Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

Seite 9 von 9 Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

Beitrag  stringa am Di 03 Jul 2012, 21:07

das Eingangsposting lautete :

Twisted Evil
Seit ich hier mitgelesen habe, sind außer Herrn Kachelmann, Herrn Guttenberg, Herrn Wulff und natürlich den diversen inner- und außerparteilichen Forenkriegen ja durchaus auch manchmal Politik- und Wirtschaftsthemen gestreift worden, nur zur Euro- bzw. Weltfinanz-Krise erinnere ich doch ziemlich wenig.

Ist natürlich auch ein bißchen sperrig und vor allem gut geeignet, ganz schnell neue Fronten zu bilden. Sad

Ich versuchs trotzdem mal.

Können die Summen, die in den Medien so ganz nonchalant kursieren, wirklich von Deutschland aufgebracht werden?

Ist die Handtasche von Angela Merkel wirklich so groß ?

Muß ich Angst haben vorm großen Crash und der Endzeit ? (Gut, wir haben hinterm Wochenendhaus noch ein Stück Brachland, wo ich Kartoffeln pflanzen könnte)

Oder spielt sich alles nur in den Bilanzen der Staatshaushalte bzw. der Banken ab?

Fragen über Fragen, und ich wäre auf eure Antworten gespannt.

avatar
stringa

Anzahl der Beiträge : 1646
Anmeldedatum : 22.06.12

Nach oben Nach unten


Moin,moin zurück

Beitrag  stringa am Mi 03 Apr 2013, 11:11

zu Zypern mag ich schon gar nichts mehr schreiben.

Wir laufen auf eine Transfer-Union im Vereinten Europa zu und an den Verhältnissen im Mittelmeerraum wird sich nichts, aber auch gar nichts ändern. Warum auch, die wissen ebenfalls, daß sie auf eine Transfer-Union zulaufen und rächen sich für die Hilfe, die man ihren maroden Regierungen angedeihen läßt, mit Stänkereien.

Man sollte mit armen Verwandten, auch wenn sie zur Familie gehören, nicht in einem Haus wohnen, das bietet Stoff für jede Menge Dramen, wie man aus der Literatur weiß.

Und genau das scheint uns bevor zu stehen.
avatar
stringa

Anzahl der Beiträge : 1646
Anmeldedatum : 22.06.12

Nach oben Nach unten

hi stringa.... jetzt kommt es darauf an...

Beitrag  uvondo am Mi 03 Apr 2013, 11:46

was Du unter einer Transfer-Union verstehst. Ich melde mich gleich zurück.....einer meiner anderen Rechner erklärt mir gerade, daß ich mich melden soll. Bis gleich......
avatar
uvondo

Anzahl der Beiträge : 1610
Anmeldedatum : 13.06.12

Nach oben Nach unten

Aber Uvondo,

Beitrag  stringa am Mi 03 Apr 2013, 12:15

genau das, was es ist, ein vereinigtes Europa, in dem der Norden mehr oder weniger prosperiert und die schwächeren Länder durch Ausgleichszahlungen mit durchfüttert. Wir leben ja schließlich in der Bundesrepublik auch in einer Art Transfer-Union, oder glaubst du, Brandenburg oder MacPomm könnten selbstständig existieren, von Berlin ganz zu schweigen.

So etwas findet schließlich in jedem Staat statt, daß die ärmeren Gegenden davon profitieren, daß es wohlhabendere gibt.

Galicien oder das Baskenland würden ohne Zuschüsse aus Madrid auch nicht selbstständig überleben können.

Ist ja auch in Ordnung so. Aber ein Vereintes Europa , ich bin nicht sicher, ob mir so etwas gefällt, bzw. ob das gut gehen kann. Sicher, wir haben kulturelle Unterschiede und pekuniäre auch hier in Deutschland und trotzdem klappt es irgendwie.

Aber die Unterschiede und das Gefälle zwischen den Ländern des künftigen Europas sind denn doch noch um einiges gravierender. Und ich sehe vor allem die ungeheure Last, die durch die ärmeren Länder den wohlhabenderen aufgebürdet wird. Ich hab nur vom Mittelmeer-Raum gesprochen, aber da gibt es ja auch noch die ganzen Ostländer, mit so Problemfällen wie Rumänien z. B.

