Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

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Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

Beitrag  stringa am Di 03 Jul 2012, 21:07

das Eingangsposting lautete :

Twisted Evil
Seit ich hier mitgelesen habe, sind außer Herrn Kachelmann, Herrn Guttenberg, Herrn Wulff und natürlich den diversen inner- und außerparteilichen Forenkriegen ja durchaus auch manchmal Politik- und Wirtschaftsthemen gestreift worden, nur zur Euro- bzw. Weltfinanz-Krise erinnere ich doch ziemlich wenig.

Ist natürlich auch ein bißchen sperrig und vor allem gut geeignet, ganz schnell neue Fronten zu bilden. Sad

Ich versuchs trotzdem mal.

Können die Summen, die in den Medien so ganz nonchalant kursieren, wirklich von Deutschland aufgebracht werden?

Ist die Handtasche von Angela Merkel wirklich so groß ?

Muß ich Angst haben vorm großen Crash und der Endzeit ? (Gut, wir haben hinterm Wochenendhaus noch ein Stück Brachland, wo ich Kartoffeln pflanzen könnte)

Oder spielt sich alles nur in den Bilanzen der Staatshaushalte bzw. der Banken ab?

Fragen über Fragen, und ich wäre auf eure Antworten gespannt.

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stringa

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Guten Morgen Freizeit: Andreas Popp & Rico Albrecht schon gelesen und verstanden ...?

Beitrag  Gast_0007 am Fr 13 Jul 2012, 07:30

Was ist Danistakratie? Fühlt sich uvondo da zu Hause ...?

Plan B

Revolution des Systems für eine tatsächliche Neuordnung
von Andreas Popp und Rico Albrecht
...
Seite 5:

... Diesem System gaben wir von der Wissensmanufaktur den Namen Danistakratie, was man grob als „Herrschaft des Wuchers“ übersetzen kann.

Danista (Latein) bedeutet Wucher, wuchern, Wucherung. Diese Bezeichnung trifft für das bestehende sozialökonomische System in mehrfacher Hinsicht zu. Eine exponentielle Wachstumsfunktion folgt aus dem Zinseszinseffekt, der in unser Geldsystem eingebaut ist. Schulden und Guthaben wachsen – also wuchern – immer weiter und immer schneller. Das System selbst verhält sich wie eine Wucherung und wuchert unersättlich. Aber auch innerhalb des Systems wird gewuchert, und zwar in Form von Zinswucher. Mit Zinswucher sind nicht nur Wucherzinsen gemeint, sondern jeder Zinssatz oberhalb von Null, egal wie klein er auch sein mag, denn aus Sicht der Mathematik bestimmt die Höhe des Zinssatzes lediglich die Zeitskale, auf der die ökonomischen und ethisch verwerflichen Erscheinungen auftreten. Des Weiteren wuchert es aber auch in den Menschen, denn an den Folgen dieses Systems leiden wir alle, was auch zu inneren Wucherungen führen kann.

Die Danistakratie äußert sich zum einen in der Geisteshaltung des unersättlichen Strebens nach immer mehr materiellem Reichtum. Dieses Streben geht mit einem Niedergang von Kultur, Sitte und Moral einher, wodurch sich diese Entwicklung sogar noch selbst verstärkt. Die Danistakratie ist zum anderen in einer internationalen Geldmacht verkörpert, die allen Staaten übergeordnet ist und die globale Herrschaft des Wuchers immer weiter vorantreibt.

An der Spitze der Hierarchie steht also ein System, das über die Menschen herrscht. In diesem System gibt es zwar alle möglichen Teilnehmer, die – meist unfreiwillig – eine bestimmte Rolle spielen. Es gibt jedoch keine personifizierbaren Herrscher wie es einst z.B. in der Monarchie der Fall war. Wenn man von Danistakraten sprechen will, dann sind wir alle als kleine Rädchen dieses Systems Danistakraten.

Direkt unterhalb der Spitze der Hierarchie sind die Massenmedien angesiedelt. Man muss kein Wirtschafts- oder Kommunikationswissenschaftler sein, um feststellen zu können, dass die Deutungshoheit über Geschichte und Gegenwart vor allem eine Frage des Geldes ist. Je größer die Reichweite eines Mediums ist, desto mehr kostet es. Aus diesem Grund ist es selbstverständlich, dass die veröffentlichte Meinung in den Händen derer liegt, die über die nötigen Milliarden verfügen.

Zitat: „Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung bei der ich angestellt bin, herauszuhalten. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Beschäftigung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammons zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr täglich Brot. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Fäden, und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben sind das Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“ (John Swinton, 1829-1901, Chefredakteur der „New York Times“, im Jahre 1880 bei seiner Verabschiedung)

Mehr muss man zum Thema Pressefreiheit in den Massenmedien nicht sagen. Seit dieser Aussage, die vor über 130 Jahren getroffen wurde, hat sich praktisch nichts verbessert. Den Darstellern in den Medien macht es meist auch keinen Spaß, ihre wahre Meinung verschweigen zu müssen und sich für offensichtliche Propaganda missbrauchen zu lassen. Doch wer sich des Geldes wegen als Werkzeug des Systems anbiedern muss, der hat oft keine andere Wahl. Der Volksmund bringt es auf den Punkt: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ So haben die Massenmedien vor allem die Aufgabe, als Instrument des Systems dieses zu bewahren und die nächste Ebene darunter zu steuern.

Auf der nächsten Hierarchieebene stehen die Politikdarsteller, jene Spezies, die man nicht in verschiedene Parteien sondern besser in zwei Klassen einteilen sollte. Die einen sind so harmlos, dass sie das System, dem sie dienen, niemals durchschauen und somit auch nicht gefährden. Die breite Parlamentsfüllmasse kann man erfahrungsgemäß in diese Gruppe einordnen. Sie ist primär damit beschäftigt, zu verbergen, wie wenig man eigentlich von dem versteht, was man den ganzen Tag tut. Gerne hört man in diesen Kreisen auf die führenden Stimmen, die einen hinter den Kulissen mit „gutem“ Rat versorgen. Die zweite Gruppe sind die Spitzenpolitiker, denen man selektionsbedingt ausreichend Gier und Gerissenheit unterstellen kann. Sie dürften wissen, dass sie ihre Vorteile und Privilegien nur dann erhalten, wenn sie dem System treu dienen und sich das für ihre Karriere erforderliche Geld sowie die günstige Meinungsmache weiterhin brav erbetteln.

Wir von der Wissensmanufaktur werden immer wieder gefragt, wieso wir keine Partei gründen. Die Antwort ist ganz einfach. Wir wollen ...

http://www.wissensmanufaktur.net/media/pdf/plan-b.pdf
Zitat:„Wenn Du ein Problem erkannt hast und nichts zur Lösung
beiträgst, wirst Du selbst ein Teil des Problems!“
Alte Indianerweisheit

http://www.wissensmanufaktur.net/
Freizeit, falls du an einen Leserbrief denkst: Fragt die Autoren bitte, ob sie mit dem Begriff 'sich zu Füttertrögen der Macht gern selbst gleichverdämlichenden oder gleichsympathi- sierenden Justizpressemitteilungssoldaten' etwas anfangen könnten. Das "Internetfake Demokritxyz" hätte den im Zusammenhang mit der Medienbericht- erstattung in der Causa Kachelmann eingeführt. Du würdest aber nicht verstehen, was er damit meinen könnte ...

Er würde auch so wirres Zeug wie 'Meta-Justiz der Macht' oder 'Männerfreundschaften' einführen. Ob sich denn Spitzenpolitiker untereinander kennen oder teilweise sogar befreundet sein könnten ...?

Der von Ralph Giordano eingeführte und vom Bundesverfassungsgericht nicht monierte "Zwangsdemokrat" sei doch schon seit etwa 24 Jahren tot ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Ralph_Giordano#Leben

http://de.wikipedia.org/wiki/Schm%C3%A4hkritik

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Strau%C3%9F

http://www.welt.de/politik/deutschland/article107290120/Auf-der-Spur-des-300-000-000-Mark-Raetsels.html
Vgl. Schwarzer Peter Posting, 12.07.2012, S. 3, 16:47 h @Freizeit: Will die kleine Runde nicht groß stören, aber ...

http://libertalia.forumieren.com/t43p40-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3118

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Re: Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

Beitrag  Gast am Fr 13 Jul 2012, 09:13



Hier ist der Vertragstext
ESM-Vertragsentwurf 23.01.12

http://eurodemostuttgart.files.wordpress.com/2012/01/120123-esm-vertragstext.pdf


ESM Version 2.02.12
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120207_vertrag_zur_einrichtung_des_esm.pdf


http://www.swp-berlin.org/de/swp-themendossiers/der-lissabonner-vertrag-in-zeiten-der-krise/der-esm-und-der-fiskalpakt.html

Nils

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moin moin allerseits

Beitrag  uvondo am Fr 13 Jul 2012, 09:23

Na demo, dann hoffe ich mal, daß Du zumindest oberflächlich verstanden hast, was Andreas Popp über unser Weltsystem resümiert hat. Muß Dir allerdings zugestehen, daß Du einer der wenigen hier im Forum bist, die das verstehen können. Etwas überzogen finde ich allerdings Deine Einlassung gegenüber Freizeit.....>>>Du solltest nicht davon ausgehen, dass Andreas Popp bereits meine Terminologie übernommen hat<<< Andersherum wird ein Schuh draus, nämlich, daß Du Dir deren Terminologie zu eigen machen solltest. Deine eigenen Wortschaffungen von....bis... haben insofern nichts mit Termologie zu tun. Aber was soll´s. Übrigens ist diese Thematik der Wissensmanufaktur auch meine, und genau die, über die ich hier immer schreiben wollte, worauf aber nie jemand eingegangen ist. Kann auch sein, daß dieses Themenbündel, weil zu schwierig, für die meisten User uninteressant ist.

