwache und Schulversager angeht, auch da muss ich dir einen Korb geben. Ich kenne viele Spieler  persönlich, die haben in der Regel ihr Abi.

Schrieb ich über Fußballspieler oder vielmehr über einen, Zitat Patagon: [...] dass ein ISIS Terrorist trotz Fußfessel entkommen konnte [...] entlaufenen Straftäter?
Wobei ich mit dem Wort Terrorist vorsichtig wäre, denn dann gehörte er ja wohl eingesperrt.

Der Verein veranstaltet einmal im Jahr einen großen Ball. Das ist ein Highlight im gesellschaftlichen Leben der Stadt. Nicht nur Promis reisen sich um die Karten. Ich war oft auf diesen Veranstaltungen und ich kann euch sagen, diese Bälle gehören zum Glanzvollsten, was die Stadt zu bieten hat und Frankfurt gehört wirklich nicht gerade zu den ärmsten Städten.

Ach das Kapital der Reichen gehört der Stadt Frankfurt?

Ihr erinnert euch sicher an den kleinen Jakob von Metzler, der ermordet wurde. Auch ein Frankfurter Bub. Der Mörder war ein Jurastudent. Jakob besuchte eine ganz normale Schule und auch in der Umgebung dieser Familie leben die Menschen nicht in sozialem Elend.

Genau das ist es ja, was mich so ratlos macht.

Mich auch, denn es fehlt jeglicher Bezug zum Thema.
Also das Schicksal hat keiner verdient, doch ist ein Kind eines Hartz Empfängers weniger zu beklagen?


Meine einzigen Erklärungen dafür, dass sich Jungens aus diesem Umfeld nun ausgerechnet diesen wahnsinnigen Mördern anschließen, sind Abenteuerlust und Neugier. Religiöser Fanatismus und soziales Elend scheiden bei dieser Gruppe wirklich aus.  
Geradedeswegen war ich ja so erschüttert, als ich davon erfahren habe.

Warum warst du denn besonders erschüttert?
Was ist mit den 40 anderen Kindern die im Durchschnitt jährlich ermordet werden?

"Du bist dumm und naiv", sagte die Schwester des einen Jungen. Damit trifft sie den Nagel auf den Kopf.

Diesen Zusammenhang verstehe ich nicht...

Wahrscheinlich war es zu Beginn der Nazizeit ganz ähnlich. Die ersten Nazis kamen auch aus unterschiedlichen Schichten. Auch das waren zum größten Teil ganz normale Deutsche. Auch das hatte mit Religion nichts zu tun.

Auch hier kann ich kaum ein Bezug zum Thema erkennen.
Allenfalls eine Gemeinsamkeit mit faschistoidem Denken der genannten Gruppen.
Denn die Nazis wurden extrem durch Kirchen und Kapital gestützt, wobei sogar der Judenhass theologisch begründet und rechtfertigt wurde.
Gemeinsam ist auch das Denken, dass eine Ideologie der Gesamtheit ein Menschenrecht des Einzelnen brechen dürfte.
Zudem hatte die Wehrmacht auch auf dem Koppelschloss stehen "Gott mit uns"!


Mit Politik hat das auch wenig zu tun. Es ist WAHNSINN.

Boxen oder Schießen, natürlich, mein Fall ist das auch nicht. Ich bin auch kein Fan von irgendwelchen gewaltverherrlichenden Sportarten aber es ist zu kurz gegriffen und es bringt absolut nichts, einfach mit Verboten auf alles was einem nicht passt, zu reagieren.

Wer sagtest du will das?

Ich weiß auch nicht, ob dieser Exboxer die Jungens bekehren kann. Aber es ist ihm in ähnlichen Fällen geglückt. Wahrscheinlich sollte man es wenigstens mal versuchen.

Boxen ist doch gewaltverherrlichend oder...? Wir sind schon so dekadent, dass wir uns Frauenboxen antun müssen...
"Glücken" können solche Experimente nur bei auf diesem Gebiet erfolgreichen, andere holen sich ihr Rüstzeug um in der Szene Fuß zu fassen...
Und sollte man einen potentiellen ISIS Kämpfer noch ausbilden?  What a Face

Ich glaube du verstehst die Motivation nicht.
Die Integration ist gescheitert und Glaube und Erziehung sind gegen unsere Werte gerichtet.
Daher finden diese Menschen nicht ihren Platz im Leben.
Sie laufen daher Ideologien hinterher, wo du von Anfang an Jemand bist!
Auch wenn es nur kurze Zeit ist und du stirbst.

