Briefe zwischen den Zeiten

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Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  fab Jack am Di 19 Jun 2012, 12:22

das Eingangsposting lautete :

„Die Nellie, eine Hochseeyacht, schwojte um ihren Anker ohne ein Flattern der Segel und lag ruhig da“ – oder „Man nenne mich Ismael“ – vielleicht sollte hier an dieser Stelle erwähnt werden: „Ich bin nicht Stiller“ – nicht zu vergessen: „Mein Name ist Arthur Gordon Pym.“

Die Suche verschiedener Autoren nach dem Herzen der Finsternis, dem Weissen Wal, einem warmen Südkontinent oder der eigenen Identität, die verzweifelte Liebe von Heathcliff und Cathy, die Abenteuer der stolzen Heldin Elizabeth Bennet, die Konfitüren und Geschichten von Georges Sand –

All das Themen verschiedener Korrespondenzen zwischen den Zeiten und Gezeiten.
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Hi Pat...noch vergessen

Beitrag  Gast am Mi 20 Jun 2012, 09:16

Immerhin, die DB bezahlt vielleicht seine Therapien und schafft damit indirekt ein paar Arbeitsplätze für Psychos und Pfaffen.

Und was ist mir den RA, der "Opferindustrie"? Die wollen ja auch alle Geld verdienen....gibt eh zu viele davon...da muß man neue Geschäftsfelder schaffen und manche möchten dann auch mit den ganz Großen in einer Liga spielen.... Wink

In Büchern und Filmen - vornehmlich amerikanischen - lauern die ehrenwerten Juristen schon im Krankenhausflur um den armen Opfern zu helfen und sie natürlich zu retten und ihnen einen angenehmen "Lebnsabend" zu verschaffen...ist ja ihr Recht und deren "Geschäft" lol! und natürlich alles im Namen der Gerechtigkeit und nicht wegen der eigenen Eitelkeit.... Kuß!

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moin moin allerseits

Beitrag  uvondo am Mi 20 Jun 2012, 09:24

und ein kleiner literarischer Verriß i.S. Fußball........

Gedanklich entnommen einem alten Monty Python Sketch........EM Viertelfinale zwischen Griechenland und Deutschland. Es ist Philosophy Football.
Es ist bestes Fußballwetter, das Stadion brechend voll, und die favorisierte Deutsche Mannschaft um ihren Kapitän „Nobby“ Hegel und Superstar Friedrich Nietzsche hatten zuvor England mit dem Mittelfeld Bentham, Locke und Hobbes ausgeschaltet. „Obviously a bit a surprise“ ist für den Reporter, daß Franz Beckenbauer aufläuft, der „Fußball-Philosoph. Als einziger trägt er Trikot, die anderen sind im Anzug oder Frack gekommen.
Während Beckenbauer ein paar Liegestützen macht, betreten die Griechen mit ihren Togas, Stutzen und Fußballschuhen den Platz. Kapitän Sokrates, in der Abwehr räumt Libero Aristoteles auf. Schiedsrichter Konfuzius wirft einen letzten Blick auf seine Sanduhr – Anpfiff. ....Erstmal passiert nichts.
Hegel wendet sich ab und diskutiert mit Nietzsche, Sokrates mit sich selbst. Plötzlich sieht Nietzsche Gelb, er hatte Schiedsrichter Konfuzius bezichtigt, keinen freien Willen zu haben. Als es nach Wiederholungsspiel aussieht, hat Archimedes eine Idee und ruft „Heureka“. Danach geht es ganz schnell. Er schnappt sich den Ball, spielt Doppelpass mit Sokrates, „out to Heraklit, he beats Hegel, rechts raus zu Archimedes, Flanke, Flugkopfball von Sokrates. TOR und die Griechen rasten aus, derweil die Deutschen diskutieren.
Hegel meint aufgebracht, „dass die Realität nur ein a priori Adjunkt der nichtnaturalistischen Ethik sei“, Kant sieht sie gemäß dem kategorischem Imperativ „als ontologisch nur in der Vorstellung als existent“ an, und Karl Marx, eben erst eingewechselt, reklamiert Abseits. Konfuzius aber bleibt stur und pfeift das Spiel ab. „ist all over“ , die Griechen feiern......
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moin, moin, uvo