Weißt Du eigentlich wie alt dieses Thema Zinsen/Wucher ist? Vor ca. 3.500 Jahren schrieb Mose:...Wenn du meinem Volk Geld leihen solltest, sollst du ihm nicht wie ein WuchererZinsen auferlegen.....
Vor ca. 2.700 Jahren schrieb König Salomo in den Sprüchen: ....wer seine Wertsachen durch Zins und Wucher mehrt.......
UND vor knapp 2.000 Jahren wurde im Matthäusbrief folgendes Problem beschrieben (ein Gleichnis): Sklave, du wußtet, das ich ernte wo ich nicht gesät habe und und sammelte, wo ich nicht worfelte.... usw.....hättest Du meine Talente den Bankleuten gegeben, hätte ich Zinsen dafür erhalten....usw. Du siehst also, ein uraltes Thema............Wäre der Sklave nicht zu faul gewesen, hätte er den Reichtum seines Herrn vermehrt, so aber....Das System von fleißig nach reich lief damals auch schon.

Und noch etwas, ich hatte vor langer Zeit einmal versucht anzudeuten, daß Wissenschaft gesteuert wird. Nämlich das Vorgaben gemacht werden, und die "Wissenschaft" dafür zuständig ist, einen Weg zu finden, der diese Vorgaben richtig erscheinen läßt, und nicht eben in jedem Fall der Wahrheit dienen soll. Auch dafür habe ich hier Unwillen hervorgerufen. Ich hoffe man hat Andreas Popp gut zugehört..........Aber unbequemes war schon immer schwer verdaulich, vor allem, wen man es absichtlich nicht verstehen will.
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Guten Morgen Schwarzer Peter/Demo

Beitrag  Freizeit am Fr 13 Jul 2012, 09:58

Da ich mich als lebensfroher Mensch fühle, antworte ich dir ausnahmsweise auf deine väterlichen Fragen:

Einige Zeit ist es her, da mein Vater verstorben ist.

Als ich noch zur Schule ging war er es welcher meine Schulaufgaben zu Hause kontrollierte. Indem er mir gezielte Fragen aus meinem Lesebuch stellte konnte er feststellen, ob ich die Hausaufgeben erledigt und verstanden habe ohne dass er sich selber auf denselben Wissenstand begeben musste. Er musst für den Moment nur im Buch „blind“ nachlesen ohne es selber verstehen zu müssen.

Nun erging es mir ähnlich heute Morgen um 07.30 Uhr mit deinen Fragen:

Guten Morgen Freizeit: Andreas Popp & Rico Albrecht schon gelesen und verstanden ...?

Was ist Danistakratie? Fühlt sich uvondo da zu Hause ...?


Eigentlich wollte ich Stringa mit meinem „Wissen“ bezw. mit dem Einstellen Andreas Popp’s Vortrag eine mögliche Antwort auf ihre/seine Frage geben.

Es war nie meine Absicht hier im Forum einen neuen Stiefvater zu suchen. Das überlasse ich meiner Mutter.

Ob sich uvondo da zu Hause fühlt?

Frage ihn selber. Ich kann nicht für ihn sprechen/schreiben und möchte das auch nicht tun.

Weil uvondo gleich weg muss, wird er dir bestimmt später eine Antwort schreiben.

Da ich „bekanntlich“ „nur“ ein ungebildeter Lagerarbeiter“ bin, werde ich nie in denselben geistigen Höhen schweben können wie du.

Jedoch als vorsichtiger Mensch, welcher mögliche Gefahren vorauszusehen versucht, werde ich nie direkt unter deinen geistigen Höhenflügen stehen.

Stell dir vor was bei einem deiner Abstürze dann direkt mit mir geschehen würde?

Vermutlich wäre dann auch nur noch ein blendender Klecks von mir zu sehen und könnte keine „wertvollen“ Beitrag mehr leisten.

Zu deiner Beruhigung ich kenne Andreas Popp, Rico Albrecht und die Wissensmanufaktur und weiss sogar was die tun.

Aber bekanntlich schreibst du nur für „Leser mit Kopf“.

Und da ich demzufolge Keinen zu haben scheine, bin ich dir „dankbar“ dass du mir bei deiner väterlichen Fragestunde von 07.30h alles nochmals „aufschreibst“, kopierst und verlinkst, was ich selber hier eingestellt habe und bereits weiß.

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@Freizeit: Möglicherweise hast du nicht nur Andreas Popp & Rico Albrecht, sondern auch mich nicht verstanden ...

Beitrag  Gast_0007 am Fr 13 Jul 2012, 12:49

Freizeit:
...

Eigentlich wollte ich Stringa mit meinem „Wissen“ bezw. mit dem Einstellen Andreas Popps Vortrag eine mögliche Antwort auf ihre/seine Frage geben.

Es war nie meine Absicht hier im Forum einen neuen Stiefvater zu suchen. Das überlasse ich meiner Mutter.
...

Zu deiner Beruhigung ich kenne Andreas Popp, Rico Albrecht und die Wissensmanufaktur und weiss sogar, was die tun.

http://libertalia.forumieren.com/t43p40-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3136
Ja, das habe ich verstanden. Nur du hast deine Antwort mit dem Zusatz versehen:
Freizeit:

Auch wirst du vielleicht einige wirtschafliche und politische Fragestellungen mal anders sehen können und nicht alles auf die primitive und vage Formel "Schauspieldemokratie" (was es nicht gibt) zu "reduzieren". Andreas Popp klärt da auch auf seine verständliche Art auf. Blümchen!

http://libertalia.forumieren.com/t43p40-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3109
Nur auf diese, deiner Aussagen hab ich mich bezogen, weil ich den Begriff "Schauspieldemokratie" eingeführt habe und Andreas Popp mit der belegten Videostelle und Zitaten aus Plan B im Kern genau meine Position vertritt - nur mit etwas anderen Worten.
Vgl. Schwarzer Peter Posting, 12.07.2012, S. 3, 16:47 h @Freizeit: Will die kleine Runde nicht groß stören, aber ...

http://libertalia.forumieren.com/t43p40-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3118

13.07.2012, S. 3, 07:30 h Guten Morgen Freizeit: Andreas Popp & Rico Albrecht schon gelesen und verstanden ...?

http://libertalia.forumieren.com/t43p40-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3133
uvondo:

Weißt Du eigentlich wie alt dieses Thema Zinsen/Wucher ist? Vor ca. 3.500 Jahren schrieb Mose:...Wenn du meinem Volk Geld leihen solltest, sollst du ihm nicht wie ein WuchererZinsen auferlegen.....

Vor ca. 2.700 Jahren schrieb König Salomo in den Sprüchen: ....wer seine Wertsachen durch Zins und Wucher mehrt.......

UND vor knapp 2.000 Jahren wurde im Matthäusbrief folgendes Problem beschrieben (ein Gleichnis): Sklave, du wußtet, das ich ernte wo ich nicht gesät habe und und sammelte, wo ich nicht worfelte.... usw.....hättest Du meine Talente den Bankleuten gegeben, hätte ich Zinsen dafür erhalten....usw.

Du siehst also, ein uraltes Thema............Wäre der Sklave nicht zu faul gewesen, hätte er den Reichtum seines Herrn vermehrt, so aber....Das System von fleißig nach reich lief damals auch schon.

http://libertalia.forumieren.com/t43p40-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3135
Zunächst hab ich das 2-Stunden-Video nur teilweise gesehen, weil mir der Typ zuviel 'labert'. Trotzdem halte ich eine Verkürzung der Weltwirtschaftskrisen auf die Zinsproblematik für unglücklich: Zunächst sind zumindest die Guthabenzinsen schon sehr lange extrem niedrig und zweites flasht bei mir sofort das Error Flag: Adolf Nazi und Finanzjudentum - gerade bei religiösem Bezug.

http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzjudentum

Wesentliche Ursachen sind aus meiner spontanen Sicht aus dem hohlen Bauch die Globalisierung und der Export von ganzem Know How und Fabrikanlagen inkl. Spitzenpersonal nach China, wo dann unter Umgehung auch von Patentrechten & Co. für Weltmärkte und bei Personalkosten (Appel & Ei) ohne Umweltschutzauflagen, sozialen Sicherungssystemen etc. produziert und plagiatiert wird.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/paul-a-samuelson-ist-tot-der-oekonom-des-jahrhunderts-1.129273

Hinzu kommt, dass die ganzen Wirtschaftstheorien auf sehr wackeligen Beinen und Sprüchen stehen sowie in kurzen Perioden gedacht und geplant wird. Obendrein spielen psychologische Aspekte (zumindest in Krisenzeiten) eine so starke Rolle, dass die Modelle nicht mehr passen. Menschen sind nicht alle gleich, verändern sich und reagieren unterschiedlich - in guten wie in schlechten Zeiten. Das haben es Physiker einfacher: Elektronen etc. sind (nach dem, was man heute weiß) alle gleich. Die können lediglich wie Target unterschiedliche 'Erregungszustände' haben.

Es gibt eventuell höchst dekorierte Ökonomen, die das in der Komplexität nicht quantitativ richtig erfassen und vorhersagen können, aber möglicherweise anders sehen.

Paul A. Samuelson war in den 70er der Pabst an deutschen Unis im Grundstudium der Volkswirtschaftlehre (Wirtschaftsnobelpreis 1970). Er beginnt sein Lehrbuch mit:

Das Zeitalter der Ritterlichkeit ist vorbei; es folgt das der Sophisten, Ökonomen und Kalkulatoren. EDMUND BURKE
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_A._Samuelson#Publikationen_.28Auswahl.29

http://de.wikipedia.org/wiki/Preis_f%C3%BCr_Wirtschaftswissenschaften_der_schwedischen_Reichsbank_in_Gedenken_an_Alfred_Nobel#Kontroversen_und_Kritik

http://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Burke#Vater_des_Konservatismus

http://de.wikiquote.org/wiki/Edmund_Burke

http://www.genios-presse.de/artikel,HB,20100604,nur-konomen-oder-musketiere-koennen,061004265.html


Zuletzt von Schwarzer Peter am Fr 13 Jul 2012, 12:55 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

Beitrag  QuoVadis am Fr 13 Jul 2012, 12:50

Für Interessenten:

Think Tank: ESM gefährdet Demokratie in Europa
Deutsche Mittelstands Nachrichten | 13.07.12, 01:15 | 15 Kommentare

Pieter Cleppe vom Think Tank OpenEurope hält die Rettungsschirme EFSF und ESM für zu klein, um den Euro zu retten. Er glaubt, dass die Deutschen in dem Moment umdenken werden, in dem Italien einen Bailout benötigt.