Denn wie kann es sonst sein, dass diese jungen Männer und auch Frauen hier nach westlichen Werten erzogen, sich in die Kamera stellen und mit abgetrennten Köpfen posieren und Frauen sich freiwillig in Knechtschaft begeben?

Für mich ist das ein Indiz, dass in Schulen wieder Werte vermittelt werden muss, die zudem gegen eine Religion und Erziehung gerichtet sein muss, die 600 Jahre hinterherhinkt.
Das fängt mit einem Zwang an, dass man die deutsche Sprache beherrscht, dass man keine Subkulturen und Subrechtssysteme zulässt.  


ISIS scheint sich wirklich zu einer Bedrohung für die ganze Welt zu mausern. Das hat viele Ursachen und eine starre und unflexible Justiz ist da eher ein Hemmschuh, statt einer Rettung.

Ach ja, die Justiz ist wieder Schuld... Du machst es dir wie so oft sehr einfach...
Ist die Justiz für Bildung, Schulen, Einwanderungspolitik verantwortlich?
Macht sie mit denen Geschäfte, die diese Kämpfe unterstützen?
Liefert sie Waffen?


Im Fall des Entflohenen mit der Fußfessel hätte es vielleicht Sinn gemacht ihn sofort in das Boxcamp für ein paar Monate abzuschieben. Vielleicht hätte er da bei Zeiten begriffen, worauf er sich eingelassen hat?

Ne Patagon, du bist weit am Thema vorbei.
Du verstehst gar nicht worum es geht...
Die Ursache haben andere gelegt, allen voran Politiker, Kapital und Geschäftemacher.

Diese Ursachen gehen weit zurück, haben mit Rohstoffe zu tun, mit Israel und Palästina, und mit gezielter Destabilisierung der Region durch die USA und ihre Verbündeten.
Nun ist das in Deutschland angekommen, was seit dem Afghanistaneinsatz zu befürchten war.

Nur da habe ich nichts von dir gelesen, dass Kinder durch Bundeswehreinsatz bei lebendigem Leib verbrannten... oder?
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Ne, ne, Patagon...

Beitrag  Monete am So 19 Okt 2014, 12:26

Wenn mich Frauen oder Thema 1 nicht mehr interessieren, weiß ich, dass ich tot bin... Very Happy

Was allerdings nichts mit Barbies zu tun hat oder Kunstprodukte der Chemie...
Ich liebe Unikate und Natürlichkeit.
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Weiß ich dass ich tot bin?

Beitrag  patagon am So 19 Okt 2014, 17:41

Monete, es gibt eine Reihe von interessanten Dingen, über die man nicht reden muss.
Dazu gehören Essen und Trinken, Sex und Atmen, Düfte und Gestank, Ekel und Ekstase. Wonach duftet Jasmin und wie schmeckt Schokolade?
Es gibt Menschen, die sich schriftlich solcher Themen annehmen können. Ich kann das nicht.

Ich kann einem Blinden nicht erklären, wie rot aussieht. Ich Kann einem Tauben nicht erklären, wie eine Melodie klingt und welche Gefühle sie in mir auslöst.


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Die Leichtigkeit des Seins

Beitrag  Inspektörin am Mo 20 Okt 2014, 02:23

Patagon, manchmal vermisse ich sie bei dir; diese Lockerheit, dieses Treibenlassen, dieses Genießen des Lebens. ;-)

Und manchmal interpretierst du für mich kaum nachvollziehbar:

Muss man einem Blinden für ein selbstbestimmtes Leben wirklich Unmögliches beibringen?
Muss man einem Tauben wirklich erklären wollen, was Musik ist?

Ist es nicht viel wichtiger, ihm zu zeigen, wie er seine restlichen Sinne effektiver einsetzen kann? Statt sehen... mehr hören? Statt sehen, mehr riechen? Statt sehen, mehr schmecken?
Ob eine Rose rot ist, tritt doch dann in den Hintergrund, finde ich. Aber wie eine Rose riecht oder sich anfühlt, kann doch auch eine Lebensbereicherung sein, oder?

Das gleiche gilt für Taube. Warum soll es wichtig sein, wie sich Töne anhören, wenn sie durch Körperbewegungen spüren, wie schön ein Tanz sein kann? Warum sollte das keine Gefühle in ihnen auslösen können?
Ganz davon abgesehen, dass es gerade bei Taubheit riesige medizinische Fortschritte gibt.

Schau einmal, wie taube Kinder reagieren, wenn sie zum ersten Mal etwas hören können:

http://www.youtube.com/watch?v=KVdWj9dTB3g


Hut ab!



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moin moin

Beitrag  patagon am Di 21 Okt 2014, 04:49

Inspektorin,

Ich schrieb über das Schreiben. ICH kann NICHT über alles schreiben.
ICH KANN VIELES EBEN GERADE nicht SCHRIFTLICH ERKLÄREN.

Aber was hat das alles noch mit dem Thema zu tun?
Wie du, finde ich auch Ebola extrem gefährlich. Gerade deswegen weil man so wenig darüber weiß.
Dinge über die man nichts weiß, sind halt bedrohlich.

Genau deswegen haben mich die Berichte über die Junges so entsetzt. Genau deswegen suche ich ja nach Antworten.
Diese beiden Jungens sind eben gerade nicht unter so schlimmen Verhältnissen aufgewachsen, wie Oldy sie beschrieb.

Für vieles gibt es Erklärungen. Natürlich versteht jeder, dass Menschen die unterdrückt werden, sich wehren, dass sie dagegen angehen.
Aber warum rebellieren Menschen, denen es gut geht?

Du, Inspektorin, vermutest bei Oscars gesamter Familie von Anfang an, das Schlimmste. Kann natürlich sein, dass du recht hast. Aber wir wissen es schließlich nicht. Ob Oscar seine Freundin töten wollte, oder ob er in Panik geraten ist, keine Ahnung, M. A. nach hat der so und so nicht alle Tassen im Schrank.
Aber dass seine Familie zu ihm hält, ist doch eher lobenswert. Würdest du deine Familie verurteilen, wenn sie scheitert?

patagon

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@patagon: Erklärungsmodelle...

Beitrag  Oldoldman am Di 21 Okt 2014, 13:56

versuchen in der Regel komplexe Sachverhalte auf eine nachvollziehbare griffige Formel zu bringen, was jedoch bei menschlichem Verhalten nicht funktioniert.
patagon schrieb:[...]
Dinge über die man nichts weiß, sind halt bedrohlich.

Genau deswegen haben mich die Berichte über die Junges so entsetzt. Genau deswegen suche ich ja nach Antworten.
Diese beiden Jungens sind eben gerade nicht unter so schlimmen Verhältnissen aufgewachsen, wie Oldy sie beschrieb.
[...]
Auch wenn man gegenüber solchen Studien, wie ich sie zitiert habe, Skepsis walten lassen sollte, sie sind momentan die einzigen Anhaltspunkte, um  uns das Verhalten zu erklären. Selbst die Muslime, mit denen ich privat in Verbindung stehe, sind fassungslos. Fassungslos sowohl was die Situation in Syrien und dem Irak angeht, daß der IS auch unter einem Teil der Bevölkerung Anhänger findet, daß Menschen, die hier aufgewachsen sind, zumindest den größten Teil ihres Lebens hier verbracht haben, sich dem anschließen mögen. Aber deren Verhältnis zur Religion ist weit weniger orthodox und sie trennen sehr genau zwischen Glauben, Moral und weltlicher Politik. Der Glaube soll Fragen nach dem Sinn des Lebens beantworten, die Moral das Miteinander der Menschen harmonisch gestalten und die Politik bestimmt den äußeren Rahmen des täglichen Lebens. Sicher, der Glaube beeinflußt die Moralvorstellungen und die Moral wiederum die Politik, doch da sind aufgeklärte Muslime auf einer Wellenlänge mit aufgeklärten Christen. Das ist auch kein Wunder, denn beide Religionen haben die gleichen Wurzeln und Mohammed kannte die christlichen Überlieferungen bis zu den Evangelien.

Meine aus Gesprächen und den Erhebungen gezogenen Schlüsse (sehr privat und mit stark verkürzter Sicht) sind:

  • je bildungsferner desto mehr gewinnt der Glaube an Gewicht und umgekehrt Errungenschaften einer weltlichen, demokratischen Gesellschaft verlieren an Bedeutung;
  • je komplizierter das Leben, desto größer das Verlangen nach Halt und Struktur. Abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit kann das dazu führen, sich sehr einfachen und strikten Regeln zuzuwenden;
  • Hinwendung zu Extremen als Mittel der Alleinstellung und Heraushebung aus der Masse: wer "erleuchtet", "bekehrt" ist und zu einer kleinen Gruppe von "Auserwählten" gehört, kann sich aus der Masse abheben und "besser fühlen";
  • Radikalisierung als Gegenreaktion auf kollektive Stigmatisierung: wenn die Umwelt für Vorgänge, wie um den IS, "die Muslime" schlechthin verantwortlich macht, dann wird bei Einzelnen der Kampfgeist geweckt;

Natürlich kommen noch weitere Faktoren hinzu, etwa Prägung durch das heimische Umfeld. So, wie ein konservatives Elternhaus beides bewirken kann: linksradikale Hinwendung oder Neokonservatismus. Wenn die Pflege von Sprache und Kultur des Heimatlandes nicht als Folklore begriffen werden, sondern als Import einer Lebensform, führt das zu einer Abspaltung von der hiesigen Gesellschaft mit Folgekonflikten. Beispiel Religionsfreiheit: wir (das GG) sehen dahin die Freiheit irgendeine Religion zu haben und auszuüben, auch keine Religion zu haben und vor aufdringlicher Ausübung der Religion durch andere geschützt zu sein, ist darin enthalten. Nach den Erhebungen sehen einige (den Prozentsatz habe ich jetzt nicht im Kopf) Muslime das anders. Die Freiheit, den eigenen Glauben leben und zeigen zu können, wird positiv bewertet, anderen Glaubensrichtungen wird dies nicht im gleichen Maße zugestanden, sondern als "Missionierung" abgelehnt. Daß man sich aber in einem vorwiegend christlich geprägten Umfeld bewegt und daher die Grundrechtsabwägung christliche Gottesdienste im Fernsehen eher gestattet, als muslimische, wird ausgeblendet. Ein Mangel an Differenzierung. Es ließen sich viele weitere Beispiele finden, die im übrigen nicht nur Muslime betreffen, sondern auch altchristliche Glaubensrichtungen.

Was die von Dir erwähnten Jungs anbelangt, müßte man sehr genau deren Umfeld betrachten, um eventuell eine Erklärung zu finden. Da reicht es nicht, vom äußeren Erscheinungsbild ("ganz normale Frankfurter Jungs") Schlüsse auf eine "normale" westlich-deutsche Sozialisierung ziehen zu wollen.
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Oldoldman

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Sehr guter Beitrag Oldie!

Beitrag  Monete am Di 21 Okt 2014, 15:04

Damit wären auch fast alle anderen Radikalisierungen beschrieben.

Ich denke, dass unser System nicht mehr umher kommt, den Anfang zu betrachten.
Damit meine ich die innere (verzweifelte!) Kündigung der Lehrer zu betrachten.
Es muss erzogen werden, nicht verwaltet.

Wo die Erziehung im Elternhaus nicht funktioniert, da muss die Gesellschaft ran.
Das geht aber nicht durch Duldung, "(er/sie) wird ja sehen was im Zeugnis steht..." Nein, es muss etwas abverlangt werden.
Es ist ja seltsam, zu Hause wird ein Abverlangen akzeptiert.
In der Schule zeigt man sich sexistisch gegenüber Lehrerinnen und flegelhaft.

Und das ist alleinig kein Problem von Kindern der Migranten.
Es ist ein allgemeines Problem, wo andere Kinder massiv am Lernen gehindert werden oder sich mit und mit auch so verhalten.

Unser Schulsystem ist krank. Jeder weiß es, weiß es sogar immer besser, doch nichts geschieht.
Wir haben keine grundgesetzlich garantierte Chancengleichheit mehr, die Schulbildung wandelt sich zu Eliteschulen hin und unsere Berufswelt wandelt sich total zum Negativen.