Ich sehe da in eine ziemlich dunkle grau-schwarze Zukunft.
avatar
stringa

Anzahl der Beiträge : 1646
Anmeldedatum : 22.06.12

Nach oben Nach unten

Ich nicht!

Beitrag  Lobelie am Mi 03 Apr 2013, 13:17

Denn von den angeblichen Transfers lebt wer? Genau, die BRD, die ja schließlich Kunden braucht, wenn sie Exportüberschüsse produziert. Bis jetzt haben die Deutschen an den Stützungsaktionen bestens verdient. Denn eigentlich werden nicht die "armen" Länder gestützt, sondern deren Gläubiger. Und da sind die Deutschen dank Exportüberschuß und Geldanlagen immer mit dabei.

Ganz abgesehen davon: wenn die Anleger merken, daß Europa wirtschaftlich zusammenhält, wird auch wieder in Euro angelegt - und davon profitieren dann alle, und manche wiederum etwas mehr als andere. Nämlich wir.

So kann man es auch betrachten.
avatar
Lobelie

Anzahl der Beiträge : 2568
Anmeldedatum : 14.06.12

Nach oben Nach unten

Moin, Lobelie

Beitrag  stringa am Mi 03 Apr 2013, 14:36

ich stelle mal die "spitze" Frage: WER hat in Deutschland gut verdient? Man sollte das vielleicht doch bei dem Satz, den ich natürlich auch überall lese (Deutschland verdient bestens am Euro) etwas genauer spezifizieren.

Ich bin jetzt alt genug, um den Unterschied zwischen früher und heute zu erkennen und zu bewerten, und es läuft darauf hinaus, daß eine immer kleiner werdende Oberschicht immer mehr verdient und eine immer größer werdende Schicht aus der mittleren Ebene nach unten rutscht und irgendwann auf Grundversorgung angewiesen sein wird. Herr Huxley hat schon wirkliche seherische Fähigkeiten mit seiner "Brave new world" bewiesen.

Daß es kaum noch echte Lebensplanung bei der jüngeren Generation gibt, mag man unter dem Gesichtspunkt, "na ja, die sind halt auf alles gefaßt, also nicht mehr so festgelegt", grade noch als positiv bewerten, aber stabile Verhältnisse in einer Gesellschaft sehen anders aus.

Und wohin eine unstabile Gesellschaft abdriften könnte, der Himmel mags wissen, ich selbst wills gar nicht.

'Tschuldigung, daß ich wieder mit meiner Skepsis daherkomme, ich bin ja sonst auch eher von gelassener Gemütsart, aber manches kann ich eben nicht so gelassen lesen.

Außerdem ist bestimmt das Wetter schuld, wenn ich hier aus dem Fenster sehe, könnte es trostloser nicht aussehen, grau, unter Null, und nicht ein Hauch von Grün irgendwo.
avatar
stringa

Anzahl der Beiträge : 1646
Anmeldedatum : 22.06.12

Nach oben Nach unten

GENAU Lobelie......

Beitrag  uvondo am Mi 03 Apr 2013, 14:47

über 2 (i.W. ZWEI) Punkte hat hier noch niemand nachgedacht. Den EURO gibt es nicht erst seit 2002/3 sondern auf dem Papier schon ca. 10 Jahre länger. Die Weltwirtschaft rechnet schon seit ca. 1990 in Dollar und Euro ab. Das bare "Geld" wurde erst viel später für uns europäischen Bürger eingeführt.

UND jetzt kümmets, ich hatte schon mal am Rande darauf hingewiesen, .... wenn Deutschland Waren verkauft, gibt es kein Bargeld, sondern es wird Ware gegen Ware getauscht. Nicht mit dem einzelnen Käufer, sondern mit den Ländern untereinander. Gedeckelt wird das alles durch Bankengarantien. (bitte über Bankenpleiten gesondert nachdenken) Also hat Deutschland immer mehr Überschüsse, weil es mehr ausführt als es importiert. Die anderen Länder bleiben also ewig etwas schuldig.....Klingelts langsam???????........ Genau das ist die "Weisheit" die man dem Normalbürger nicht erklären kann und will. Das ist etwas mehr als das kleine 1x1 der Mathematik des Wirtschaftsdenkens...... Ich für mich habe das begriffen, weiß aber auch nie richtig wie ich das anderen verständlich erklären soll. Deswegen kommen da von mir auch immer nur Bruchstücke rüber, denn das kann man (glaube ich zumindest) nicht in einem Forum intensiv erklären, zumal da von anderen Seiten immer ungläubige "Einwürfe" kommen. Aber bei gezielten Fragen werde ich es künftig versuchen.
avatar
uvondo