"(...) Pieter Cleppe: Es scheint, als ob Deutschland hierbei nachgegeben hätte. EU-Kommissar Olli Rehn hat nun klar gemacht, dass der ESM die Risiken der Aktien, die er bei der Rettung der Banken aufnehmen wird, in seine Bilanz überträgt. Dabei wiederspricht Rehn auch gleichzeitig Behauptungen von Offiziellen der Mitgliedsstaaten, dass die Risiken bei den betroffenen Mitgliedsländern liegen würden.* Natürlich muss immer noch ein Abkommen in Bezug auf die Bankenaufsicht geschlossen werden.(...)"

HP von ThinkTank OpenEurope

http://www.openeurope.org.uk/

LG, QV

P.S. * IMHO. Aber wo kommt denn das Geld ursprünglich her, wenn nicht von Mitgliedstaaten?

IMHO2 Wenn man den Artikel liest, hat man das Gefühl, daß ESM auf manchen "Zirkelschlüssen" finanzieller und hierarchischer Art basiert ist.
Wenn Banken direkt über ESM finanziert werden, aber dieses Gremium keiner parlamentarischen, keiner demokratischen Kontrolle unterliegt? Just a question.

IMHO3 Wie schafft man Urzins/Mehrwert des Geldes ab und lohnt es sich Urzins/Mehrwert des Geldes abzschaffen? Ob die Idee, daß Geld durch Ware/Leistung "gedeckt" werden muss nicht eine veraltete ist - angesichts der schon sehr hohen Abstarktion, die "Geld" in den letzten 100 Jahren erreicht hat?
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Beitrag  uvondo am Fr 13 Jul 2012, 13:37

denn dann herrscht bei mir meistens Aufbruchstimmung. Vielleicht kann man das Thema ja am köcheln halten.....

QV schrieb: [color=blue]>>>Wie schafft man Urzins/Mehrwert des Geldes ab und lohnt es sich Urzins/Mehrwert des Geldes abzschaffen? Ob die Idee, daß Geld durch Ware/Leistung "gedeckt" werden muss nicht eine veraltete ist - <<<
Man muß sich erstmal an den erschreckenden Gedanken gewöhnen, das Geld an sich keinen Wert darstellt. Werte sind Waren und Dienstleistungen. Also genau umgekehrt. Da denkt die Mehrheit der Menschen verkehrt. Geld ist ein wertloses Stück Papier mit ein paar Zahlen darauf. Am besten kann man das anhand eines Kontoauszuges erklären. Da stehen auch ein paar Zahlen drauf. Man geht davon aus, das diese Zahlen Geld darstellen. Alle anderen Bankkunden der (fiktiven) gleichen Bank besitzen ebenfalls solche Zettel. Wenn jetzt alle gleichzeitig diese Bank aufsuchen um "ihr" Geld abzuholen, wird die Bank diese Summen nie auszahlen können. Soviel Geld besitzt sie nämlich gar nicht. Der Trick der Banken ist nämlich, das Bilanzsummen solange hin- und hergeschoben werden, bis es nach Geld aussieht, welches sie aber in Wirklichkeit nicht besitzen. "Sie besitzen Zahlen".

Ich weiß, das ist schwierig zu verstehen, aber dieses Thema würde ich gern weiterführen...........Nur wenn ich mich jetzt festsabbel, wird mein Weib "zornig". Also bis dann......
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moin, moin

Beitrag  patagon am Fr 13 Jul 2012, 14:09

hallo uvo,

vielen Dank erst mal für deinen Tip, bezüglich meines Hardware Problems.
Dass mein laptop total verdreckt ist wird wohl stimmen. Konnte das in Spanien nicht mehr überprüfen. Habe es aber hier erlebt, als ich meinen PC anwarf fing der schrecklich an zu heulen, singen, pfeifen, stinken etc. Hab nicht nur die Lüftung auszusaugen versucht, sondern das ganze Ding aufgeschraubt und gesäubert. Die Ventilatoren waren voll mit faustproßen Woll- (oder Staub-) Mäusen oder wie man das nennt.

Habe den ganzen Vormittag nix anderes getan als mit Hilfe von Staubsauger, Pinsel, Pinzette, Wattestäbchen etc.den Dreck rausgepoolt. Und oh Wunder, klopfe mir selbst anerkennend auf die Schulter, alles wieder ungeschnusselt, zsammengebaut. Und jetzt läuft er wieder.

Ich will erst mal einkaufen und dann lesen welche Geistesblitze inzwischen hier aufgeflammt sind.

Und dann hoffe ich dass du, nach dem von Demo angedeutetem Gemetzel noch unter den Lebenden weilst.

Bin neugierig. Hasta luego
Pat


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Re: Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

Beitrag  QuoVadis am Fr 13 Jul 2012, 14:12

uvondo schrieb:denn dann herrscht bei mir meistens Aufbruchstimmung. Vielleicht kann man das Thema ja am köcheln halten.....

QV schrieb: [color=blue]>>>Wie schafft man Urzins/Mehrwert des Geldes ab und lohnt es sich Urzins/Mehrwert des Geldes abzschaffen? Ob die Idee, daß Geld durch Ware/Leistung "gedeckt" werden muss nicht eine veraltete ist - <<<
Man muß sich erstmal an den erschreckenden Gedanken gewöhnen, das Geld an sich keinen Wert darstellt. Werte sind Waren und Dienstleistungen. Also genau umgekehrt. Da denkt die Mehrheit der Menschen verkehrt. Geld ist ein wertloses Stück Papier mit ein paar Zahlen darauf. Am besten kann man das anhand eines Kontoauszuges erklären. Da stehen auch ein paar Zahlen drauf. Man geht davon aus, das diese Zahlen Geld darstellen. Alle anderen Bankkunden der (fiktiven) gleichen Bank besitzen ebenfalls solche Zettel. Wenn jetzt alle gleichzeitig diese Bank aufsuchen um "ihr" Geld abzuholen, wird die Bank diese Summen nie auszahlen können. Soviel Geld besitzt sie nämlich gar nicht. Der Trick der Banken ist nämlich, das Bilanzsummen solange hin- und hergeschoben werden, bis es nach Geld aussieht, welches sie aber in Wirklichkeit nicht besitzen. "Sie besitzen Zahlen".

Ich weiß, das ist schwierig zu verstehen, aber dieses Thema würde ich gern weiterführen...........Nur wenn ich mich jetzt festsabbel, wird mein Weib "zornig". Also bis dann......

@uvondo,

deshalb schrieb ich von der "Abstraktion" des Geldes.

Das ist nicht nur "Trick" der Banken, sondern der Wirtschaft, inkl. Finanzwirtschaft per se.

Die Vorstellung, daß Geld durch Waren/Leistungen Gedeckt ist, ist gerade diejenige, die diese Abstarktion des Geldes nicht zulässt.

Es geht, unter anderem, um die Philosophie des Geldes, die unserer Zeit angemessen ist, sowie Subjekt-Objekt Verhältnisse und Beziehungen innerhalb der Wirtschaftssysteme.

LG, QV
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Halli, Hallo uncle Pat!

Beitrag  Gast_0006 am Fr 13 Jul 2012, 14:24

Jetzt bin ich ja wirklich beruhigt. Das verloren geglaubte „Schaf“ ist wieder aufgetaucht……….. cheers

Hatte schon befürchtet du habest deinen Laptop versenkt, oder in der prallen Sonne vergessen…. Cool

Evtl. im Flieger liegen lassen, am Flughafen beschlagnahmt, oder, oder!

Dann mal: herzlich Willkommen zurück in good old Germany…… flower

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@uvondo: Du könntest nächste Woche über Geldillusion reden, ...

Beitrag  Gast_0007 am Fr 13 Jul 2012, 15:02

... dann kannste auch gleich in die Geldpolitik einsteigen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Geldillusion

Über Neid, Geiz und 'geldkrank' berichte ich dann, weil das für dich sicher zu medizinisch ist und du die Rolle der Pimpanellen dabei evtl. (noch) nicht richtig verstehst. Nicht jeder hat ein 'Testosteron-Booster/Parallel/Abblas-Ventil', oder ...?
uvondo:

schade das die interessantesten Themen immer zum Wochenende kommen

denn dann herrscht bei mir meistens Aufbruchstimmung. Vielleicht kann man das Thema ja am köcheln halten.....
...

Ich weiß, dass ist schwierig zu verstehen, aber dieses Thema würde ich gern weiterführen...........Nur wenn ich mich jetzt festsabbel, wird mein Weib "zornig". Also bis dann......

http://libertalia.forumieren.com/t43p40-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3146
uvondo, du hast 'nen Fehler gemacht: Der Mann von Welt heiratet nur Targets/"Weiber", die "zornig" 'double sweet' sind ...
patagon @uvondo:

Und dann hoffe ich, dass du, nach dem von Demo angedeutetem Gemetzel, noch unter den Lebenden weilst.

http://libertalia.forumieren.com/t43p40-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3147
patagon, uvondo war auf Tauchstation mit Top-Level-Medizinern. Da hat er die Drinks und Fraß spendiert, damit er an der kleinen Tischecke was aufschnappen konnte. Jetzt hat er zur Thematik ein Weltbild, worüber er schon vor zwei Jahren gesprochen hat, und sieht den Komplex somit in seiner Vergangenheit - spricht er aber so zeitnah in der Gegenwart nicht drüber ...
Schwarzer Peter Postings, 11.07.2012, S. 14, 10:40 h @uvondo: It's your turn - hier geht's lang ...

http://libertalia.forumieren.com/t3p260-der-thresen-dieser-welt#3065

11.07.2012, S. 14, 11:57 h @uvondo: Hau aber nicht selber so rein! - Um es mal in eurer Fachsprache zu sagen ...

http://libertalia.forumieren.com/t3p260-der-thresen-dieser-welt#3068

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Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld?