Beitrag  patagon am Mi 20 Jun 2012, 10:09

Ich denke, dieses Fussballspiel, Deutschland - Griechenland, solltest du unbedingt mit Demo diskutieren. Ich fürchte nur bei solchen Experten, reichen die 90 Minuten nicht aus.

Und was der kleine Nils davon hält, das wäre auch mal spannend zu hören.
Überigens hast du recht, den guten ollen Karl M. als Philosoph (Philosophie gehört ja zu den brotlosen Künsten) ins Rennen zu schicken.


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moin moin pat

Beitrag  uvondo am Mi 20 Jun 2012, 10:18

>>>Deutschland - Griechenland, solltest du unbedingt mit Demo diskutieren<<<
was soll das bringen...er stellt dann wikipedia ins Tor und lässt dort alles abprallen, egal ob Tor oder nicht......
Bei ihm heißt, glaube ich, jeder Spieler wiki...........
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Uvo,

Beitrag  patagon am Mi 20 Jun 2012, 10:27

Demo will sich nur absichern.
Außerdem überlässt er das endgültige Urteil ja so und so den wahrscheinlich zeitweise total überforderten Lesern mit Kopf.


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Re: Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  Gast am Mi 20 Jun 2012, 10:50


Huhu Onkel @Uvo

das Video dazu muss man gesehen haben Very Happy

http://www.captain-trikot.de/deutschland-gegen-griechenland-die-monty-python-fassung/4457

@Onkel Pat


Jetzt hab ich die Biografie von dem Langweiler Scarface Al Capone Sleep gelesen. War ja zum Schluss nicht gerade sehr erfolgreich! Die Flasche ! Rolling Eyes Außerdem hatte er gewisse Charakterschwächen wie Vorurteilslosigkeit, Gastfreundlichkeit, Verlässlichkeit und Fairness. Aber was ich am meisten in der Ausübung seines Berufes vermisse, war die Anwendung der Betonschuhe . Wie langweilig! Sleep

Und da du ja willst, dass ich was Gescheites lese und lerne.....lese ich jetzt Bücher über die COSA NOSTRA und ihre Methoden sunny



Hier noch was Informelles: Very Happy




Der kleine Nils pirat

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Hallo kleiner Nils

Beitrag  uvondo am Mi 20 Jun 2012, 11:01

danke für das Video. Ich habe das zwar auch uralt auf Band, habe das heute in aller früh wieder rausgesucht., nachdem ich einen Zeitungshinweis darauf hatte,.... war schon in Vergessenheit geraten. Die Qualität ist leider nicht mehr so gut (irgendwann von 1970 - 1980.) Ich lache mir nach wie vor einen Ast.....
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lieber, kleiner Nils

Beitrag  patagon am Mi 20 Jun 2012, 11:12

Toll dass du Capone langweilig findest. Das macht mir Hoffnung für wirklichen Fortschritt. Auch deine Analyse seiner "Untugenden" beeindruckt mich schwer.

Trotzdem, mein Klaaner, ich möchte dich nicht zu einem Verbrecher ausbilden. Ich denke auch, dass es ziemlich schnuppe ist, ob du die Methoden der Cosa Nostra, oder der Kirchen, oder der Banken, oder der Politiker, oder der Justiz, der Fifa, oder sonst einer noch so angesehenen Organisation studierst. Im Grunde gibt es Unterschiede nur in der Verpackung. Selbst die Universitäten sind, wie ich mir sagen ließ, nichts weiter als Schlangengruben, in denen sich widerliche giftige Reptilien wälzen.