Anzahl der Beiträge : 1610
Anmeldedatum : 13.06.12

Nach oben Nach unten

@uvondo: dann fangen wir doch mal an...

Beitrag  Oldoldman am Mi 03 Apr 2013, 16:27

Der Vorläufer des Euro, eine Art gemeinsamer Währung war der / die ECU (European Currency Unit; ECU ist aber auch die Bezeichnung für eine alte französische Münze).
Der / die ECU war sog. Buchgeld, es gab - von wenigen Ausnahmen abgesehen - also keine Münzen und Scheine. Man konnte allerdings Überweisungen in ECU ausführen, Reiseschecks in ECU kaufen und in einigen Ländern wurden Anleihen in ECU angeboten. Eingeführt wurde diese Währung am 1.1.1981.
Aber auch dafür gab es einen Vorläufer (ab Anfang der 70er): die europäische Rechnungseinheit.

Der Sinn dieser Einheiten bestand zunächst darin, Wechselkursschwankungen der einzelnen europäischen Währungen untereinander und im Verhältnis zu anderen, außereuropäischen Währungen in Grenzen zu halten.

vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Rechnungseinheit
und: http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_W%C3%A4hrungseinheit

Der Trick bestand, wenn ich es recht verstanden habe, darin, eine Währungseinheit zu bilden, bei deren Umrechnung in die jeweilige Landeswährung das Kursrisiko möglichst gering war. Daher wurde ein Topf aus den 12 "besten" Währungen der EG gebildet, wobei für die Gewichtung der einzelnen Währungen volkswirtschaftliche Daten benutzt wurden. Der Umtauschkurs von ECU in nationale Währung war nicht mehr vom Tageskurs an der Börse abhängig, sondern vom Wertanteil der nationalen Währung am "ECU-Topf". Der war zwar auch noch schwankend, aber in einem weit geringerem Maß als bei Kursen im allgemeinen Devisenhandel.

Bei Einführung des Euro wurde dann der / die ECU im Verhältnis 1 : 1 in Euro umgetauscht.

Soweit die dumpfe Erinnerung an Schulwissen und spätere Ergänzungen durch Zeitungslektüre...
avatar
Oldoldman

Anzahl der Beiträge : 1064
Anmeldedatum : 06.06.12
Alter : 58
Ort : Hoch im Norden...

Nach oben Nach unten

Also gibt es doch mehr Wissen hier.....Hi Oldy

Beitrag  uvondo am Mi 03 Apr 2013, 16:44

Ich bin mir beim ECU auch nicht ganz sicher, aber er/sie sprach sich ECÜ aus, also französisch in Anlehnung an die alte französische Münze. Damit der Leser ohne Kopf im weltweiten Internet dann auch mitbekommt worüber wir hier reden werden, sollten wir hier klein, ohne große Welterklärungen (auf die man später zurückgreifen kann) auskommen, dann haben wir endlich mal ein Thema, daß (so hoffe ich) endlich auch andere weltweite Leser interessiert. Und ich hoffe, daß nicht soviel wiki dabei ist. Du kennst ja meine Meinung über dieses halbwissende Lexicon für Dummchen......... Also, für mich ist heute hier Feierabend (es ist 16.45UHR), morgen früh geht es weiter.
avatar
uvondo

Anzahl der Beiträge : 1610
Anmeldedatum : 13.06.12

Nach oben Nach unten

Frauen und Geld

Beitrag  Die Rechtanwaeldin am Do 04 Apr 2013, 19:04

Geschlechter

Bundesbank: Die größten Zocker unter den Bankern sind Frauen
Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 04.04.13, 00:25 | Aktualisiert: 04.04.13, 01:34 | 17 Kommentare

