Ärztestreik

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Ärztestreik

Beitrag  uvondo am Di 04 Sep 2012, 08:38

Ich muß einfach einmal mein Maul aufmachen. Da kämpft die unnütze KV (Kassenärztliche Vereinigung) um mehr Geld für Mediziner. Alle Mediziner hätten sehr viel mehr Verdienst, wenn es diese unsägliche KV nicht geben würde. Nur niemand mag gegen diesen Verein anstinken. Macht!!!! Da sitzen Mediziner die zu blöd für eine eigene Arztpraxis sind, dafür aber viel von Kommerz verstehen. Und vor allem...sich selbst zu vermarkten. Beispiel????:

Die Führungskräfte dieser KV haben ein Jahregehalt von mindesten 300.000 € p.a., würden diese Schwachmaten im normalen Ärzteberufsleben nie verdienen. Ein Allgemeinmediziner verdient im Durchschnitt ca. 8.000 € im Monat. Unsere Berufsebene (Labore) ist eine andere Liga, deswegen verweigern wir uns auch dieser KV (bitte jetzt nicht mißverstehen). Die Politik sollte da doch eher endlich einmal die Krankenkassen, die ja ewig jammern, angreifen. Die haben Milliardenüberschüsse, sind aber u.a. nicht bereit auf die quartalsmäßigen 10 € pro Patient zu verzichten. Wie überall...LOBBY....... Ich habe einen sowasvondickenhals............
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Die Krankenkassen

Beitrag  Lobelie am Di 04 Sep 2012, 10:42

würden schon gern auf die Praxisgebühr verzichten, deren Eintreiben ja auch aufwendig ist. Aber das haben nicht sie zu entscheiden, sondern die Politik. Und m.W. ist es bislang nur die FDP, die das will.

Dieser ganze medizinische Sektor ist ein derartig unübersichtlicher wirtschaftlicher Komplex, daß sich die diversen Lobbyisten (wozu auch Ärztefunktionäre gehören) nur die Hände reiben können, nachdem sie sich erfolgreich die Klinke in die Hand gegeben haben. Im Endeffekt wird das Ganze immer teurer und der Patient zum reinen Wirtschaftsfaktor. Gesünder sind die Deutschen jedenfalls nicht als andere Angehörige anderer Staaten, in deren medizinischen Komplex weniger Geld fließt.

Letztlich scheint gar nicht mehr die Heilung, sondern die Herstellung und Aufrechterhaltung einer Behandlungsbedürftigkeit Ziel des Gesundheitssystems zu sein - woraufhin die Krankenkassen neue Stellschräubchen zur Kostenreduzierung ersinnen, die vom System wieder ausgehebelt werden (Stichwort Fallpauschale, gekoppelt mit Krankenhaus-Verträgen, durch die Ärzte Boni erhalten, wenn sie möglichst viel operieren). Kürzlich hat der BGH entschieden, daß ausländische Internet-Apotheken in Deutschland nicht billiger anbieten dürfen als deutsche Apotheker, die zu europäischen Höchstpreisen verkaufen - was hoffentlich vom Europäischen Gerichtshof kassiert wird.

M. a. W. - das ist ein Gordischer Knoten, den wohl niemand mehr zerschlagen kann, selbst wenn er es wollte.
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moin moin Lobelie

Beitrag  uvondo am Di 04 Sep 2012, 11:03

wie recht Du hast.....:>>>Im Endeffekt wird das Ganze immer teurer und der Patient zum reinen Wirtschaftsfaktor. Gesünder sind die Deutschen jedenfalls nicht als andere Angehörige anderer Staaten, in deren medizinischen Komplex weniger Geld fließt<<< UND >>>Letztlich scheint gar nicht mehr die Heilung, sondern die Herstellung und Aufrechterhaltung einer Behandlungsbedürftigkeit Ziel des Gesundheitssystems zu sein <<<....