Wer meint, dass in einer Gesellschaft theoretisch jeder zum Abitur geführt werden kann, der hat den Knall nicht gehört.
Wir erleben eine Inflation der Bildungs- und Ausbildungsstrukturen.
Wer nicht erkennt, dass Lehrberufe grundsätzlich für Leute ohne Abitur gedacht sind, der wird eine Gesellschaft des Frustes bekommen.

Einmal von denen, die überqualifiziert sind und vor allen Dingen von denen, die in Billiglöhnen landen.
Die noch darunter bleiben, dass beweist die Weimarer Republik, werden sich radikalisieren oder kriminalisieren.

Menschen brauchen Ziele und Perspektiven. Unser Wirtschaftswachstum und Wohlstand der 60er basierte auf einem einfachen Model: Arbeits- und Leistungsbereitschaft erzeugt gutes Einkommen und Befriedigung durch finanzielle Freiheiten.
Leistungsverweigerung erzeugt Frust. Denn Menschen orientieren sich sehr gerne am Wettbewerb, wenn sie nur die Möglichkeiten dazu haben.

So würde ich, die berufliche Ausbildung weiter, viel weiter, in staatliche Hand geben. Finanziert durch Umlagen die von Unternehmen zu tragen wären.
Es darf nicht sein, dass junge Leute in den Müßiggang kommen und rumgammeln.
Nun war ich ja selbst Zeitsoldat, bin aber eher pazifistisch eingestellt, bzw. befürworte eine Heimatverteidigung, wie die Schweiz, jedoch keine Auslandseinsätze.
Doch ich halte die Abschaffung der Wehrpflicht für einen großen gesellschaftlichen Fehler.

Man hat leider nur immer Negatives über die Bundeswehr gezeigt, das Positive ging, weil es so normal war, unter.
Denn keinem Mann kann es schaden (heutzutage auch manchen Frauen nicht) zu fegen oder Toiletten zu reinigen.
Und dass es zu einem Arbeitsleben gehört pünktlich aus dem Bett zu kommen, Termine genau einzuhalten.
Selbst ein Frühstück, kennen einige nur aus dem Fernsehen.

Doch die Bundeswehr hat sehr viel mehr geleistet, denn sie bildete in vielen Berufen und Studiengängen aus!
Und auch in der Handwerkskammer ist bekannt, dass die vorgestellten Prüflingen bei ihnen, immer zu den Besten gehörten!
Woran mag das liegen?

Zudem Oldie, schreibst du völlig richtig, dass es zu einer friedfertigen Gesellschaft gehört, diese zu entwaffnen.
Viele gehen bewusst in Sportvereine, damit die Waffe unterm Kopfkissen liegt und nicht verschlossen im Schrank!
Ich kenne zudem einige, denen ich niemals ein Waffe in die Hand geben würde... Sie haben aber den Waffenschein.

Ich würde so weit gehen, dass sogar nur noch spezielle Waffen, also Einzellader mit Minimalkaliber erlaubt wären.
Was darüber hinausgeht, sollte in Polizeihand bleiben.
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moin moin @ all,

Beitrag  patagon am Mi 22 Okt 2014, 10:44

Gestern Abend bei Maischberger ging es um das Thema ISIS.

Darüber berichteten verschieden Journalisten, eine Deutsche, die zum Islam konvertiert war und eine (ausgerechnet!) grüne Politikerin, die sich FÜR militärische Einsätze aussprach.

Es war die interessanteste Diskussion zu diesem Thema, die ich bisher gehört habe.

Einige meiner Überlegungen wurden bestätigt.

Oldy, es ist doch keine Frage, dass Bildung für Meinungsbildung gut ist. Allerdings kann das Wissen über Zusammenhänge auch nach hinten los gehen, wie man sieht.

Auch mir gefällt dein Beitrag zu diesem Thema, Oldy. Ich bleibe aber dabei, es ist zu kurz gegriffen. Das hängt natürlich damit zusammen, dass der Protest eben gerade nicht aus einer einzigen Ursache gespeist ist.