Die Bundesbank räumt mit dem Vorurteil auf, dass Frauen weniger zum Zocken neigen als Männer: Gelangen sie bei einer Bank erst einmal in eine verantwortliche Position, gehen Bankerinnen sogar noch höhere Risiken als Männer, so eine Studie der BuBa.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/04/bundesbank-die-groessten-zocker-unter-den-bankern-sind-frauen/
avatar
Die Rechtanwaeldin

Anzahl der Beiträge : 583
Anmeldedatum : 22.06.12

http://www.jurablogs.com/blogs/die-rechtsanwaeldin

Nach oben Nach unten

Offshore-Leaks

Beitrag  stringa am Fr 05 Apr 2013, 12:52

Habe mal kurz in der Süddeutschen gestöbert, und ja, ich gönne der Süddeutschen die Mehrverkaufszahlen, die sie durch diese Serie zu erlangen hoffen, aber ich meine: Sind wir hier im Kindergarten !!!
Da wird etwas als große sensationelle Enthüllung gepriesen, was jeder doch schon immer wußte, die Presse ja nun schon allemal.
Da sitzen die seit fast einem Jahr auf den Daten und - ja, was eigentlich, was haben die in den 9 Monaten damit getan? Sie ausgebrütet? Braucht eine Medienkampagne genau wie der Mensch 9 Monate, bis er fertig ist ? Very Happy
Wirklich strafelevante Fakten scheinen ja nicht dabei rausgekommen zu sein, wenn jetzt schon Gunter Sachs, der ja doch nicht mehr aktiv an der Sache beteiligt ist, dafür herhalten muß, generelle Betroffenheit und Entrüstung zu genuieren.
Wie der Staatssekretär gestern bei Frau Illner sagte, auf die Frage, warum die Politiker nicht einheitlich dagegen vorgehen: Lobbyismus eben.
Er stellte das so nebenbei fest, wie unsereiner feststellt, daß es im Winter schneit, und das - genau das ist doch der eigentliche Skandal.
Das wir uns an die Verhältnisse so gewöhnt haben, daß es immer nur zu einem kurzfristigen Aufschrei reicht, gefolgt von Achselzucken, weil ja nicht wirklich etwas dagegen unternommen werden kann.
Wohlgemerkt, ich schreie auch bei dieser Feststellung nicht auf, denn ich glaube, für die Änderung globaler Verhältnisse haben wir noch einen langen Weg zu gehen, und ich werde ihn mit Sicherheit nicht mehr erleben.
avatar
stringa

Anzahl der Beiträge : 1646
Anmeldedatum : 22.06.12

Nach oben Nach unten

hi stringa

Beitrag  uvondo am Fr 05 Apr 2013, 13:12

das werden wir sicherlich alle nicht mehr erleben, der Grund für Steuerflucht ist ganz menschlich. Solange weltweit Politiker und ihre Erfüllungsgehilfen nicht vernünftig mit dem Geld ihrer Steuerzahler umgeht, und das Geld auch weiterhin nach dem Gießkannenprinzip an die verschiedensten Ministerien und deren Unterabteilungen unkontrolliert verteilt wird, sehen Großverdiener auch nicht ein, ihr teuer erarbeitetes Geld dem Staat (den Staaten) in den Rachen zu werfen. UND wie schon Lobelie die alte Weisheit erwähnte...Kapital ist ein scheues Reh, usw. .......wird Geld immer dorthin gehen, wo es sich am sichersten fühlt. Man kann nicht immer nur dem Kapitalismus auf die Finger kloppen, und selbst sich genauso unanständig verhalten. Da sollen doch die Regierungen und ihre Vertreter, bis hinunter in die kleinsten kommunalen Abteilungen mal den Anfang machen und mit gutem Beispiel vorangehen. Aber dazu sind die Damen und Herren zu bequem, daß heißt nämlich ARBEITEN und sich nicht den Arsch am Schreibtisch breitsitzen, oder mal eben ein Flugzeug mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik beladen, um die halbe Welt fliegen, um dann irgendwo weitab der Zivilisation Beratungen durchzuführen. Das können die hier auch haben, allerdings preisgünstiger, und es kostet damit den Steuerzahler weniger.......(ich weiß, vielleicht etwas überspitzt, aber genauso verhalten die sich)
avatar
uvondo