Darüber habe ich schon einmal versucht im ehemaligen Forum zu schreiben. Leider keine Resonanz........
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Fehlende Resonanz

Beitrag  Lobelie am Di 04 Sep 2012, 11:29

Die fehlende Resonanz liegt wohl daran, daß viele glauben, ohnehin nichts ändern zu können - oder weil sie als Patienten immer noch die Rolle des Unterlegenen einnehmen, der Ja und Amen zu allem sagt, was ihm als erforderliche Maßnahmen verkauft wird.

Das ist ja das Einzige, das man tun kann: mündig und kritisch zu sein. Beipackzettel zu lesen, Aufklärungsbögen nicht blind zu unterschreiben, sich über den Sinn und Zweck von "Vorsorge"-Untersuchungen zu informieren. Über Hirntod und Organtransplantation nachzudenken.

Das ist alles so unangenehm, daß man es doch lieber sein läßt, und ich zähle mich ausdrücklich dazu. Dann und wann gibt es einen Impuls, und man nimmt sich vor, eine Patientenverfügung zu verfassen - und läßt es dann doch sein, was leider sehr irrational ist. Man hofft eben, daß es gut geht...
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Ach, uvondo, es kommt doch noch besser....

Beitrag  Oldoldman am Di 04 Sep 2012, 11:40

Fresenius, einer der führenden Anbieter von Medizinprodukten, kauft Helios.

vgl. den Überblick unter http://www.fresenius.de/90.htm

Helios kauft Kliniken und seit einiger Zeit auch Praxen der niedergelassenen Ärzte, die dann Angestellte von Helios sind. Fehlt eigentlich nur noch ein Versicherungsunternehmen - die Fresenius-Krankenkasse. Dann wäre doch alles in einer Hand:

Helios-Ärzte verschreiben Fresenius-Medikamente, benutzen Fresenius-Produkte und überweisen in Helios-Kliniken, wo wiederum fast ausschließlich Fresenius-Produkte zum Einsatz kommen. Die Laboruntersuchungen macht dann Fresenius (links die Wurst mit der Mühle - rechts das Blut von Lieschen Müller).
Und am Ende wird das mit der Fresenius-Krankenkasse abgerechnet, die die Beiträge von den Mitgliedern einzieht...
Ne, das war jetzt ein Fehler. Die Zeche zahlen die gesetzlichen Krankenkassen, die, wenn sie nicht über die Rücklagen verfügen und auch nicht über das Beitragsaufkommen, dann von der Politik gestützt und notfalls aus dem Steuersäckel 'geheilt' werden....
Und in dem gesamten Komplex Fresenius-Helios wird an allen Stellen ein Gewinn generiert, denn Fresenius verkauft seine Produkte an Helios natürlich nicht zum Selbstkostenpreis und die Helios-Praxen und Kliniken sind natürlich auch Profit-Center...
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JA oldy, das ist leider so

Beitrag  uvondo am Di 04 Sep 2012, 12:01

Fresenius wollten schon in früheren Zeiten unsere Labore ebenfalls einkaufen. Wir haben uns immer dagegen gestemmt. Haben uns einen starken Partner mit reingenommen, dem ich nach internen familieren "Schwierigkeiten" (Streitigkeiten) bis auf wenige Eigentumsanteile, den Rest unserer Laborgruppe "verkauft" hatte. Jetzt liegt dieser Mensch mit Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium im Krankenhaus. Weißt Du wie ich mich fühle..... Ich soll wieder Verantwortung übernehmen und werde mich wahrscheinlich gegen ein Milliardenunternehmen nicht wehren können. DENN wir haben in unseren Laboren täglich 10.000 Einsendungen/Befunde von Krankenhäusern und Arztpraxen, zusätzlich Einsendungen von Lebensmittelbetrieben aus dem gesamten Bundesgebiet. Und neuerdings (aufgrund gesetzlicher Verordnung) die Entnahme und Prüfung von Wasserproben aus Mehrfamilienhäusern (muss ich vielleicht gesondert erklären) die jährlich per Gesetz durchgeführt werden müssen. Ein Riesengeschäft........Ich fühle mich wie KarlArsch. Egal wie ich finanziell gut abgesichert bin.....Ich habe die Schnauze volllllllll
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Uvo,

Beitrag  patagon am Di 04 Sep 2012, 17:55

"Und neuerdings (aufgrund gesetzlicher Verordnung) die Entnahme und Prüfung von Wasserproben aus Mehrfamilienhäusern (muss ich vielleicht gesondert erklären) die jährlich per Gesetz durchgeführt werden müssen. Ein Riesengeschäft........Ich fühle mich wie KarlArsch. Egal wie ich finanziell gut abgesichert bin.....Ich habe die Schnauze volllllllll"

Was ist das denn für ein Gesetz?

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moin moin

Beitrag  patagon am Mo 10 Sep 2012, 08:33

vor ein paarTagen hattet ihr im Forum ein sehr interessantes Gespräch über Bakterien und Microorganismen. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern, wo genau das stand. Uvo sprach darüber dass nur ein neugeborenes Baby keimfrei wäre, bevor es den Muttermund verlässt und sich diese Bakterien innerhalb kürzester Zeit vermillionfachen.

Da ich nichts von solchen Dingen verstehe, hatte ich mich nicht weiter darum gekümmert. Aber jetzt merke ich, dass ich dauernd darüber nachdenken muss.

Bakterien sind ja so klein, dass man sie nur unter dem Microskop sehen kann und sicher nicht wiegen kann, weil es wahrscheinlich so feine Messinstrumente gar nicht gibt.

Ich frage mich aber, woher man wissen will, dass ein ungeborenes Kind absolut keimfrei ist. Wie soll das gehen?
Eine andere Frage wäre, sind wir nicht eigentlich alle ein Macrokosmos aus Molekülen, Atomen, Microkoorganismen, Bakterien usw.?

Und geben wir nur einer Mixtur aus verschiedenen Stoffen irgendwelche Namen?

Mit den ursprüngen des lebens hat doch alles mit allem zu tun und nur durch unsere ständige Trennerei und Selektion verformt die Natur.

Wenn ich einen Satzt höre, wie das Recht kann sich nicht an Moral messen lassen, wird es überdeutlich.

Auch wenn mal nichts sage, so denke ich doch über Dinge nach und tue etwas zutiefst menschliches, nämlich Fragen stellen.
Dabe komme ich auf eine andere Frage, gibt es eigentlich schon Maschinen, die selbst Fragen stellen, ohne dass ein Mensch das vorher einprogrammiert hat?




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moin moin pat

Beitrag  uvondo am Mo 10 Sep 2012, 09:20

>>>Da ich nichts von solchen Dingen verstehe, hatte ich mich nicht weiter darum gekümmert. Aber jetzt merke ich, dass ich dauernd darüber nachdenken muss.
Bakterien sind ja so klein, dass man sie nur unter dem Microskop sehen kann und sicher nicht wiegen kann, weil es wahrscheinlich so feine Messinstrumente gar nicht gibt. <<<

doch kann man wiegen, der Anteil allein im menschlichen Darm an Bakterien liegt bei 1,5 KG. Das ist der Wert eines Menschen mit ca. 70 KG Gewicht. Vielleicht gehe ich auf Wunsch später noch darauf ein, denn jetzt habe ich einen aushäusigen Termin. Die Anfahrt dauert länger als der Termin selbst. Also bis nachher.....

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Mich würde interessieren....

Beitrag  Gast am Mo 10 Sep 2012, 09:32

WIE die "Krankenversicherung" z.B. in der Schweiz geregelt ist....auch um den "Vergleich" zu betrachten....

Soweit ich weiß, sind dort ALLE Menschen "privat" Krankenversichert!
Sind sie weniger "krank" weil sie viel selber zahlen müssen, verdienen dort die Ärzte weniger weil sich die Patienten nicht gleich wegen jeden Schnupfens in die Praxis begeben?

@Lobelie
Ich "hörte" von "Hausärzten", dass es eher für SIE umständlich wäre wegen der "Praxisgebühr"!
Ich dachte damals, sie dürfen diese 10 € p.P. behalten..... Rolling Eyes dem ist aber nicht so!
Für die KV ist es NICHT umständlich, müssen doch dei Ärzte diese Gebühr eintreiben, Buchführung dazu betreiben und abführen......für mich sieht das eher nach "leicht verdientem Geld" aus....?

Gast
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@patagon: Mit "man" meinst du Mediziner ...?

Beitrag  Gast_0007 am Mo 10 Sep 2012, 09:51

patagon:

Bakterien sind ja so klein, dass man sie nur unter dem Microskop sehen kann und sicher nicht wiegen kann, weil es wahrscheinlich so feine Messinstrumente gar nicht gibt.

http://libertalia.forumieren.com/t87-arztestreik#7560
Du spricht hier von Medizinern, die eine (Feder(?))Waage zum "wiegen" brauchen? Ich mein', die Gewicht(skraft) können MÄNNER bei bekannter Gavitationskonstante auch aus der Masse berechnen, oder ...?
Elektron - Wikipedia:

Masse:

5,485 799 0946(22) • 10−4 [1] u
9,109 382 91(40) • 10−31 [2] kg
1 • me
0,510 998 928(11)[3] MeV/c2

http://de.wikipedia.org/wiki/Elektron
Kannst du 9,109 382 91(40) • 10−31 [2] kg als Dezimalzahl korrekt zu Papier bringen? Das sind 0,0 ... 28 Nullen ...0910938291(40) kg ...!
patagon:

Auch wenn mal nichts sage, so denke ich doch über Dinge nach und tue etwas zutiefst menschliches, nämlich Fragen stellen.

Dabei komme ich auf eine andere Frage, gibt es eigentlich schon Maschinen, die selbst Fragen stellen, ohne dass ein Mensch das vorher einprogrammiert hat?

http://libertalia.forumieren.com/t87-arztestreik#7560
Stelltst du dir die Frage, wie Physiker die Elektronenmasse so genau gemessen haben, oder müsste eine solche Frage eine Maschine stellen? Würdest du dir die kaufen wollen? Oder crasht das mit deinem esoterisch-religiösen Weltbild ...?

Wie lautete dein Vorwurf neulich an die Wissenschaft? Dass der Mensch immer noch nicht (wie ein Vogel) fliegen könne, sondern nur mit Hildfsmittel wie Flugzeugen, Drachen, Raketen et cetera pp. ...?

patagon, ich verrate dir ein Geheimnis, dass aber unter exakten Wissenshaftlern und Ingenieuren gar keines ist: Der Mensch wird ohne technische Hilfsmittel bei seiner heutigen Anatomie NIE fliegen können (aktiv aus eigener Kraft vom Boden abheben). Dazu ist die Fläche seiner ‚Flügel’ bzw. ‚Geschwindigkeit seiner Bewegungsmöglichkeiten’ zu klein, weil er bei seiner Auftriebsfläche etwa 200 km/h zum ‚Fliegen’ bräuchte. Du kannst ja schon mal ‚Propellerübungen auf ‚nem Bollerwagen’ machen, auf welche Startgeschwindigkeit du kommst ...!!!


Quetzalcoatlus, Größenvergleich

http://de.wikipedia.org/wiki/Flugsaurier#Entdeckungsgeschichte_der_Flugsaurier

Gast_0007

Anzahl der Beiträge : 553
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Ort : 20.000 Meilen unter dem Meer

http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot

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Praxisgebühr

Beitrag  Lobelie am Mo 10 Sep 2012, 09:54

@ Steffi:

Stimmt - die bürokratischen Pflichten wurden auf die Ärzte umgelegt; die Kassen müssen nur das Inkasso betreiben, wenn die kassenärztlichen Vereinigungen das nicht selbst durchführen.

Lustig ist, daß sich der Staat selbst durch die "Praxisgebühr" einen Vorteil verschafft: bei den zwangsweise privatversicherten Beamten, die einen Teil der Rechnungen von der staatlichen Beihilfe und einen Teil von der privaten Versicherung zurückerstattet bekommen, behält der Staat dreist pro Quartal 10 Euro ein, und zwar pro beihilfeberechtigtem Familienmitglied - die kommen aber nicht der gesetzlichen Krankenkasse zugute.
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