Beitrag  Lobelie am Fr 13 Jul 2012, 16:18

Ich glaube, Stringa, der Antwort zu dieser Frage etwas näher gekommen zu sein.

Dabei gehe ich davon aus, daß auch abstraktes Geld (Giralgeld) echtes Geld ist. Very Happy


ARTIKEL 41
Einzahlung des Anfangskapitals

(1) Unbeschadet des Absatzes 2 erfolgt die Einzahlung des von jedem ESM-Mitglied anfänglich gezeichneten Betrags der eingezahlten Anteile in fünf jährlichen Raten von jeweils 20 % des Gesamtbetrags. Die erste Rate wird von jedem ESM-Mitglied innerhalb von fünfzehn Tagen nach dem Tag des Inkrafttretens dieses Vertrags eingezahlt. Die vier übrigen Raten werden jeweils an dem Tag eingezahlt, an dem sich die Einzahlung der ersten Rate zum ersten, zweiten, dritten und vierten Mal jährt.

(2) Während des Fünfjahreszeitraums, in dem das Kapital in Raten eingezahlt wird, beschleunigen die ESM-Mitglieder die Zahlung der eingezahlten Anteile rechtzeitig vor dem Ausgabetermin, um das Verhältnis zwischen eingezahltem Kapital und ausstehendem Betrag an ESM Anleiheemissionen stets bei mindestens 15 % zu halten und eine gemeinsame Mindestdarlehenskapazität des ESM und der EFSF von 500 Milliarden EUR sicherzustellen.


http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120207_vertrag_zur_einrichtung_des_esm.pdf


Absatz 2 klingt schon etwas bedrohlich, weil umso schneller eingezahlt werden muß, je mehr der ESM ausreicht - so verstehe ich diese Regelung jedenfalls.
Um wieviel Geld es sich handelt, steht hier:

ANHANG I

Beitragsschlüssel des ESM
ESM-Mitglied ESM-Schlüssel (%)

Bundesrepublik Deutschland 27,1464


ANHANG II
Zeichnungen des genehmigten Stammkapitals
ESM-Mitglied Anzahl der Anteile Kapitalzeichnung (EUR)

Bundesrepublik Deutschland 1 900 248 190 024 800 000

http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120207_vertrag_zur_einrichtung_des_esm.pdf

20% dieser 190 Milliarden wären also 15 Tage nach Inkrafttreten fällig – woher das Geld kommt, das nicht im Haushalt eingepreist ist, weiß ich auch nicht, denke es mir aber…

Es dürfte sich um einen Bilanztrick handeln: der 38 Milliarden-Forderung des ESM an Deutschland steht ein Guthaben im Bundeshaushalt in Form eines Anteils an dieser neuen Bank in Höhe von 38 Milliarden gegenüber, also ein Nullsummenspiel = ausgeglichener Haushalt. Die Milliarden sind ja auch nicht weg, denn wenn sie durch den ESM verliehen werden, hat der ja wieder eine Forderung… Und der arbeitet ja ganz besonders preisgünstig, ist er doch von allen Steuern befreit (Artikel 36)!

Wo kommen nun die 38 Milliarden für den ESM her? Von den Erwerbern deutscher Staatsanleihen, die zur Zeit vom Bund in einer Höhe von 0 % verzinst werden, und trotzdem balgen sich die Investoren darum; ob das in den nächsten 5 Jahren auch so sein wird, ist eine andere Frage, die uns heute doch nicht zu interessieren hat.

Und die paar erkennbaren Risiken fallen auch nicht weiter ins Gewicht:

ARTIKEL 25
Deckung von Verlusten

(1) Verluste aus den Operationen des ESM werden beglichen

a) zunächst aus dem Reservefonds,
b) sodann aus dem eingezahlten Kapital und
c) an letzter Stelle mit einem angemessenen Betrag des genehmigten nicht eingezahlten Kapitals, der nach Maßgabe des Artikels 9 Absatz 3 abgerufen wird.

(2) Nimmt ein ESM-Mitglied die aufgrund eines Kapitalabrufs gemäß Artikel 9 Absätze 2 oder 3 erforderliche Einzahlung nicht vor, so ergeht an alle ESM-Mitglieder ein revidierter erhöhter Kapitalabruf, um sicherzustellen, dass der ESM die Kapitaleinzahlung in voller Höhe erhält. Der Gouverneursrat beschließt geeignete Schritte, um sicherzustellen, dass das betreffende ESMMitglied seine Schuld gegenüber dem ESM innerhalb vertretbarer Zeit begleicht. Der Gouverneursrat hat das Recht, auf den überfälligen Betrag Verzugszinsen zu erheben.



http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120207_vertrag_zur_einrichtung_des_esm.pdf

Das Ganze geht natürlich nur auf, wenn keine der durch den ESM geförderten Staaten oder Banken pleitegeht. Und woher Spanien seine 83 Milliarden für die Einzahlung herbekommen soll, (und Frankreich seine 142 Milliarden), wo sie ihre Staatsanleihen doch nur zu einem hohen Risikozinsaufschlag am Markt placieren können? Keine Ahnung.
Da ging es der Handvoll Abgeordneten, die am Freitagnachmittag vor der Sommerpause am 29.6.2012 über den ESM abstimmten, sicher nicht anders.


Zuletzt von Lobelie am Fr 13 Jul 2012, 16:26 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Ich und Zahlen! (Einzahlungsbeträge Spanien/Frankreich))
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Lobelie

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Liebe Lobelie

Beitrag  stringa am Fr 13 Jul 2012, 21:44

ganz vielen Dank für die klare, und dabei doch relativ kurze Antwort.

Da sieht man mal wieder den Unterschied zwischen einem juristisch geschulten Verstand und dem des Normalverbrauchers.

Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, daß auf den Nachdenkseiten soviel Informatives steht, obwohl ich sie im Lesezeichen habe.

Ich gebe allerdings gerne zu, daß meine Frage ursprünglich nur halb ernst gemeint, die andere Hälfte war rhetorisch.
Korrigiert mich, wenn Ihr könnt und wollt, aber ich habe die vage Idee, daß das fehlende Geld einfach gedruckt wird drunken Very Happy
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stringa

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Weißt Du, Stringa,

Beitrag  Lobelie am Fr 13 Jul 2012, 23:53

mich wundert es jedenfalls gar nicht, daß die Informationen, die man als Bürger braucht, um zu wissen, worum es eigentlich geht, nicht in den Mainstream-Medien zu finden sind. Dort liest man nur, was irgendwelche Politiker oder Experten dazu ablassen oder Kommentare von Journalisten oder Rezis von populistischen Werken zum Thema wie das von Sarrazin.
Alles eine trübe Sauce, die zukleistert, aber einem nicht zu eigener fundierter Meinung verhilft.

Das BVerfG ist wohl die einzige Institution, die sich über die Verträge beugt und sie analysiert - wobei es natürlich fatal ist, daß die Fassung des ESM-Vertrages, über die es zu entscheiden hat, nach dem neuesten Gipfel ohnehin schon wieder Makulatur ist, denn dort sind die Befugnisse dieser neuen ESM-Bank noch einmal erweitert worden, ohne daß das Parlament damit befaßt worden wäre.

Was Deinen Verdacht des Gelddruckens angeht: der überkommt einen natürlich in Gesellschaftsformen, in denen Leistung/Wert und Geld so entkoppelt sind wie in einem kapitalistischen System, in dem gebündelte kranke Immobilienkredit-Forderungen als Ware angeboten und gekauft werden und sogar mit Ausfallversicherungen, bezogen auf wertlose Kreditforderungen, noch Geschäfte gemacht werden. Das ist durch und durch krank - und daß diese Wetten, die bei Pferderennen noch verständlich wären, als Produkt angepriesen werden, der reine Wahn.

Aber die Notenbanken sind nicht doof: mögen sie auf politischen Druck auch Zugeständnisse machen (und z.B. marode Staatsanleihen kaufen) - Gelddruckmaschinen werden sie wohl kaum: daß diese Verfahrensweise die Inflation begünstigt, wissen sie auch.

Für mich ist und bleibt diese Krise eine Bankenkrise: diese unmoralische Branche nebst den privaten Rating-Agenturen, die Staaten erpressen, muß engmaschig unter Kontrolle gebracht werden; mehr als eine dienende Funktion gegenüber der Realwirtschaft darf diese Branche nicht haben.

Ein Witz, daß in GB der Bankensektor die stärkste Wirtschaftsmacht darstellt - sie produziert ja nur Blasen und nichts von bleibendem Wert (außer den Boni für ihre Matadoren, die sich mit 35 erschöpft vom ewigen Adrenalin-Kick von dieser Scheinwelt abwenden und vielleicht die Chance erleben können, lebenslang frei von materiellen Sorgen etwas Sinnvolles zu tun). Aber den Schaden, den sie bis 35 abgerichtet haben, können diese Junkies nie wieder gutmachen.

Da gibt es viele Möglichkeiten:

Finanztransaktionssteuer - allein diese computertechnischen Handelsakte im Sekundentakt, die Trends verstärken, wären damit schon abgeschafft.

Erhöhung der Eigenkapitalquote von Banken

Begrenzung von Gehältern und Pensionszusagen in der Leitungsebene

Einschränkung der Boni, die erst bei Nachhaltigkeit von Gewinnen zahlbar wären und die Einführung von Malus-Abzügen bei Gewinneinbrüchen und Verlusten

Verbot, mit Kundengeldern zu spekulieren, sofern nicht ein entsprechender Auftrag vorliegt.

Verbot, mit eigenem Geld zu spekulieren

Erweiterung der Beratungs- und Haftungspflichten gegenüber den Kunden nebst Beweislastumkehr.

Ersetzung der privaten Rating-Agenturen durch an Universitäten angekoppelte Agenturen. (Ich weiß, daß auch die Unis der Wirtschaft verpflichtet sind und daß freie Forschung kaum mehr möglich ist. Aber diese neue Verdienstmöglichkeit würde ihre Freiheit sicherlich stärken. An den Unis gelten heute ja nur nur noch Profs etwas, die Drittmittel einwerben können - da kommt einem wirklich die Kotze hoch...).

Was soll daran so schwierig sein, den außer Rand und Band geratenen Bankensektor zu zügeln? Sein Image ist mittlerweile auf dem Tiefststand, wenn selbst Sparkassen 14% für Überziehungen nehmen, während sie dem anlegenden Kunden gerade mal einen Prozent gewähren...

Andreas Popp hat vermutlich recht, wenn er den Zins als das Übel schlechthin verortet, der mathematisch berechenbar ein ständiges Wirtschaftswachstum benötigt, das es in einer schrumpfenden Gesellschaft aber gar nicht geben kann.

Ich frage mich allerdings, warum es in islamisch geprägten Gesellschaften (die Scharia verbietet Zinsgeschäfte) zu noch viel schlimmeren gesellschaftlichen Verwerfungen zwischen einer superreichen Elite und einer bettelarmen Bevölkerung kommen kann. Da müssen also noch andere Mechanismen, jenseits der Zinsknechtschaft, wirken. Diesen Faktor scheint er zu unterschätzen.

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Lobelie

Beitrag  patagon am Sa 14 Jul 2012, 08:04

"Für mich ist und bleibt diese Krise eine Bankenkrise: diese unmoralische Branche nebst den privaten Rating-Agenturen, die Staaten erpressen, muß engmaschig unter Kontrolle gebracht werden; mehr als eine dienende Funktion gegenüber der Realwirtschaft darf diese Branche nicht haben."
Top!

Ironischerweise sind es aber gerade Politik und Justiz, die den Machtmissbrauch, Willkür, Betrug und Zockerei mir fremdem Eigentum erst möglich machen.

Gesetzesnamen wie "Nichtraucherschutzgesetz" sind Etikettenschwindel und auf diesem Gebiet erweisen sich die beiden letztgenannten Institutionen als besonders kreativ.

Gerade das GG wird doch mehr und mehr als eine Art Ersatzreligion gehandelt, der sich im Ernstfall gerade besonders viele Juristen kaum verpflichtet fühlen.






patagon

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Peisistratos: "Tyrannis ...!" - Wir wollen einen 'König' aus der Justiz ...?

Beitrag  Gast_0007 am Sa 14 Jul 2012, 09:13

http://de.wikipedia.org/wiki/Peisistratos

http://de.wikipedia.org/wiki/Tyrannis
Lobelie:

Das BVerfG ist wohl die einzige Institution, die sich über die Verträge beugt und sie analysiert - wobei es natürlich fatal ist, daß ...

http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3162
Ja ja, das in der Schauspieldemokratie zur 'Notbremse der Parlamentarier' 'verkommene' Gericht der zweimal acht politischen Richter, das mal die Grundrechte des kleinen Mannes schützen s/wollte.
http://www.bundesverfassungsgericht.de/organisation/organisation.html

http://www.bundesverfassungsgericht.de/richter.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht
Vgl. Demokritxyz Posting, 28.05.2012, S. 1, 12:20 h Pfingsten: "Ausschüttung des Heiligen Geistes" auch für 'Jurisprudenz Deutscher Nation' ...
Anm.: Bundesverfassungsgericht als ‚Stasi-2.0 der Jurisprudenz’

http://ratlos-im-netz.forumieren.com/t695-unschuldsvermutung#79236
Toll finde ich, die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Logik I, dass das gesamte Plenum über politische wichtige Sachverhalte zu entscheiden hat und nicht nur ein kleines Expertengremium:
Bundesverfassungsgericht - Pressestelle -

Pressemitteilung Nr. 14/2012 vom 28. Februar 2012
Urteil vom 28.Februar: 2 BvE 8/11

Antrag im Organstreit "Beteiligungsrechte des Bundestages/EFSF"
überwiegend erfolgreich

...
I. Prüfungsmaßstab

Der Deutsche Bundestag erfüllt seine Repräsentationsfunktion grundsätzlich in seiner Gesamtheit durch die Mitwirkung aller seiner Mitglieder, nicht durch einzelne Abgeordnete, eine Gruppe von Abgeordneten oder die parlamentarische Mehrheit. Budgetrecht und haushaltspolitische Gesamtverantwortung des Deutschen Bundestages werden grundsätzlich durch Verhandlung und Beschlussfassung im Plenum wahrgenommen. Diese Grundsätze gelten auch in einem System intergouvernementalen Regierens im Hinblick auf Gewährleistungs- ermächtigungen für internationale und europäische Verbindlichkeiten.
...
http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg12-014.html
Jetzt frag' ich mich in Logik I natürlich, wieso sich das Bundesverfassungsgericht als zweimal achtköpfiges Expertengremium immer häufiger als Notbremse der Parlamentarier für zuständig hält in Entscheidungen, die eigentlich das Plenum im Parlament treffen sollte und getroffen hat.

Tritt hier das Bundesverfassungsgericht in Logik II oder III als intellektueller Vorreiter zur klassischen 'Tyrannis' auf ...?
http://de.wikipedia.org/wiki/Peisistratos

http://de.wikipedia.org/wiki/Tyrannis

Mit dem ESM hat sich das Bundesverfassungsgericht als 'politische Richter-Experten- truppe' außerhalb des Parlaments bereits viermal befasst:
http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg12-050.html

http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg12-047.html

http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg12-042.html

http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg12-033.html
Aber es gibt ein klares, 'wichtiges' Signal vom Bundesverfassungsgericht an "Blaue Ritter" & Co.: Tragen von "Kutten" in Gerichtsgebäuden verboten ...

http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg12-025.html

Versteht sich hier die 'politische Richter-Expertentruppe', rückblickend auf die Gründ- ungsphase des Bundesverfassungsgerichts, wieder als Hüter der Grundrechte des kleinen Mannes - auch wenn es (ausnahmsweise ...?) für ihn in Sachen Grundrecht zur Kleiderordnung mal negativ vor Gericht ausgegangen ist? Dafür war's bei der ungerechtfertigten Bestrafung mit Abendbrotentzug für den Häftling erfolgreich! Wenn sich die zweimal Acht etwas Mühe geben, kommen sie wieder back to the roots des Bundesverfassungsgericht und seinem demokratischen Auftrag als höchst sensibler Hüter der Grundrechte des kleines Mannes, oder was ...?
Vgl. Demokritxyz Posting, 02.07.2010, S. 32/III, 16:48 h @Roman Herzog: Willkür deutscher Gerichte ist verfassungskonform ...?
Anm.: Die auch braunen Pechsträhnen mit den Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg

http://ratlos-im-netz.forumieren.com/sexualitat-f14/fall-kachelmann-faktum-oder-in-der-elsen-falle-teil-3-t172-620.htm#10722
stringa:

Da sieht man mal wieder den Unterschied zwischen einem juristisch geschulten Verstand und dem des Normalverbrauchers.

Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, daß auf den Nachdenkseiten soviel Informatives steht, obwohl ich sie im Lesezeichen habe.

Ich gebe allerdings gerne zu, daß meine Frage ursprünglich nur halb ernst gemeint, die andere Hälfte war rhetorisch.

Korrigiert mich, wenn Ihr könnt und wollt, aber ich habe die vage Idee, daß das fehlende Geld einfach gedruckt wird drunken Very Happy

http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3157
stringa:

Ist schon komisch, wenn man jung ist, interessiert man sich für Dinge wie Religion, Soziologie, Psychologie usw. und meint damit die großen Menschheitsfragen klären zu können, und wenn man älter geworden ist, kommt man drauf, daß Biologie und Volkswirtschaft einem schon damals hätten alles beantworten können.

Ich freu mich schon drauf, alles zu erforschen. Nochmals danke Smile

http://libertalia.forumieren.com/t43p40-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3111
Ganz so einfach ist das mit dem Gelddrucken nicht. Das läuft gut für eine oder mehrere Privatpersonen ohne Buchhaltungspflicht mit Gelddruckmaschinen im Keller.

Für einen Staat ist das komplizierter. Da läuft das allenfalls gut für Bezahlung der V-Leute in der Neonaziszene, Schmiergeldzahlungen et cetera pp. in 'braunen Briefumschlägen' - also alle die Zahlungen eines korrupten Staates, die ungern aus 'weißen Kassen' getätigt werden und sehr klein im Vergleich zur Geldmenge sind.

Der Geldmarkt 'merkt' das, wenn die Geldmenge signifikant erhöht wird - auch durch inoffizielles Gelddrucken. Da solltest du dich mal mit dem historischen Vorbild und SS-Sturmbannführer Bernhard Krüger beschäftigen. Solche elementaren wirtschaftswissenschaftlichen Grundkenntnisse (auch der Propaganda) beherrschte man schon im "tausendjährigen Reich" ...