Anzahl der Beiträge : 1610
Anmeldedatum : 13.06.12

Nach oben Nach unten

Na toll, die SZ beruft sich auf Pressefreiheit

Beitrag  stringa am Fr 05 Apr 2013, 19:10

"....Am Donnerstag bat Finanzminister Wolfgang Schäuble über einen Sprecher die Medien, also auch die Süddeutsche Zeitung, die Daten den zuständigen Behörden zu übergeben. Dieser Bitte kann, darf und wird die Süddeutsche Zeitung nicht nachkommen. Von der Pressefreiheit ist die Beschaffung der Information geschützt. Zur Pressefreiheit gehört es, dass die Informanten der Presse vom Redaktionsgeheimnis geschützt werden und geschützt bleiben. Eine Weitergabe der Daten an Ermittlungsbehörden würde diesen Schutz gefährden und weitere Recherchen in Frage stellen. Die Presse ist kein Hilfsorgan der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder der Steuerfahndung. Würde sie diese Rolle einnehmen, könnte sie ihren ureigenen Aufgaben - für die es das Grundrecht der Pressefreiheit gibt - nicht mehr nachkommen...."

http://www.sueddeutsche.de/kolumne/in-eigener-sache-warum-die-sz-die-offshore-daten-nicht-dem-staat-geben-wird-1.1641240

Das find ich ja ganz besonders typisch für Medien. Zuerst einen Riesen-Rummel veranstalten, möglichst noch mit Forderungen an die Politiker, die Justiz oder die Gesellschaft, doch aktiv zu werden, aber wenns denn zur Sache gehen soll, sich dezent zurückhalten.

Da ich mir ziemlich sicher bin, daß bei dieser ganzen Geschichte nichts Strafwürdiges herauskommen wird, machts ja Gott sei Dank auch nicht so viel aus, daß die SZ mauert, aber dreist finde ich's doch.
avatar
stringa

Anzahl der Beiträge : 1646
Anmeldedatum : 22.06.12

Nach oben Nach unten

Und wieder eine herrenlose Sau, die durchs Dorf läuft

Beitrag  stringa am Mo 08 Apr 2013, 10:40

Gestern abend bei Günter Jauch eine Debatte über - ja, was eigentlich? Über die moralische Verwerflichkeit, sein Geld in Steuer-Oasen unterzubringen? Über die nichtvorhandene Strafbarkeit dieser Aktion? Über das Versagen von deutschen Politikern, die ja sicherlich ganz leicht in die Gesetzgebung der Cayman-Inseln hätten eingreifen können, wenn sie nur gewollt hätten Very Happy ?
Über den Fakt, daß man nichts, aber auch gar nichts tun kann, es sei denn, wir hätten eine Weltregierung, und zwar eine rigide?

Ich habe selten eine Talkshow gesehen, die so unklar in ihrer Zielrichtung war. Der Spiegel, sonst nicht eine meiner Lieblingslektüren bringts auf den Punkt:


"Wie bitte? Es hat Sie nicht so richtig vom Hocker gehauen, dass Gunter Sachs - Friede seiner Seele - ein anonymes Scheinfirmengeflecht auf den Cook-Inseln gegründet hat? Dass die Tochter des philippinischen Diktators Marcos und die Söhne des kolumbianischen Ex-Präsidenten Uribe auf den Virgin Islands unternehmerisch - ähm - tätig sind? Dass man mit panamaischen Trusts und Schweizer Nummernkonten prima Drogen- oder Waffenschmuggel-Geld waschen kann: Das haben Sie auch schon gewusst?