Und dabei wollen doch alle Menschen nur eines, frei sein und leben wie die Vöglein in der Luft, vom freundlichen Winden getragen, nicht säen müssen, und doch ernten dürfen.

Ich möchte, kleiner Nils, dass du frei und unabhängig leben kannst. Ich möchte, dass du nicht verlernst, dass es dumm und schädlich ist, wenn du deinem Freund, nem Vogel, aus der Patsche hilfst, dass du das auch für dich selbst tust und dass du ihm nicht helfen sollst um ihm die Flügel zu stutzen. Denn dann ist er ja kein freier Vogel mehr.

Bei letztem Vergleich denke ich an die Eurokrise und ich weiß nicht ob du das schon verstehst, was ich damit sagen möchte....

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Der kleine Nils und ich...

Beitrag  fab Jack am Mi 20 Jun 2012, 11:26

... planen eine Show.

Deutschland sucht den Superpiraten!

Nur können wir beide uns nicht einigen, wer den Dieter machen darf. Jetzt, da Nils Al Capones Biographie gelesen hat, ist er bestens mit den dafür nötigen Charakterschwächen wie Fairness, Verlässlichkeit und Vorurteilslosigkeit vertraut. Very Happy

Ich habe mich leider schon disqualifiziert, weil ich derjenige war, der als Franz Beckenbauer verkleidet sich in Uvondos Fussballspiel Deutschland-Griechenland gemischt hat. Ein paar Liegestützen, dann ab auf die Bank zu einem Smalltalk mit Adorno über den Dualismus einer Aufklärung.

Auch stellt sich gebieterisch die Frage, ob eine solche Show nicht kontraproduktiv sei, denn, so wie Patagon ausführt - sollten wir uns vogelfrei von freundlichen oder stürmischen Winden tragen lassen und versuchen, eine wie auch immer geartete Freiheit zu erlangen - natürlich ohne gestutzte Flügel, mit genügend Rum und Schlachterplatte und Lektüre im Gepäck!

Ich mach jetzt mal den hier ...

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Auch wenn heute Sommeranfang ist....

Beitrag  Oldoldman am Mi 20 Jun 2012, 11:36

... so ist es auch eine Tatsache, daß ab jetzt die "Tage" wieder kürzer werden und sich unweigerlich das Jahr dem Ende zuneigt. Der Tag markiert also eine Zeitenwende. Also genau richtig für einen "Brief zwischen den Zeiten". Die schönen warmen Sommertage, die Blütenpracht, die reiche Ernte, die ganze Schönheit ist vergänglich. Und doch, es gibt sie, die Hoffnung:
When I do count the clock that tells the time,
And see the brave day sunk in hideous night;
When I behold the violet past prime,
And sable curls all silvered o'er with white;
When lofty trees I see barren of leaves
Which erst from heat did canopy the herd,
And summer's green all girded up in sheaves
Borne on the bier with white and bristly beard,
Then of thy beauty do I question make
That thou among the wastes of time must go,
Since sweets and beauties do themselves forsake
And die as fast as they see others grow;
And nothing 'gainst Time's scythe can make defence
Save breed, to brave him when he takes thee hence.

________
William Shakespeare, Sonnet 12
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Re: Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  QuoVadis am Mi 20 Jun 2012, 12:14

Oldie,

hier ein wenig Trost "spendiert" von John Donne:

No spring nor summer beauty hath such grace
as I have seen in one autumnal face.

LG, QV
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@ all

Beitrag  Gast am Mi 20 Jun 2012, 12:20

Kuß!

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Sehr geehrter QuoVadis,

Beitrag  fab Jack am Mi 20 Jun 2012, 13:58

Wie ich an anderer Stelle vernahm, haben Sie zur Zeit Schwierigkeiten an Briefpapier zu gelangen, und müssen somit auf Telegramme in all ihrer Kürze zurückgreifen.

Bis Ihnen wieder genügend Schreibutensilien zur Verfügung stehen, behalte ich meine Fragen bezüglich Dostojewskis Namensgebung - ob diese sich auf seine Zeitgenossen bezieht? - im Hinterkopf.

