WIKILEAKS und Fall Julian Assange

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WIKILEAKS und Fall Julian Assange

Beitrag  Gast am Do 05 Jul 2012, 12:23

das Eingangsposting lautete :

Aufgrund aktuellem Anlass, eröffne ich diesen Strang zum Thema Veröffentlichungen durch Wikileaks.


Am heutige Donnerstag dem 5. Juli 2012 hat Wikileaks angefangen die "Syrien Dateien" (Syria Files) zu veröffentlichen - mehr als zwei Millionen E-Mails von syrischen Politikern, Ministerien und assoziierten Firmen aus dem Zeitraum von August 2006 bis März 2012.

Diese außerordentlichen Datensammlung kommt aus 680 verschiedenen Entitäten bzw. Domain-Namen mit Bezug zu Syrien, inklusive der Ministerien für präsidiale Angelegenheiten, dem auswärtigen Amt, dem Finanzministerien, den Ministerien für Information, Transport und Kultur.

In den nächsten zwei Monaten werden Recherchen auf Basis dieser ungewöhnlichen Einblicke bei Wikileaks (global), Al Akhbar (Libanon), Al Masry Al Youm (Ägypten), ARD (Deutschland), Associated Press (Vereinigte Staaten), L’Espresso (Italien), Owni (Frankreich), Publico.es (Spanien) veröffentlicht. Andere Publikationen werden sich erst mit ihren Veröffentlichungen ankündigen.

Wikileaks-Gründer Julian sagte: "Die Materialien sind entblössend für Syrien, aber auch entblössend für Syriens Gegner. Es hilft uns nicht bloss die eine oder andere Gruppe zu kritisieren, sondern vor allem ihre Interesssen, Aktionen und Gedanken zu versehen. Es ist nur durch Verständniss möglich, sich einer Lösung des Konflikts zu nähern."


http://wikileaks.org/Syria-Files-DE.html

Die Presskonferenz war hier zu sehen.

http://www.ustream.tv/frontlineclub

Der kleine Nils pirat

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Und sowas nennt sich Emanzipation

Beitrag  patagon am So 19 Aug 2012, 21:55

Brain Wash,
Zuerst mal eine persönliche Frage nach deinem Nick.
Warum nennst du dich ausgerechnet Gehirnwäsche?

So jetzt zum Thema.

Ich habe zufällig heute eine Doku über vergewaltigte Frauen in Bosnien während des Krieges gesehen.
Ein solches Maß an Gewalt und Zynismus könnte sich kein noch so krankes Gehirn ausdenken. Natürlich haben Frauen jedes Recht sich gegen Willkür, Bloßstellung und Mißachtung zu wehren und zwar mit allen Mitteln.
Gegen diejenigen, die ihnen das angetan haben. Natürlich steht es ihnen zu Wiedergutmaschung zu fordern. Aber nicht pauschal sondern genau an den Stellen, wo ihnen solches Unrecht widerfahren ist.
In dem Augenblick, in dem sie auf die gleiche linke Tour auf Unschuldige losgehen, verwirken sie dieses Recht. Sie werden zu schuldigen Opfern. Sie machen sich selbst dazu.

Eine Sache aus dem Bericht, die mich besonders erschütter hat, war das Folgende:
Marja, eine Bosnierin, Mutter dreier Kinder im Alter zwischen 12 und 15 Jahren, war mit ihren Kindern in ein Kriegsgefangenen Lager geraten. In der Morgendämmerung wurde sie auf eine Wiese gebracht und dort von mehren Soldaten vergewaltigt. Ein 16 jähriger Bosnier, der weinend gestand noch nie Geschlechtverkehr gehabt zu haben, wurde auf sie gelegt und dazu gezwungen an dem Verbrechen teilzunehmen. Er weinte. Ihre Kinder stellten sich auf eien Eimer und beobachteten vom Fenster aus, was ihrer
Mutter angetan wurde. Während die besoffenen Landser die Tragoedie lachend und feixend kommentierten.