Und natürlich ist die reale Geldmenge (Euroscheine und -Münzen) sowieso relativ klein und keiner spricht gern plakativ öffentlich darüber. Vielleicht sind es im Euro-Raum inzwischen 750 Milliarden Euro? Da kann man nicht einfach nochmal die Hälfte dazudrucken, weil die Banken damit sofort Giralgeld schaffen. Das destabiliert die Kapitalmärkte und könnte beispielsweise zur Hyperinflation führen ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_Bernhard

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Reich_1933_bis_1945#Tausendj.C3.A4hriges_Reich

http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge#Geldmengen_der_Europ.C3.A4ischen_Zentralbank

http://de.wikipedia.org/wiki/Geldbasis#Volkswirtschaftliche_Bedeutung_der_Geldbasis

http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Presse/EZB_Pressemitteilungen/2005/2005_06_28_geldmengenentwicklung.pdf?__blob=publicationFile




Höchste jemals gedruckte deutsche Banknote 15. Februar 1924

Allgemeines

Vor dem 20. Jahrhundert waren Hyperinflationen selten, da die Ökonomien bei Überschreitung eines gewissen Inflationsniveaus zu ungeprägten Edelmetallen als Geldersatz oder zu Naturaltausch übergingen. Die immer weitere Verbreitung von ungedecktem Geld (Fiat Money) ermöglichte Hyperinflationen. Der Verursacher der (Hyper-)Inflation ist immer der Staat, da er sich zur Deckung seiner Ausgaben (Erfüllung von Leistungsversprechen) permanent verschulden muss und damit letztlich das Vertrauen in die eigene Währung untergräbt[1].

Während gewöhnliche Inflationen meist mit ökonomischen Ursachen begründet werden, sind Hyperinflationen darüber hinaus fast immer mit schwerwiegenden Erschütterungen der Volkswirtschaft infolge von Krieg, Bürgerkrieg oder gesellschaftlichen Umbruchsituationen verbunden. Die sowjetische Hyperinflation von 1919 bis 1922 hatte das Ziel der Abschaffung des Geldes als Zahlungsmittel.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperinflation#Allgemeines

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http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot

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Geht es hier um Politiker & Co. im Surrounding der Causa Wulff ...?

Beitrag  Gast_0007 am Sa 14 Jul 2012, 10:07

http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/8500-offene-Haftbefehle-in-Niedersachsen

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http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot

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Rezi

Beitrag  Lobelie am Sa 14 Jul 2012, 15:21


Schwarzer Peter:

Ja ja, das in der Schauspieldemokratie zur 'Notbremse der Parlamentarier' 'verkommene' Gericht der zweimal acht politischen Richter, das mal die Grundrechte des kleinen Mannes schützen s/wollte.
http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3164

Zugegeben, Wikipedia hat hier eine sehr maue Eintragung:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgerichtsgesetz

Aber mit ein wenig Tiefenprüfung hätte man doch feststellen können, für welche Verfahrensarten das Verfassungsgericht zuständig ist: nämlich nicht nur oder auch nur vorrangig für die Verfassungsbeschwerde des Bürgers gegen den Staat (Nr. 8 a), sondern hierfür:

§ 13

Das Bundesverfassungsgericht entscheidet
1.
über die Verwirkung von Grundrechten (Artikel 18 des Grundgesetzes),
2.
über die Verfassungswidrigkeit von Parteien (Artikel 21 Abs. 2 des Grundgesetzes),
3.
über Beschwerden gegen Entscheidungen des Bundestages, die die Gültigkeit einer Wahl oder den Erwerb oder Verlust der Mitgliedschaft eines Abgeordneten beim Bundestag betreffen (Artikel 41 Abs. 2 des Grundgesetzes),
4.
über Anklagen des Bundestages oder des Bundesrates gegen den Bundespräsidenten (Artikel 61 des Grundgesetzes),
5.
über die Auslegung des Grundgesetzes aus Anlaß von Streitigkeiten über den Umfang der Rechte und Pflichten eines obersten Bundesorgans oder anderer Beteiligter, die durch das Grundgesetz oder in der Geschäftsordnung eines obersten Bundesorgans mit eigenen Rechten ausgestattet sind (Artikel 93 Abs. 1 Nr. 1 des Grundgesetzes),
6.
bei Meinungsverschiedenheiten oder Zweifeln über die förmliche oder sachliche Vereinbarkeit von Bundesrecht oder Landesrecht mit dem Grundgesetz oder die Vereinbarkeit von Landesrecht mit sonstigem Bundesrecht auf Antrag der Bundesregierung, einer Landesregierung oder eines Viertels der Mitglieder des Bundestages (Artikel 93 Abs. 1 Nr. 2 des Grundgesetzes),
6a.
bei Meinungsverschiedenheiten, ob ein Gesetz den Voraussetzungen des Artikels 72 Abs. 2 des Grundgesetzes entspricht, auf Antrag des Bundesrates, einer Landesregierung oder der Volksvertretung eines Landes (Artikel 93 Abs. 1 Nr. 2a des Grundgesetzes),
6b.
darüber, ob im Falle des Artikels 72 Abs. 4 die Erforderlichkeit für eine bundesgesetzliche Regelung nach Artikel 72 Abs. 2 nicht mehr besteht oder Bundesrecht in den Fällen des Artikels 125a Abs. 2 Satz 1 nicht mehr erlassen werden könnte, auf Antrag des Bundesrates, einer Landesregierung oder der Volksvertretung eines Landes (Artikel 93 Abs. 2 des Grundgesetzes),
7.
bei Meinungsverschiedenheiten über Rechte und Pflichten des Bundes und der Länder, insbesondere bei der Ausführung von Bundesrecht durch die Länder und bei der Ausübung der Bundesaufsicht (Artikel 93 Abs. 1 Nr. 3 und Artikel 84 Abs. 4 Satz 2 des Grundgesetzes),
8.
in anderen öffentlich-rechtlichen Streitigkeiten zwischen dem Bund und den Ländern, zwischen verschiedenen Ländern oder innerhalb eines Landes, soweit nicht ein anderer Rechtsweg gegeben ist (Artikel 93 Abs. 1 Nr. 4 des Grundgesetzes),
8a.
über Verfassungsbeschwerden (Artikel 93 Abs. 1 Nr. 4a und 4b des Grundgesetzes),
9.
über Richteranklagen gegen Bundesrichter und Landesrichter (Artikel 98 Abs. 2 und 5 des Grundgesetzes),
10.
über Verfassungsstreitigkeiten innerhalb eines Landes, wenn diese Entscheidung durch Landesgesetz dem Bundesverfassungsgericht zugewiesen ist (Artikel 99 des Grundgesetzes),
11.
über die Vereinbarkeit eines Bundesgesetzes oder eines Landesgesetzes mit dem Grundgesetz oder die Vereinbarkeit eines Landesgesetzes oder sonstigen Landesrechts mit einem Bundesgesetz auf Antrag eines Gerichts (Artikel 100 Abs. 1 des Grundgesetzes),
11a.
über die Vereinbarkeit eines Beschlusses des Deutschen Bundestages zur Einsetzung eines Untersuchungsausschusses mit dem Grundgesetz auf Vorlage nach § 36 Abs. 2 des Untersuchungsausschussgesetzes,
12.
bei Zweifeln darüber, ob eine Regel des Völkerrechts Bestandteil des Bundesrechts ist und ob sie unmittelbar Rechte und Pflichten für den einzelnen erzeugt, auf Antrag des Gerichts (Artikel 100 Abs. 2 des Grundgesetzes),
13.
wenn das Verfassungsgericht eines Landes bei der Auslegung des Grundgesetzes von einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts oder des Verfassungsgerichts eines anderen Landes abweichen will, auf Antrag dieses Verfassungsgerichts (Artikel 100 Abs. 3 des Grundgesetzes),
14.
bei Meinungsverschiedenheiten über das Fortgelten von Recht als Bundesrecht (Artikel 126 des Grundgesetzes),
15.
in den ihm sonst durch Bundesgesetz zugewiesenen Fällen (Artikel 93 Abs. 3 des Grundgesetzes).
http://www.gesetze-im-internet.de/bverfgg/__13.html


Schwarzer Peter:

Jetzt frag' ich mich in Logik I natürlich, wieso sich das Bundesverfassungsgericht als zweimal achtköpfiges Expertengremium immer häufiger als Notbremse der Parlamentarier für zuständig hält in Entscheidungen, die eigentlich das Plenum im Parlament treffen sollte und getroffen hat.

Tritt hier das Bundesverfassungsgericht in Logik II oder III als intellektueller Vorreiter zur klassischen 'Tyrannis' auf ...?

http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3164

Logische Probleme treten eigentlich immer nur auf, wenn man die selbst eingestellten Links nicht anklickt und deren Inhalt also nicht zur Kenntnis nimmt:

In dem aktuellen Verfahren zum ESM geht es nicht um fehlende Mitwirkung des Parlaments (das ja an einem Freitagnachmittag vor der Sommerpause, vermutlich mal wieder materiell beschlußunfähig, formal, da nicht nachgezählt, beschlußfähig, die Regierungsvorlage abgenickt hat).

Vielleicht schaust Du hier mal rein? Sorry, die Tyrannei des Lesenmüssens kann ich Dir nicht ersparen…

http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg12-047.html

Schwarzer Peter:

Aber es gibt ein klares, 'wichtiges' Signal vom Bundesverfassungsgericht an "Blaue Ritter" & Co.: Tragen von "Kutten" in Gerichtsgebäuden verboten ...

http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg12-025.html

http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3164


Ist das jetzt ein klassischer Fall von ›Logik III‹? Irgendeinen Zusammenhang zwischen dem ESM und verfassungsrechtlich unbedenklichen Sicherheitsmaßnahmen bei strafrechtlichen Hauptverhandlungen vermag ich nicht zu erblicken.

Schwarzer Peter:

Ganz so einfach ist das mit dem Gelddrucken nicht. Das läuft gut für eine oder mehrere Privatpersonen ohne Buchhaltungspflicht mit Gelddruckmaschinen im Keller.