Das ist deswegen so gefährlich, weil z. B. die Amis auch glaubten, dass mehr Gerechtigkeit durch Demokratisierung erreicht werden könnte. So geschah, was üblicherweise geschieht, die Machtverhältnisse wurden einfach umgedreht. Unterdrücker wurden nun zu Unterdrückten gemacht: Sunniten und Schiiten. Mir kommt das vor, wie ein Streit zwischen Katholiken und Protestanten, die sich über Jahrhunderte über das Thema der  unbefleckte Empfängnis erregen.

Durch die Zerschlagung alter Strukturen entstand ein Vakuum und fast der gesamte mittlere Osten ist inzwischen zur Anarchie geworden. Lange genug hat auch die hiesige Presse ständig einseitig Partei ergriffen: "Arabischer Frühling". Jeder gegen Jeden. Und alle gegen Amerika.
Was habe ich noch gelernt? Isis ist nicht Isis. Es gibt nicht eine zentrale Führung nicht ein gemeinsames Ziel. Vielmehr entstehen Bündnisse nach dem Motto, "der Feind meines Feindes ist mein Freund". Auch eine Methode Feindbilder aufzubauen, die nicht nur Amerika lange vorgemacht hat: "Klar, Saddam ist ein Arschloch, aber er ist unser Arschloch".

Ehe ich das alles so ausbreite, schaut euch einfach die Sendung mal an. Ich habe ne Menge erfahren. Wenn ihr anderer Meinung seid, lasst uns darüber reden.

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Schule

Beitrag  patagon am Mi 22 Okt 2014, 11:52

Monete, da sprichst du ein Thema an, das mich brennend interessiert.

Vor ein paar Jahren kam eine junge Frau aus Kroatien nach Deutschland. Sie sprach nur einigermaßen englisch (das hatte sie nebenbei im Fernsehen gelernt, da sämtliche Serien dort im Original mit Untertiteln ausgesendet werden. Offenbar eine vorzügliche Methode um Fremdsprachen zu lernen, jedenfalls mündlich.)  Sie sprach bei ihrer Ankunft überhaupt kein Deutsch.
Ehe sie sich in einem Kurs "Deutsch für Ausländer" anmelden konnte, musste sie erst eine Prüfung ablegen.
Sie nutzte die Zeit mit deutschen Freunden. Natürlich hat sie auch Talent und lernte nebenbei so gut zu sprechen, dass ich sicher war, sie würde in kürzester Zeit ihr Ziel spielend erreichen.

Sie fieberte der Prüfung entgegen, saß dauernd über Büchern und büffelte Grammatik. Sie löcherte ihre deutschen Freunde mit Fragen nach Plusquamperfekt.

Sie suchte eine Arbeit im Hotelgewerbe. Dafür brachte sie sämtliche Voraussetzungen mit, intelligent, fleißig, charmant usw.

Leider schnitt sie bei der Prüfung in Deutsch für Ausländer nicht so gut ab, wie wir alle erwartet hatten. Sie sprach inzwischen fließend und fast akzentfrei deutsch. Sie machte überhaupt keine grammatikalischen Fehler im Gespräch. Warum werden Leute also mit diesem unnötigen Ballast gequält, wenn sie weder in den Literaturbetrieb  noch ins Lehramt wollen.

Warum muss eine ausgezeichnete Krankenschwester sämtliche Grammatikregeln büffeln, die sie in der Praxis nie braucht, denn schließlich spricht ja auch kaum ein Deutscher so.

Das ist es, was mir zuerst mal einfällt, wenn wir über Schule reden. Und nicht nur bei Ausländern. Die Schüler werden mit nutzlosen Informationen zugeballert. Kaum ein Erwachsener, egal wie weit er es gebracht hat und was er alles kann, würde diese Prüfungen noch bestehen.

Das hängt wahrscheinlich mit den Rahmenrichtlinien zusammen, die sich irgendwelche ignoranten Bürokraten ausdenken. Den Grundsatz: "NICHT FÜR DIE SCHULE, FÜR DAS LEBEN LERNEN WIR" haben diese Leute leider nie verinnerlicht.