Wer von den Beteiligten und Beobachtern kann so etwas je überwinden?
Die Staatsanwältin hat der Sache der Frauen und ihrem Land einen Bärendienst erwiesen. Pfui!


patagon

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@patagon

Beitrag  BrainWash am Mi 22 Aug 2012, 22:12

Warum nennst du dich ausgerechnet Gehirnwäsche?
Den Nick habe ich schon sehr lange... ich kann heute nicht mehr sagen warum und wieso ich a) diesen Nick vieleicht freiwillig gewählt habe... oder ob mir b) dieser Nick in grauer Vorzeit einfach übergestülpt wurde... aus welchen Gründen auch immer.
Fakt ist, ich werde auch im realen Leben seit Jahren nur noch mit Brain oder BrainWash angesprochen... von wem auch immer.
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Sehr erstaunlich!

Beitrag  Lobelie am So 23 Sep 2012, 09:01

Im juristischen Streit um den Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, kommt Bewegung. Nach Medienberichten hat ein forensisches Labor in Schweden auf einem der Kondome, das eine Vergewaltigungsanzeige stützen sollte, keine DNA-Spuren des Wikileaks-Gründers gefunden. Das Resultat wurde von einem weiteren Labor bestätigt. Diese neuen Nachrichten machen eine Anklage wegen Vergewaltigung gegen Assange in Schweden unwahrscheinlicher. Die Staatsanwaltschaft des Landes, die nach wie vor auf die Auslieferung des 41-jährigen besteht, will sich zu dem Ergebnis bislang nicht äußern.
[…]
Die neuen Untersuchungsergebnisse aus Schweden könnten die Lage nun zugunsten des Wikileaks-Gründers verändern. Immerhin wird die Beschuldigung einer der Anzeigenstellerinnen, Anna A., infrage gestellt. Die inzwischen 33 Jahre alte Frau hatte bei der Anzeige angegeben, Assange habe das Kondom beim zunächst einvernehmlichen Geschlechtsverkehr vorsätzlich zerrissen. Nach schwedischem Recht kommt dies einer Vergewaltigung gleich. Der Negativbefunde des DNA-Tests stellt die Aussage der mutmaßlich Geschädigten nun massiv in Zweifel.
http://www.heise.de/tp/blogs/8/152821

Nicht das Ergebnis ist sehr erstaunlich, sondern der Umstand, daß diese Untersuchung erst jetzt vorgenommen wurde: was ist denn Grundlage des Haftbefehls?
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Tja, Lobelie

Beitrag  stringa am So 23 Sep 2012, 11:11

man fragt sich wirklich, wie es denn ist mit den Schweden.

Ist es tatsächlich so wie dieses berühmte Krimi-Autoren-Paar Sjöwall - Wahlö damals in den 70ern in seinen Romanen beschrieben hat, nämlich undemokratisch, die Polizei ein Staat im Staate, hinter den Kulissen finstere Machenschaften etc. ?

Irgendwie konnte ich das damals gar nicht so richtig glauben, galt Schweden damals ja außerdem als Vorzeigemodell für sexuelle Offenheit, alternatives Denken und ähnliches.

Vielleicht hatten Sjöwall-Wahlö doch recht Evil or Very Mad Evil or Very Mad Evil or Very Mad
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Sjöwall-Wahlöö

Beitrag  Lobelie am So 23 Sep 2012, 11:55

Das waren noch echte Schwedenkrimis... Prallvoll mit Wirklichkeit. Man gewinnt schon den Eindruck, daß mit dem Assange-Verfahren etwas nicht stimmt. Allein das Gezerre um einen Haftbefehl: erst wird einer erlassen, dann wird der Übereifer einer feministisch orientierten Staatsanwältin gerügt und der HB wieder aufgehoben, später erneut erlassen, angeblich nur mit dem Ziel der Durchführung einer Beschuldigtenvernehmung, das aus rechtsstaatlicher Sicht kein Ziel sein kann.

Warum hat Schweden nicht zugesichert, die Auslieferung nur zum Zwecke des Betreibens des eigenen Verfahrens zu begehren? Sondern lediglich, bei drohender Todesstrafe nicht an einen (bekannten) Drittstaat auszuliefern?
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@Lobelie: Du denkst zu sehr in 'rechtsstaatlichen Modellen' und ...

Beitrag  Gast_0007 am So 23 Sep 2012, 12:47

... versteht die 'Meta-Justiz der Macht' als Instrument moderner Schauspieldemokratien nicht.