Zur Zeit regnet es hernieder auf das kleine Ruderboot - ich fürchte ein wenig um die schöne Bibliothek und "besorge" uns von daher erst einmal eine






mfG
Jack Sparrow


Zuletzt von Jack Sparrow am Mi 20 Jun 2012, 14:18 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Umbau der Persenning)
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Re: Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  QuoVadis am Mi 20 Jun 2012, 14:09

Werter Captain Jack,

ich bitte Sie darum, das Thema FD aufzuheben - denn äusserst interessant - bis ich nicht mehr gezwungen bin Telegramme zu verschicken und ein ordentliches Briefpapier samt einer schönen Feder zur Verfügung habe.

Der Regen geht vorbei, sagt eine alte Bauernregel...

Meine Gattin bedankt sich für die liebenswerten Grüße und schickt Ihnen viele schöne zurück!

Mit Respect,

QV



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Werter QuoVadis,

Beitrag  fab Jack am Mi 20 Jun 2012, 14:16

Derweil zitiere ich einfach ein bisschen den grossen Lyriker, ebenfalls im Telegrammstil:

"Our doubts are traitors,
And make us lose the good we oft might win
By fearing to attempt."

So, nun jetzt aber - montiere ich das Ding ... Persenning!
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Danke Jack

Beitrag  Gast am Mi 20 Jun 2012, 21:14

für den sonette..
nein so lieben kann ich nicht, und frage mich ob das lieben ist?

Schöne beitragen heute in diesem kleine libertalialand.
Freut mich.

Bin aber selber heute out-mude-kaput.

Also lege ich mich aufm deck, und schaue die sterne, und lass mich von die wellen wiegen.
kein buch-kein bild-kein ton-nur ich und die welt. Und das Universum.
Une petit tête à tête..

Bonne Nuit
et bisous

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Liebe Liesbeth,

Beitrag  fab Jack am Do 21 Jun 2012, 12:02

sossu liiieben wie inn so-neTT nr 88 sollde man nich hicks nixgood wo-isn-die Buddel? Du hasd ein Tête-a-Tête middem Universum -unich letzt Nacht middem Rum - jesst regnet ess immernoch!

Wo'isn die Persennin hin flöten gegangen tüddeldü? Hicks - isch guck jetzt tieeef ins Jlas bis die Sterne kommen!



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Re: Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  QuoVadis am Fr 22 Jun 2012, 10:50

Wiedergeburt

Ein Kunstbarbar mit schlaffer Hand
Befleckt das Bild eines Genies,
Indem er es voll Unverstand
Mit eignen Krakeln überzieht.

Die fremden Farben mit den Jahren
Platzen schuppenwelk herab,
Bis das, was das Genie gestaltet,
In alter Schönheit wieder strahlt.

So muss auch jener Irrtum schwinden,
Der lang schon meine Seele quält,
Bis sich Visionen wiederfinden,
Die rein der erste Tag enthält.

1819

Alexander Sergejewitsch Puschkin

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Terry Pratchett

Beitrag  stringa am Fr 22 Jun 2012, 13:01

Gibts eigentlich Pratchett-Fans in diesem Forum ?
Einer meiner Lieblingsautoren, die Weisheit und Humor miteinander verbinden.

P.S. Falls nicht, bin ich gern bereit mit langen, langen Postings für ihn zu werben Smile .
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Stringa

Beitrag  patagon am Fr 22 Jun 2012, 13:05

Bitte erzähle mal etwas über deinen Lieblingsautor.
Ich habe noch nie on ihm gehört.
LG

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Terry Pratchett

Beitrag  stringa am Fr 22 Jun 2012, 14:56

Also, Pratchett ist hauptsächlich als Fantasy-Autor verortet, Herkunft britisch, aber er ist wirklich sehr viel mehr.
Er schreibt vordergründig Fantasy-Märchen über die sogenannte Scheibenwelt, eine Welt, die ganz flach ist, auf dem Rücken von 4 Elefanten ruht, die von einer Schildkröte durch den Weltraum getragen werden.
Klingt natürlich total spinnerhaft.
Diese Welt ist, wie sich das für Märchen gehört, auch magisch besetzt.
Ins Gewand dieser Märchen kleidet er Erklärungen zu Mythos und Religionen, Soziologie, Biologie, Gesellschaft, Geschichte, Literatur und was weiß ich noch nicht allem.

Es gibt drei Themenbereiche, einmal die Stadt Ankh-Morpork, die in etwa dem London der viktorianischen Zeit entspricht. Dort gibt es einen Herrscher den "Patrizier", von dem ich selbst gern regiert werden würde, absolut illusionslos, pragmatisch, zynisch und nur auf das "Funktionieren" der Stadt bedacht, und gerissen genug, dies auch durchzusetzen.
Dort ist auch der Polizeichef "Captain Vimes" zuhause, der Gegenpart des Patriziers, weil er an den Ungerechtigkeiten der Welt leidet und sich ständig mit einer (seiner) Moral im Widerspruch befindet.
Die Stadt ist bevölkert von ganz unterschiedlichen Rassen, Menschen, Zwergen, Trollen, Untoten, die wie in einem Spiegelbild unserer Gesellschaft dort natürlich ihre Rassenkonflikte austragen müssen.
Und das Ganze mit skurrilen Figuren aus besagten Rassen ausgeschmückt und so erzählt, daß man sich kringelt vor Lachen.

Der zweite große Themenbereich spielt in einem Bergland in winzigen Dörfern (entspricht etwa dem heutigen Wales). Dort herrschen die Hexen, allen voran Granny Wetherwax. Ich bin fest überzeugt, daß er, Terry Pratchett, hier seine eigene Großmutter gezeichnet hat, die alles weiß, alles kann und der Meinung ist, daß die wahre Magie darin besteht, sie nicht auszuüben. Ich bin selbst in einem Dorf aufgewachsen und habe noch niemals eine so überzeugende Darstellung des Landlebens gelesen. Ganz großartig !

Ein weiterer Teil seiner Romane beschäftigt sich mit Tod. "Tod" als Person, wohlgemerkt. Er entspricht etwa einem zivilisierten englischen Gentleman der Vorkriegszeit, hat im Verlauf seiner Tätigkeit zwar seinen Umhang und die Sense nicht abgelegt, hat aber immer mehr Interesse am Mensch-Sein genommen und ist so beschrieben, daß ich nur hoffen kann, Herr Pratchett hat ihn richtig hinbekommen. Sterben hätte dann keine Schrecken mehr.

Es gibt zuguterletzt noch eine Reihe von Romanen, die sich mit dem Anti-Helden Rincewind befassen, ein absolut unbegabter Zauberer, der durch sämtliche Zauberprüfungen der Unsichtbaren Universität gefallen ist und leider ständig in lebensgefährliche Abenteuer verstrickt wird, aus denen er nur mit unaufhörlicher Flucht und seiner Fremdsprachen-Kenntnis (er kann in 40 Sprachen "Hilfe" rufen) entkommt.

Wie gesagt, der Reiz dieser ca 40 Bücher besteht darin, daß die ganze Welt, wie wir sie kennen, in einer so unterhaltsamen Weise abgebildet ist, wie ich es vorher noch niemals bei einem Autor erlebt habe.

Zusätzlich gibt es noch 3 Sachbücher über die Geschichte der Wissenschaft, die Geschichte des Lebens, und die Geschichte der Religionen, die ebenfalls ein bißchen verkleidet alles bieten, was das Laienherz sich nur wünschen kann.