Aber es gibt Ausnahmen, die wirklich ermutigend sind. Hier in Ffm. gibt es ein Gymnasium, in dem ein Lehrer das Energiesparprogramm zusammen mit seinen Schülern PRAKTISCH in die Tat umgesetzt hat. Sie haben selbst auf dem Dach der Schule eine Solarstromanlage gebaut und inzwischen eine eigene Firma gegründet. Sie machen Gewinne und verkaufen den Strom auch an andere stätische Einrichtungen in der Nähe. Die Schüler machen alles selbst. Sie verhandeln mit Behörden, sie machen PR, Werbung, Vertrieb, wissenschaftliche Studien, sauberen Strom, alles in Eigenregie. Sie sparen der Stadt jährlich zig Tausende an Euro und haben nebenbei etwas Beispielhaftes ausgebaut und wahrscheinlich die eigene Zukunft gesichert.

Ihr Kampfgeist wurde auch trainiert, denn ganz so einfach ließen sich solche "Spinnereien" bei den zuständigen Behörden nicht durchsetzen. lol!

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Ein Gegenmodell

Beitrag  patagon am Mi 22 Okt 2014, 12:43

zu den Frankfurter Stromerzeugern gibt es übrigens auch. In Berlin lernen türkische Kinder in der Schule, wie man Hartz4 Anträge ausfüllt.

Realistisch ist das schon, aber ist es wirklich sinnvoll und ermutigend?

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Patagon

Beitrag  Monete am Mi 22 Okt 2014, 14:22

Da muss ich passen...

Mir sind keine Vorbedingungen, um Deutsch zu lernen, bekannt. Laughing
Es sei denn, man möchte Studiengänge machen, also zu einem Studium zugelassen zu werden.
Das gilt auch für Deutsche, die im Ausland studieren möchten.

Das man in Hauptschulen lernt, wie man Anträge ausfüllt, mag provozierend sein, doch viel mehr Provokation bringt der Staat den Schülern bzw. seinen Bürgern entgegen.
Es ist also dringend nötig.

Ich kenne Fälle wo der Komiker auf dem Amt einer Frau sagt: „Ich glaube, sie wollen gar nicht arbeiten!“
Die zuvor wegen Betriebsschließung entlassen wurde, mit 43 Jahren Arbeitsleistung und nie arbeitslos war. Nur weil sie nach einem Monat, Beschäftigung zu ihrem vorherigen Lohn sucht.

Dazu steht im weder das Recht zu, noch ist das einer Motivation förderlich.

Er macht das, damit er seine Statistik aufbessern kann und weil es eben politisch gewollt ist zu beweisen, dass man mit über 50 noch vermittelt werden kann.
Dass diese Frau dann anschließend in dem Billiglohn landet weil sie dem Druck nicht standhält und natürlich dadurch in die Altersarmut, interessiert weder den Staat noch diesen Büttel.

Der Staat verlangt Rechtstreue und nur Fachleute kennen sich mit Steuererklärungen aus.
Er fabriziert eine Sozialgesetzgebung, wo selbst ein "normaler" Jurist, der nicht auf Sozialrecht spezialisiert ist, nicht alles weiß.

Einkommen gehört aber zum (Über)Leben und soll Schule nicht auf das Leben vorbereiten?

Wenn ich zu sagen hätte, würden die Ämter die Beratung vornehmen müssen. Sie weigern sich jedoch, obwohl das im SGB I drin steht.

Sei also mal froh, dass du den nicht ausfüllen musst.
Da ich auch Hilfestellungen gebe, bin ich trotz Einarbeitung immer erstaunt, auf welche Finessen die Ämter kommen, um eine berechtigte Leistung zu verschleppen oder zu versagen.
Das beweisen auch die unheimlich hohen Zahlen der Klagen vor den Sozialgerichten, die in erschreckender Weise zeigen, wie viele Rechtsbrüche und darüber hinaus Willkür, heute in Deutschland möglich ist.

Der Staat betrachte in dieser Sparte den Bürger als seinen Feind!  

Versuche doch mal zu heiraten, wenn du keinen Wohnsitz hast, weil du z.B. auf eine lange Reise gingst/gehst.
Versuche danach Arbeit zu finden und dich einzugliedern.
Weißt du, ich schimpfe nicht über Asyl, das ist auch ein anderes Thema, doch in diesem Falle wünscht man sich als Deutscher doch richtig, man könnte "Asyl" sagen und alles lief seinen Gang.
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Re: Was ist eigentlich ein Unrechtsstaat

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