Für einen Staat ist das komplizierter. Da läuft das allenfalls gut für Bezahlung der V-Leute in der Neonaziszene, Schmiergeldzahlungen et cetera pp. in 'braunen Briefumschlägen' - also alle die Zahlungen eines korrupten Staates, die ungern aus 'weißen Kassen' getätigt werden und sehr klein im Vergleich zur Geldmenge sind.

http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3164

Das ist mir allerdings neu, daß Informantenhonorare mit eigens gedruckten Geldscheinen beglichen werden, und daß der Staat sich selber besticht, auch.
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@ Stringa

Beitrag  Lobelie am So 15 Jul 2012, 15:20

Es sieht so aus, als ob ich meinen Beitrag zu den Finanzmittlen des ESM und den deutschen Kosten

http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3152

komplett umschreiben müßte:

Schäuble sagte der "Mittelbayerischen Zeitung", die deutschen ESM-Risiken seien klar definiert und auf 190 Milliarden Euro begrenzt - 168 Milliarden an abrufbaren Garantien und 22 Milliarden als Bareinlage. Darüber hinaus gebe es keine deutschen ESM-Risiken.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/haftung-fuer-bankenhilfen-durch-esm-regling-widerspricht-schaeuble-a-844402.html

Im Vertragstext zum ESM habe ich diese Differenzierung so nicht gefunden.

Da heißt es zwar einerseits:

ARTIKEL 8
Genehmigtes Stammkapital

(1) Das genehmigte Stammkapital beträgt 700 Milliarden EUR. Es ist aufgeteilt in sieben Millionen Anteile mit einem Nennwert von je 100 000 EUR, die gemäß dem in Artikel 11 vorgesehenen und in Anhang I berechneten Erstbeitragsschlüssel zur Zeichnung zur Verfügung stehen.

(2) Das genehmigte Stammkapital wird in eingezahlte Anteile und abrufbare Anteile unterteilt. Der anfängliche Gesamtnennwert der eingezahlten Anteile beläuft sich auf 80 Milliarden EUR. Die Anteile des genehmigten Stammkapitals am anfänglich gezeichneten Stammkapital werden zum Nennwert ausgegeben.
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120207_vertrag_zur_einrichtung_des_esm.pdf

Bezogen auf diese 80 Milliarden des Anfangskapitals betrüge der deutsche 27%-Bareinlagen-Anteil tatsächlich ›nur‹ 22 Milliarden, und die fünf Jahresraten für die Einzahlung demnach jeweils 4,4 Milliarden.

Daß die restlichen 168 Milliarden aber keine abstrakte ›Garantie‹, sondern abrufbares Geld ist, ergibt sich aus Absatz 4:

(4) Die ESM-Mitglieder verpflichten sich unwiderruflich und uneingeschränkt, ihren Beitrag zum genehmigten Stammkapital gemäß ihrem Beitragsschlüssel in Anhang I zu leisten. Sie kommen sämtlichen Kapitalabrufen gemäß den Bedingungen dieses Vertrages fristgerecht nach.

Und aus Artikel 9:

ARTIKEL 9

Kapitalabrufe

(1) Der Gouverneursrat kann genehmigtes nicht eingezahltes Kapital jederzeit abrufen und den ESM-Mitgliedern eine angemessene Frist für dessen Einzahlung setzen.

(2) Das Direktorium kann genehmigtes nicht eingezahltes Kapital durch Beschluss mit einfacher Mehrheit abrufen, um die Höhe des eingezahlten Kapitals wiederherzustellen, wenn diese durch das Auffangen von Verlusten unter den in Artikel 8 Absatz 2 festgelegten Betrag – der vom Gouverneursrat gemäß dem Verfahren nach Artikel 10 geändert werden kann – abgesunken ist, und den ESM-Mitgliedern eine angemessene Frist für dessen Einzahlung setzen.

(3) Der Geschäftsführende Direktor ruft genehmigtes nicht eingezahltes Kapital rechtzeitig ab, falls dies notwendig ist, damit der ESM bei planmäßigen oder sonstigen fälligen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Gläubigern des ESM nicht in Verzug gerät. Der Geschäftsführende Direktor setzt das Direktorium und den Gouverneursrat über jeden derartigen Abruf in Kenntnis. Wird ein potenzieller Fehlbetrag in den Mitteln des ESM entdeckt, so führt der Geschäftsführende Direktor (einen) entsprechende(n) Abruf(e) baldmöglichst durch, um sicherzustellen, dass der ESM über ausreichende Mittel verfügt, um fällige Zahlungen an Gläubiger fristgerecht und in voller Höhe leisten zu können. Die ESM-Mitglieder verpflichten sich unwiderruflich und uneingeschränkt, Kapital, das der Geschäftsführende Direktor gemäß diesem Absatz von ihnen abruft, innerhalb von sieben Tagen ab Erhalt der Aufforderung einzuzahlen.

(4) Das Direktorium beschließt die ausführlichen Regelungen und Bedingungen, die für Kapitalabrufe nach Maßgabe dieses Artikels gelten.
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120207_vertrag_zur_einrichtung_des_esm.pdf

Bleibt die Frage, wer hier etwas falsch versteht. Zu den weiteren Risiken für Deutschland, die Herr Schäuble nicht sieht, hatte ich ja schon den Artikel 25 zitiert:

ARTIKEL 25

Deckung von Verlusten

(1) Verluste aus den Operationen des ESM werden beglichen

a) zunächst aus dem Reservefonds,
b) sodann aus dem eingezahlten Kapital und
c) an letzter Stelle mit einem angemessenen Betrag des genehmigten nicht eingezahlten Kapitals, der nach Maßgabe des Artikels 9 Absatz 3 abgerufen wird.

(2) Nimmt ein ESM-Mitglied die aufgrund eines Kapitalabrufs gemäß Artikel 9 Absätze 2 oder 3 erforderliche Einzahlung nicht vor, so ergeht an alle ESM-Mitglieder ein revidierter erhöhter Kapitalabruf, um sicherzustellen, dass der ESM die Kapitaleinzahlung in voller Höhe erhält. Der Gouverneursrat beschließt geeignete Schritte, um sicherzustellen, dass das betreffende ESMMitglied seine Schuld gegenüber dem ESM innerhalb vertretbarer Zeit begleicht. Der Gouverneursrat hat das Recht, auf den überfälligen Betrag Verzugszinsen zu erheben.


http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120207_vertrag_zur_einrichtung_des_esm.pdf



Aber Herr Schäuble versteht ja auch die letzten Gipfelbeschlüsse anders als der designierte Chef der noch gar nicht bestehenden Institution ESM.

Bei den geplanten Direkthilfen für marode Banken haften die Geberländer offenbar mit Steuergeldern. Dieser Ansicht ist zumindest der Mann, der das Geld verteilen soll: Der künftige ESM-Chef Klaus Regling sagte der "Welt am Sonntag", die jeweiligen Staaten müssten keineswegs dafür geradestehen, wenn sich ihre Banken frisches Geld beim Rettungsfonds besorgten.
Regling sagte, sobald es eine wirkliche Bankenaufsicht durch die Europäische Zentralbank (EZB) gebe, bestehe "die Möglichkeit, dass wir Kredite direkt an Banken geben und sie nicht wie heute über die Regierung leiten. Dann ist das Land raus aus der Haftung".
Damit nimmt Regling eine andere Position ein als Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der die Haftung bei den jeweiligen Staaten sieht. EFSF-Sprecher Christof Roche wies allerdings den Eindruck zurück, Regling habe Schäuble widersprochen. Regling sei in dem Interview nicht zu den Ansichten Schäubles befragt worden, so Roche.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/haftung-fuer-bankenhilfen-durch-esm-regling-widerspricht-schaeuble-a-844402.html

Da hat Schäuble offenbar nur eine Ansicht, die den deutschen Wähler beruhigen soll. Und darüber stimmen die Abgeordneten dann demnächst mal wieder ab.
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Lobelie

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@lobelie: Du beginnst, schauspieldemokratische Konzepte zu durchschauen, schreckst aber ...

Beitrag  Gast_0007 am So 15 Jul 2012, 20:06

... ausnahmsweise vor meinem Terminus noch zurück, weil du dich in so wichtigen Dingen doch lieber auf Lehrbücher oder 'Voreierer' verlässt ...?

http://de.wikipedia.org/wiki/Terminus
Lobelie:

Es sieht so aus, als ob ich meinen Beitrag zu den Finanzmittlen des ESM und den deutschen Kosten

http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3152

komplett umschreiben müßte:
...
Da hat Schäuble offenbar nur eine Ansicht, die den deutschen Wähler beruhigen soll. Und darüber stimmen die Abgeordneten dann demnächst mal wieder ab.

http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3194
Vgl.Schwarzer Peter Posting, 12.07.2012, S. 3, 16:47 h @Freizeit: Will die kleine Runde nicht groß stören, aber ...

... bist du sicher, verstanden zu haben, was ich unter schauspieldemokratischen Konzepten verstehe? Ich mein', ganz so scharf ist der Begriff nicht (im Kern nur eine (propagandistische) Klarlackebene mit Augenstreusand für die Bevölkerung und dazu gehörig eine darunterliegende, tief in Kanalsystemen verborgene Expertenebene der realen Katastrophen), oder ...?
http://libertalia.forumieren.com/t43p40-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3118
Lobelie:
...
Logische Probleme treten eigentlich immer nur auf, wenn man die selbst eingestellten Links nicht anklickt und deren Inhalt also nicht zur Kenntnis nimmt:

In dem aktuellen Verfahren zum ESM geht es nicht um fehlende Mitwirkung des Parlaments (das ja an einem Freitagnachmittag vor der Sommerpause, vermutlich mal wieder materiell beschlußunfähig, formal, da nicht nachgezählt, beschlußfähig, die Regierungsvorlage abgenickt hat).