Leider ist Herrn Pratchett so etwa das Schlimmste passiert, was sich ein Autor dieser Größenordnung nur vorstellen kann, er ist an Alzheimer erkrankt.
Falls es die oder auch nur einen Gott gibt, so ist dies wirklich ein ganz böser Witz. Aber zuzutrauen wäre es ihnen (sagt Terry Pratchett selbst, und ich glaube ihm)
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Sehr geehrte Stringa!

Beitrag  fab Jack am Fr 22 Jun 2012, 15:47

Ich bin begeistert von Ihrer Präsentation eines Autoren, von dem ich bisher noch nie etwas gehört habe. Ich meide meist Fantasyromane - da scheint es in mir ein unabänderliches Vorurteil gegeben zu haben, welches mich in meiner Bibliothek vor solchen Werken immer nur die Nase rümpfen liess, schulterzuckend weiter gehend und mich lieber um Navigation scherend als um die Tatsache, dass die Welt letzten Endes doch eine Scheibe sei!

Getragen auf vier Elefanten, die selbst auf dem Rücken einer Schildkröte!



Mich erinnerte dieses Bild an die fantastische filmische Odyssee in die Cartier Welt!





Ich werde mich wohl zuerst für den Antihelden Rincewind entscheiden, denn "Hilfe" in 40 verschiedenen Sprachen rufen können scheint mir ein erstrebenswertes Ziel.

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Terry Pratchett 2

Beitrag  stringa am Sa 23 Jun 2012, 10:12

Noch ein wichtiger Nachtrag.
Dieser Autor sollte, eigentlich muß, in der Originalsprache gelesen werden. Er schreibt ein trügerisch einfaches Englisch, das meiner Meinung nach unübersetzbar ist. Simpelste Grammatik, verbunden mit Vokabeln der klassischen englischen Hochsprache, und mit Namen und Buchtiteln, die bei der Übersetzung ins Deutsche den größten Teil ihrer Komik verlieren.

A propos Komik. Da ich im anderen Strang grade etwas an bzw. über Bella schrieb, ist mir zum erstenmal aufgefallen, wie es mit ihrem Humor bestellt ist. Sie hat keinen.
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Doch doch

Beitrag  Gast am Sa 23 Jun 2012, 10:33

String, humor hat sie schon.
Es problem ist sie ist nicht fähig zu selbstkritik, also teilt sie pausenlos aus. Einstecken kann sie nicht.
Also findet sie witze uber andere, möglichst sehr schwarz, sehr hilarisch.
Und wenn man uber sie lacht, oder sie ins lächerliche zieht, dan findet sie das niveaulos.
c'est tout.

Uber das buch, es gabe da noch ein fantasyschriftsteller, ich weisse nicht mehr wie der hiess Clive quelquechose, der hat ein buch uber ein welt in ein Teppich geschrieben, es tönt ähnlich, ich suche das mal auf. Habe ich fur sehr lange zeit (20 jahre oderso) mal gelesen und hat mir sehr gefallen.

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Re: Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  Gast am Sa 23 Jun 2012, 10:38

liesbeth schrieb:String, humor hat sie schon.
Es problem ist sie ist nicht fähig zu selbstkritik, also teilt sie pausenlos aus. Einstecken kann sie nicht.
Also findet sie witze uber andere, möglichst sehr schwarz, sehr hilarisch.
Und wenn man uber sie lacht, oder sie ins lächerliche zieht, dan findet sie das niveaulos.
c'est tout.

Uber das buch, es gabe da noch ein fantasyschriftsteller, ich weisse nicht mehr wie der hiess Clive quelquechose, der hat ein buch uber ein welt in ein Teppich geschrieben, es tönt ähnlich, ich suche das mal auf. Habe ich fur sehr lange zeit (20 jahre oderso) mal gelesen und hat mir sehr gefallen.

Ich glaube, das war Clive Barker? Ich habe einiges an Fantasy gelesen, mich dann aber dem Sci-Fi-Genre und dem Horror zugewandt.

Uuups - doch nicht Barker, ich habe das Buch aber noch irgendwo.

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Re: Briefe zwischen den Zeiten

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