Darum verstehst du auch die Causa Kachelmann nicht. Und weil du zum 'systemimmanenten Hinterherpesen dressiert' wurdest, fallen dir die Widersprüche zur deine Früheinschätzung des Kachelmannverfahrens nicht auf. 'Dressurbedingt' verdrängst du diese Widersprüche deiner Früheinschätzung zur späteren, tatsächlichen Verfahrensführung:

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http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot

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Vielleicht kommt man den Hintergründen jetzt etwas näher

Beitrag  Lobelie am Fr 05 Okt 2012, 19:03

Assange labeled an ‘enemy’ of the US in secret Pentagon documents

Thu Oct 4, 2012 5:27PM GMT


By Dave Lindorff

What makes the designation by the Pentagon of Assange as an “enemy” in this context dangerous is that since 9-11-2001, the US government, with the general consent of the courts, has been treating “enemies” of the state in some very frightening extra-judicial ways. Enemies of the US these days can be summarily arrested and taken away to black-site prisons or to a place like Guantanamo without even a requirement that any notice be given to friends or relatives."

[...]

The Age newspaper in Melbourne Australia is reporting that documents obtained through the US Freedom of Information Act from the Pentagon disclose that during an investigation by the Air Force Office of Special Investigations, a counter-intelligence unit, of a military cyber systems analyst based in Britain who had reportedly expressed support for Wikileaks and had attended a demonstration in support of Assange, referred to the analyst as having been “communicating with the enemy, D-104,” which is an article of the US Uniform Military Code which prohibits military personnel from “communicating, corresponding or holding intercourse with the enemy.”

[...]

What makes the designation by the Pentagon of Assange as an “enemy” in this context dangerous is that since 9-11-2001, the US government, with the general consent of the courts, has been treating “enemies” of the state in some very frightening extra-judicial ways. Enemies of the US these days can be summarily arrested and taken away to black-site prisons or to a place like Guantanamo without even a requirement that any notice be given to friends or relatives. They can be locked up indefinitely and denied access to a lawyer. They can even be subjected to what is euphemistically called “intensive interrogation,” which most people and which international law call torture, as was done to Private Bradley Manning, charged with providing hundreds of thousands of pages of secret documents to Wikileaks.

Although the case against the military analyst in question was closed by the Air Force, with no charges brought, but with her security access lifted, Assange’s attorney in the US, CCR President Michael Ratner, says the labeling of Assange and Wikileaks as “enemies” remains a threat, should he ever be extradited or renditioned to the US. Ratner says as an “enemy” he could possibly be subject to military detention.

[...]

This puts in a different light denials by the US, and by the Australian government, of reports that the US has obtained a secret sealed indictment of Assange, and that it is hoping he will be deported from Britain to Sweden, where he is wanted by prosecutors for questioning concerning two controversial complaints of sexual assault, so that he can be then more easily extradited to the US. A British court has already approved his extradition to Sweden, but as he was awaiting his last appeal, Assange jumped bail and fled to the Ecuadoran Embassy, which granted him asylum and said he is welcome to come to Ecuador. Britain has vowed to arrest him if he leaves the safety of the embassy, however, leaving him at least temporarily stranded there.

Many observers believe that the long captivity, including torture, and the delayed military prosecution of Pvt. Manning, all widely condemned including by the United Nations reporteur on human rights, is aimed at trying to coerce him into fingering Assange as having lured or bribed him into revealing secret military documents -- something Assange denies, and which Manning has refused to do.

Word that the US government, or at least the Pentagon, is considering Assange and his organization to be “enemies” of the US would appear to make his fear of extradition to Sweden, as well as the British authorities’ zeal to arrest him and hand him over to Swedish authorities, all the more justified. Sweden has an easier procedure for extraditing people to other jurisdictions for prosecution than does Britain, and currently has a right-wing government that is very supportive of US military and war policies.

Significantly, offers by Assange and by Ecuador to allow him to be questioned freely by Swedish prosecutors about two incidents of alleged unwanted sex asserted by two Swedish women have been declined by Swedish authorities, again raising suspicions that the extradition is all about getting Assange out of Britain and into Sweden. He has not been charged there with any sex offenses, and is only sought for questioning.

[...]
http://www.presstv.ir/detail/2012/10/04/264958/assange-abeled-an-enemy-of-the-us/

Das ist einer der klügsten Hintergrundberichte, die ich über den Fall je gelesen habe.
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Re: WIKILEAKS und Fall Julian Assange

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