Vielleicht schaust Du hier mal rein? Sorry, die Tyrannei des Lesenmüssens kann ich Dir nicht ersparen…

http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg12-047.html
...
Ist das jetzt ein klassischer Fall von ›Logik III‹? Irgendeinen Zusammenhang zwischen dem ESM und verfassungsrechtlich unbedenklichen Sicherheitsmaßnahmen bei strafrechtlichen Hauptverhandlungen vermag ich nicht zu erblicken.
...
Das ist mir allerdings neu, daß Informantenhonorare mit eigens gedruckten Geldscheinen beglichen werden, und daß der Staat sich selber besticht, auch.

http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3172
Bist du sicher, einen etwas längeren Text im Tenor überhaupt intellektuell erfassen zu können, wenn nicht BGH odr BVerfG drüber steht? Oder ist für dich jeder Satz ein neues Abenteuer, dessen Kontext du nicht erfassen kannst ...?

http://de.wikipedia.org/wiki/Kontext
Vgl. Schwarzer Peter Posting, 14.07.2012, S. 4, 09:13 h Peisistratos: "Tyrannis ...!" - Wir wollen einen 'König' aus der Justiz ...?

http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3164
Vielleicht fehlt dir auch der historische Hintergrund, obwohl ich die Wikipedia-Links zu
Peisistratos und Tyrannis angegeben hatte.

Es geht schlicht darum, dass Staaten in der Krise dazu neigen, demokratische Rechte zurückzudrängen und diktatorische Elemente zu betonen.

Hast du schon mal was von Notstandsgesetzen gehört und verstehst die Logik, die dahinter steht ...?


Demonstrationsaufruf

http://de.wikipedia.org/wiki/Notstandsgesetze
Lobelie:

Aber mit ein wenig Tiefenprüfung hätte man doch feststellen können, für welche Verfahrensarten das Verfassungsgericht zuständig ist: nämlich nicht nur oder auch nur vorrangig für die Verfassungsbeschwerde des Bürgers gegen den Staat (Nr. 8 a), sondern hierfür:
...
http://libertalia.forumieren.com/t43p60-sind-die-milliarden-des-esm-eigentlich-echtes-geld#3172
Du musst mal in eine Bilbliothek gehen und die kleinen Bändchen mit den alten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts lesen. Dann wirst auch du erkennen, dass früher die Grundrechte des kleinen Mannes eine große Rolle gespielt haben und Entscheidungen des Parlaments kaum korrigiert wurden (BVerfG als 'Notbremse' des Parlaments). Soweit ich mich erinnere, war der erste diesbezügliche große Auftritt im Zusammenhang mit dem Volkszählungsgesetz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Volksz%C3%A4hlungsurteil

Heute wird das Bundesverfassungsgericht permanent angerufen, um Entscheidungen des Parlaments zu korrigieren/überprüfen ('Notbremse').

Die Grundrechte des kleinen Mannes interessieren nicht, wenn schon EINMAL ähnlich entschieden wurde - es gibt keine Gleichheit vor dem Recht, sondern lediglich das 'Recht' der ersten Verfassungsbeschwerde in einer Thematik. Aber beim 'Grundrecht auf freie Gestaltung der Klamotten' fühlt sich das 'moderne' Bundesverfassungsgericht berufen, zu entscheiden, dass eine Motorrad-Club-Kutte bei Gerichtsterminen nicht getragen werden darf (du kannst es nicht sehen, aber dir vielleicht denken, wohin mein rechter Zeigefinger gerade tippt, oder ...?).

Zurück zur Machtkonzentration und Demokratiereduzierung in Krisenzeiten: Diese zweimal acht politischen Richter ('Notbremseparlament') werden von der Politik gewählt und somit entscheiden dann nur noch acht anstatt das ganze Parlament. Das war u.a. mein Punkt.

Hältst du es für möglich, dass Norbert Lammert (Bundestagspräsident) mich vor drei Tagen gelesen hat?

Für "erstaunlich" halte er die jüngste Entscheidung des Gerichts, mit der es die bisherige Richterwahl durch einen zwölfköpfigen Wahlausschuss als verfassungsgemäß abgesegnet hatte, sagte Lammert der "Süddeutschen Zeitung". Angesichts der "erheblichen Bedeutung", die dem Gericht inzwischen auch bei der europäischen Integration zukommt, wäre eine Wahl der Richter durch alle Abgeordneten "plausibler".

Das Grundgesetz enthalte die ausdrückliche Formulierung, die Richter müssten "je zur Hälfte vom Bundestag und vom Bundesrat gewählt" werden, sagte Lammert. Die jüngste Entscheidung aus Karlsruhe "enttäuscht im Vergleich zu den Ansprüchen des Bundesverfassungsgerichts zur unaufgebbaren parlamentarischen Gesamtverantwortung in anderen Angelegenheiten".

http://www.welt.de/politik/deutschland/article108292447/Lammert-will-Verfassungsrichter-waehlen-lassen.html

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Re: Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

Beitrag  QuoVadis am Mo 16 Jul 2012, 19:50

Ich, der Mops, habe eine Utopie und ein Abenteuer vor Augen:

Ein Allgemein-Bürgerlicher Rettungsschirm.

Jeder EU-Bürger hat das Recht auf einen ABR.
Der ABR ist XYZ Promille des Bankenrettungsschirms, den der Bürger ja so wie so selbst bezahlt hat oder bezahlt oder bezahlen wird.

Z.B., der Bürger konzipiert ein Projekt: Ein Häusle zu bauen, ein Geschäft zu gründen, die Pänz durch die Uni zu bringen, Kinder überhaupt zu kriegen, - das sind, so zu sagen, die Schulden auf die Zukunft (projiziert).

Bürger geht zur Bank (die er selbst gerettet hat, rettet oder retten wird), bekommt formlos den ABR. Ab da zahlt er 0,0000001 % (oder so) Zinsen per anno - um die Bearbeitungsgebühren zu decken. Oder über die Lohn- oder Einkommenssteuer - direkt an den Staat.

Der Bürger ist zufrieden und meckert nicht mehr, daß die Banken für die Politik wichtiger sind als er selbst, die Banken sind zufrieden, weil die weniger Angst vor dem Wutbürger und idealistischen Aktivisten sowie unvernünftigen Jung- oder Altpolitiker mit Einfluss haben müssen. Die Politiker im mittleren Alter sind einfach nur glücklich, weil die Banken glücklich sind.

ABR belebt die Konjunktur und stellt eine Atmosphäre des insgemeinen Wohlseins dar.

Mops bekommt den Nobelfriedenspreis... Und ist auch zufrieden.

Über die Detaills könnte man noch diskutieren, aber wer mir jetzt mit Zahlen kommt, ist ein Spielverderber.... pirat

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ABR

Beitrag  patagon am Mo 16 Jul 2012, 20:11

Weiß jemand wie viele Millionen Einwohner die Euro Zone hat? Umgerechnet auf die Bevölkerung, wie viel kommt dann pro Kopf an Verpflichtung auf jeden Einzelnen?
Wie viel ist davon vermutlich sicher gedeckt. Oder handelt es sich um Lose und weiß man schon im Voraus wer vermutlich den Hauptgewinn zieht?

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Re: Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

Beitrag  QuoVadis am Mo 16 Jul 2012, 20:17

patagon schrieb:Weiß jemand wie viele Millionen Einwohner die Euro Zone hat? Umgerechnet auf die Bevölkerung, wie viel kommt dann pro Kopf an Verpflichtung auf jeden Einzelnen?
Wie viel ist davon vermutlich sicher gedeckt. Oder handelt es sich um Lose und weiß man schon im Voraus wer vermutlich den Hauptgewinn zieht?

Spielverderber.

EU = ca. 1/2 Milliarden Bürger

ESM = 700 - 800 (?) Milliarden Euro

LG, QV


Zuletzt von QuoVadis am Mo 16 Jul 2012, 20:20 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : spielverderber)
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Dann bin ich eben ein Spielverderber

Beitrag  patagon am Mo 16 Jul 2012, 20:27

nur mal zur Erklärung.

Eine Milliarde sind tausend Millionen
Eine Billion sind tausend Milliarden
Eine Billiarde sind sind tausend Billionen.
Es geht so weiter mit Trillion usw.
Ich wusste gar nicht wie reich ich bin. Wißt ihr wie reich ihr seid.
Wären wir es nicht, wie könnten wir solche Garantien geben? lol!

patagon

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Alles halb so wild,

Beitrag  Lobelie am Mo 16 Jul 2012, 21:32

laut Schäuble geht es für die 80 Mio. Deutsche ja nur um 22 Milliarden Euro; vielleicht hat jemand einen Taschenrechner, auf dem man die Pro-Kopf-Belastung ausrechnen kann... Ich habe mal ein paar Nullen weggelassen und komme auf läppische 2.750,- Euro. Aber vielleicht habe ich hier und da die falsche Null weggelassen?

Und wenn beim ESM jemand vorschlägt, die restlichen 168 Milliarden des deutschen Anteils abzurufen, dann sagen die deutschen Vertreter mit ihrem 27%-Anteil einfach immer NJET, dann gibt es kein Einvernehmen oder eine qualifizierte Mehrheit von 85%.

Nur wenn bei Verlusten bzw. fälligen Forderungen gegen den ESM Kapital nachgeschossen werden muß, reicht die einfache Mehrheit des Direktoriums aus - und diese Situation wird ja wohl nicht vorkommen, wenn bei einem Eigenkapital des ESM von 16 Milliarden im 1. Jahr, 32 im 2. Jahr usw. bis 80 Milliarden im 5. Jahr 500 Milliarden ausgereicht werden sollen.

Wo jetzt wieder diese 500 Milliarden herkommen, die der ESM verteilen will, obwohl sein Eigenkapital zwischen gut 3% (im 1. Jahr) und ca. 16% (im 5. Jahr), bezogen auf die auszureichenden Kredite, liegt, weiß der Henker. Aber diese an Land gezogenen Gelder werden garantiert einmal zurückgefordert werden. Weniger garantiert ist, daß die ESM-Kreditnehmer ihre Kredite zurückzahlen, insbesondere marode Banken nicht.

Ich glaube, so etwas nennt man im kreativen Slang der Finanzwissenschaften ›Geldschöpfung‹. Oder: aus Minus wird Plus und umgekehrt. Multiplizieren hilft da nicht weiter... Mathematische Axiome gelten nur in der künstlichen Welt der Mathematik. Mit dem real life haben sie nichts zu tun.

Mad
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Re: Sind die Milliarden des ESM eigentlich echtes Geld

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