Dann geht's Ihnen wie mir. Warum aus 260 Gigabyte Offshore-Leaks -Daten bloß die Verschleierungstricks verstorbener Playboys und kleptokratischer Früchtchen rauszuholen sein sollen, macht mich ein wenig ratlos. Mich hätte zum Beispiel mal brennend interessiert, welche Steuersparmodelle, sagen wir mal, ein erfolgreicher Talkmoderator bevorzugt. Oder vielleicht der Intendant eines öffentlich-rechtlichen Senders. Gibt es auch ganz normale deutsche Politiker, CEOs oder Firmenerben in den Offshore-Steuerparadiesen? Kommt da noch was in der Richtung?..."

http://www.spiegel.de/kultur/tv/guenther-jauch-tv-debatte-um-offshore-leaks-a-893026.html#spCommentsBoxPager

Ja, ich hätte auch gern gewußt, wie Herr Jauch seine Steuern bezahlt, in welche Fonds er sein Verdientes steckt, und welche Bank seine Berater stellt.
Bevor ich mich moralisch ereifere (und nichts anderes konnte bei dieser Sendung herauskommen) muß ich erstmal das Recht dazu haben.
Er müßte es ja noch nicht mal völlig öffentlich machen, es würde völlig reichen, wenn er glaubhaft machen könnte, daß er keine Gelder im Ausland hat, und Frau Wagenknecht bittet, dies zu überprüfen und in Ordnung zu befinden Twisted Evil Very Happy

Wahrscheinlich war Neid, mal abgesehen von den Zwängen der öffentlichen Meinungsmache, der Grund für die Sendung, denn neidisch wird die ganze Medienhorde auf SZ und NDR sein.
Was für eine Machtposition, welch eine Liste von erpressbaren reichen oder prominenten Opfern da eine gütige Hand in den Schoß der SZ und des NDR geworfen hat.

Tut mir ja echt leid, daß ich immer auf so schlechte Gedanken komme Evil or Very Mad Twisted Evil
avatar
stringa

Anzahl der Beiträge : 1646
Anmeldedatum : 22.06.12

Nach oben Nach unten

Ich halte es für möglich,

Beitrag  Lobelie am Mo 08 Apr 2013, 16:25

solche Steueroasen durch nationale Gesetzgebung auszutrocknen: als Firmensitz darf nur der Ort anerkannt werden, an dem tatsächliche Leistungen erbracht werden. Dann ist es Schluß mit der Geltendmachung von leistungslosen Beraterhonoraren aus Panama oder sonstwoher, die hier von der Steuer abgesetzt werden.

Außerdem sollten solche Vermögende, die ihr Geld hinter tausend verschachtelten Konstruktionen verstecken, doch bitte auch mal an die Erben denken, die das Geld womöglich auch nicht wiederfinden (und nicht nur der Staat ). Very Happy


Solche blöden #aufschrei-Sendungen sehe ich mir gar nicht mehr an. Da wird sich kurz empört und das war's dann.

Der gute Herr Jauch - wie kannst du ihn nur so angehen? Der spendet doch soviel... Sad

avatar
Lobelie

Anzahl der Beiträge : 2568
Anmeldedatum : 14.06.12

Nach oben Nach unten

Als ob mans nicht gewußt hätte

Beitrag  stringa am Fr 12 Apr 2013, 09:52

Zypern braucht doch noch ein winziges bißchen mehr Hilfsgelder.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-04/euro-finanzminister-zypern-hilfspaket?commentstart=9#comments

Und - zumindest auf dem Papier - wird das natürlich nur von Zypern selbst aufgebracht. Im Ernst, die Buchhalter des ESM müssen wahre Künstler sein.

Interessant sind beim Artikel die Kommentare 7 und 13. Da liegen also in Zypern riesige Geldsummen rum, mehr als in Deutschland, und die Zyprioten und die Regierung haben keins.

Eine Situation, die an Absurdität nicht mehr zu überbieten ist drunken
avatar
stringa

Anzahl der Beiträge : 1646
Anmeldedatum : 22.06.12

Nach oben Nach unten

Weil es ohne Spardiktate

Beitrag  Lobelie am Fr 12 Apr 2013, 10:04

kein Geld von EU oder IWF gibt, ist es doch klar, daß die Schulden eines Landes immer größer werden: die Mehrheit des Volkes wird ausgepreßt, es wird nicht mehr viel konsumiert, die Wirtschaft bricht ein, der Staat kassiert weniger Steuern, muß noch mehr sparen, und so geht die Spirale nach unten.

Warum dieses Spiel trotzdem, gerade durch Deutschland, getrieben wird, ist mir unerfindlich.

avatar
Lobelie

Anzahl der Beiträge : 2568
Anmeldedatum : 14.06.12

Nach oben Nach unten

Re: Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

Beitrag  Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Seite 9 von 9 Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten