Briefe zwischen den Zeiten

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Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  fab Jack am Di 19 Jun 2012, 12:22

das Eingangsposting lautete :

„Die Nellie, eine Hochseeyacht, schwojte um ihren Anker ohne ein Flattern der Segel und lag ruhig da“ – oder „Man nenne mich Ismael“ – vielleicht sollte hier an dieser Stelle erwähnt werden: „Ich bin nicht Stiller“ – nicht zu vergessen: „Mein Name ist Arthur Gordon Pym.“

Die Suche verschiedener Autoren nach dem Herzen der Finsternis, dem Weissen Wal, einem warmen Südkontinent oder der eigenen Identität, die verzweifelte Liebe von Heathcliff und Cathy, die Abenteuer der stolzen Heldin Elizabeth Bennet, die Konfitüren und Geschichten von Georges Sand –

All das Themen verschiedener Korrespondenzen zwischen den Zeiten und Gezeiten.
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Ich kann auch vieles nicht wegwerfen...

Beitrag  patagon am Di 26 Jun 2012, 10:09

besonders keine Sachen, von denen ich einmal dachte, dass ich sie unbedingt brauche.

Maschera, nein es geht nicht um meine Bücherregale. Ich weiß nicht, woher sie kommen. Eines Tages waren sie da und ich habe erst einmal vorsichtig reingeschaut, nach langem Suchen ein Buch mitgenommen. Hat mich dann aber nicht interessiert. Sofort wieder hineingestellt und dafür 2 andere mitgenommen. eines war toll, wollte ich immer schon mal lesen "Wendekreis des Steinbocks". Ich weiß selbst nicht, warum ich es damals, als Herny Miller in aller Munde war, nicht zwischen die Finger bekommen habe.
Jedenfalls habe ich dann angefangen bei mir auszumisten.

Übrigens, Maschera, ich weiß gar nicht, ob man dafür, dass man Bücherschränke mit Büchern auf die Straße stellt, für Alle, nicht eine behördliche Gehmigung braucht. So wie ich den Beamtenapparat kenne, halte ich das nicht für unwahrscheinlich.

Damit bin ich wieder beim Thema Vertrauen. Wenn man kein Vertrauen hat, weder in die eigene Kraft, noch in die Mitmenschen, noch in Gott oder das Schicksal, dann kann man sich doch nur in ein abgelgenes stilles Eckchen kuscheln und hoffen, dass einen keiner findet.


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Mark Haddon

Beitrag  Gast am Do 28 Jun 2012, 21:18

Naja, von unsere Zeit. Contemporaine. Oder so.
Es stammt aus: The talking Horse and the sad girl and the village under the sea.

Und ist eine neue version von ein Horace-ode.

Days

Leuconoe, stop examining your
Babylonian horoscopes
and wondering what kind of death
the gods have got in mind for us.

We'll never know. Accept it.
This winter pummeling the ocean
on the pumice rocks of Tuscany
may be our last.

Or not. Be sensible and pour the wine.
This life's too short for longing
and the clock spins as we speak.
Days come and...more

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Sehr geehrter QuoVadis

Beitrag  fab Jack am Di 03 Jul 2012, 19:32

lange haben Sie nun nichts mehr von mir gehört - ich muss Ihnen gestehen, ich war verschütt gegangen. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen kam ich mit dem unsäglichen "Mansfield Park" nicht zum Ende - Sie erinnern sich, dass das meine aktuelle Lektüre war - Liesbeth bekannte sich ja dazu, es mindestens 5 x angefangen und immer wieder zurück gelegt zu haben - langweilige Helden und Heldinnen, dermaßen verhaftet in ihrer Moral, dass sie dröger nicht sein können - wenn die beiden sich am Ende endlich finden und die Hochzeitsglocken läuten, so kann man das nur als den Beginn - nein, nicht einer wunderbaren Freundschaft - sondern als den Beginn einer sehr langweiligen Ehe betrachten.

So kämpfte ich also mit diesem Buch - und mit der Rumflasche direkt daneben - täglich stand ich vor der Wahl - Buch oder Flasche? und entschloss mich immer öfter, mir doch gehörig die Kante zu geben.

Das alles mit Kurs auf Barbardos!



Natürlich im Hinterkopf den ausgezeichneten Plantation Rum - aber wie das Leben so spielt, fand ich mich dort ein:




Eine wunderbare Institution auf Barbados: eine Entzugsklinik für Piraten, die vom hohen Alkoholkonsum loskommen wollen und vielleicht auch neue Wege als etwas anderer Pirat gehen wollen. Wie Sie vielleicht vernommen haben, so wurden hier einige verdächtigt, falsche Piraten zu sein - ich wurde gezeiht, nur als besoffener Freibeuter meine Sicht der Welt kund zu tun - nun, so muss ich gestehen, habe ich mich rund um erneuern lassen.

Und das beste ist, als ich aus der Entzugsklinik trat, wartete Thauris dort auf mich. Eingenhändig hatte sie mir ein neues Gewand geknüpft, das ich Ihnen hier an diese Stelle mit Freuden präsentiere, bevor ich es überziehe:




So bin ich denn nun, werter QuoVadis, kurz vor der Entpuppung zu einem Samurai-Piraten! Ein etwas gewagter Genremix, zugegeben - mal sehen, was aus mir wird!

Wir behalten natürlich das Ruderboot und die dazugehörige Bibliothek - einen kleinen Schluck gönne ich mir ab und an, in dieser Bar




... wo ich mich grad befinde, mitsamt Kompass und einer Biographie über James Cook!

Auf Ihr Wohl - hicks - ichsollde fiielleicht nichso schnell dringen - hicks - nichgutnach endzuck -
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Hallo Pirat Jack

Beitrag  laga am Di 03 Jul 2012, 19:52

Das neue Gewand ist sehr kleidsam und schick, und schön zu lesen, dass es gut geht!

Frage:Welche Biographie von James Cook hast Du in Arbeit?
Ich habe vor einiger Zeit die von Tony Horwitz gelesen, bin aber auch an anderen interessiert.
Lesenswert für Piraten ist vielleicht auch: Caroline Alexander: Die Bounty. Die wahre Geschichte der Meuterei. Ich hab's gern gelesen!


Zuletzt von laga am Di 03 Jul 2012, 20:06 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet (Grund : Fehlerchen)
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@ sehr geehrte Laga!

Beitrag  fab Jack am Di 03 Jul 2012, 20:04

In unserer riesigen Bibliothek fand ich folgendes:

COOK Der Entdecker - Schriften über James Cook, von Georg Forster und Georg Christoph Lichtenberg, Reclam Leipzig 1980 ...

Und bin auf Seite 1...

Die Geschichte der Bounty interessiert mich sehr - Captain Bligh, so unnachgiebig er war, war doch ein grossartiger Navigator - was er mit seiner unnachahmlichen Reise im völlig überladenen und offenen Boot über 3600 Seemeilen unter Beweis stellte - abgesehen davon, dass er auf dieser Reise noch ein paar Inseln entdeckt haben soll - was den kleinen Nils, so glaube ich, sehr interessiert - er saugt ja alles auf, sobald es sich um Expeditionen handelt!

Bist Du, Laga, eigentlich mit der Geschichte der Essex vertraut? Auch eine unglaubliche Reise in einem offenen Boot - aber dazu ein anderes Mal gerne mehr -

so far
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Re: Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  QuoVadis am Di 03 Jul 2012, 20:29

Lieber wiedergefundener Freund Captain Sparrow!

Die Zeit, die man braucht soll man nehmen…
Sagt meine liebenswerte Gattin, wenn sie auf unbestimmte Zeit mit unbestimmtem Ziel unser Haus und Hof verlässt.

Sie kehrt immer zurück – und Ihnen ähnlich – rundum erneuert, zufrieden und befriedigt.

Zu Ihrem Neu-Zustand gratuliere ich Sie vom ganzen Herzen.

Ich, alter müder Mann, sollte auch etwas für meinen Teint tun…

Ach, „Mansfield Park“…
Es gab Zeiten, als unerfahrener Bursche habe ich alles von Frl. Jane Austin geradezu verschlungen. Hm, „alles“, das hätte ich gerne gehabt… Nur Bücher, nur die Bücher. Ach. Ich wollte ja nur etwas über die feinen Damen lernen. Jedoch diese Lektüre machte meinen Kopf nur wirrer und ich wurde dermaßen schüchtern, daß, wenn ein graziles Geschöpf meinen Weg kreuzte, blieb ich stumm, wusste nicht mehr ob ich mit meinen Augen sie nicht belästige, wenn ich sie anschaue, und wurde ob meinen Gedanken beschämt. Da beschloss ich die Theorie grau bleiben zu lassen und widmete mich der blühenden Praxis. Diese Entscheidung habe ich nie bereut.

Ein wiederkehrendes Buch habe ich auch. Von einem lieben Freund als Lektüre in meiner Jugend empfohlen. In den nachfolgenden langen Jahren zu einem Trauma geworden. Vor welchem Bücherregal ich mich auch aufhalte, schaut dieses Buch mich an und flüstert: Na, du alter Feigling, wann wirst du mich endlich mal lesen?

Nicht daß ich es nie gewagt hätte. Vielmals. Genauso oft bin ich gescheitert. Der erste Absatz bringt mich schon zur Verzweiflung. Ich weiß nur nicht, warum. Dafür müsste ich schon das ganze Buch lesen.

Aber nichts hat nie geholfen – weder die Überredungskunst des Freundes auch 20 Jahre später, noch verschiedene Sprachvarianten. Ich stehe vor diesem Buch, wie am ersten Tag, voll Respekt und Reue.

Mein Quälgeist ist: »Das Glasperlenspiel. Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften. Herausgegeben von Hermann Hesse«.

Dabei, wenn es nichts anderes zu lesen gibt, lese ich die Aufschriften auf Produktverpakungen, Straßenschilder und Gebrauchsanweisungen. Ich lese sogar die Schildchen in der Straßenbahn, wenn ich nur 2 Stationen fahren muss und es sich nicht loht ein Buch aufzuschlagen. Ich bekenne mich zu meiner Lesesucht, aber möchte mich nicht therapieren lassen.

Nur Herr Hesse hat mich bezwingen können etwas nicht zu lesen. Das nehme ich ihm sehr übel… Obwohl er unschuldig ist.

Das alte Lied, das alte Leid.

Aber genug des alten Leides, genug des alten Liedes!

Hier etwas vom Kästner:

Die Entwicklung der Menschheit
Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die Erde ist ein gebildeter Stern
mit sehr viel Wasserspülung.

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehn die Natur mit allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
und bleiben zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrigläßt,
das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
daß Cäsar Plattfüße hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.
Und ich, als „alter Affe“ sage Ihnen, es ist Alles neu und es gibt nix Neues…
Das eigene Fahrrad erfinden wir für uns selbst immer wieder.

Kennen Sie Rainis?

Die Lerche
Und während ich sitze und klage
Und zweifle, und hoffe, und Drohungen schmiede,
Von düsteren Bildern bedrängt und geplagt, -
Steigt wie die Lerche ein neuer Gedanke
Hoch in die Luft und erschaut eine Zukunft,
Und sieh:
Unsere Seelen, dem Leben entrissen,
Verweht wie der Same des Löwenzahns,
Fern fallen sie nieder - dem Saatkorne gleich,
Das keimt;
Und schau: unsre Wurzeln, der Erde beraubt,
Sie wachsen und treiben hoch in der Luft.
(1919)

In der Hoffnung auf baldiges Wiederlesen,
und mit herzlichsten Grüßen,
QV

P.S. Ihr Gewand in allen Ehren, doch ist es nicht ein wenig kompliziert bei Mastenklettern?
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Lieber Quo Vadis

Beitrag  stringa am Di 03 Jul 2012, 20:49

Vielleicht machen Sie sich ganz unnötige Schuldgefühle bzgl. Herrn Hesse. Ich fand den Mann immer schon unlesbar.
Dieses schwermütige Gesülze, dieses Leiden an sich und an der Welt, und kein Fünkchen Humor!

Ich darf Tucholsky frei zitieren:"Wenn ein Buch und ein Leser zusammenstoßen und es klingt hohl, muß nicht unbedingt das Buch daran schuld sein.

Ich ergänze mal: ".... und es muß auch nicht unbedingt der Leser dran schuld sein Smile "
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Quo Vadis und Stringa

Beitrag  Natascha am Di 03 Jul 2012, 20:58

am "Glasperlenspiel" von Hermann Hesse bin ich auch gescheitert, aber geliebt hab ich von diesem Autor das Buch "Narziß und Goldmund", es ist allerdings schon viele Jahre her, dass ich es gelesen habe

http://www.amazon.de/Narziß-Goldmund-Erzählung-suhrkamp-taschenbuch/dp/3518367749/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1341341611&sr=8-1
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Natascha

Beitrag  stringa am Di 03 Jul 2012, 21:13

das ist es wohl, du sagst, es ist lange her, daß du es gelesen und geliebt hast.
Auch ich habe es in der Pubertät verschlungen, und fand es 20 Jahre später, na ja, ein bißchen bäh, ein bißchen langweilig und vor allem unheimlich prätentiös.

Ich glaube, man ist von Hesse beeindruckt, solange man jung ist, bzw. noch nicht so viel Lebenserfahrung hat.
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ich mag hesse

Beitrag  Gast am Di 03 Jul 2012, 21:16

Embarassed
und bin nicht mal jung..
und ich glaube es fehlt mir nicht an lebenserfahrung,
drei länder, drei kinder, einige ungluckliche liebe un auch ein immer wieder gluckliche ehe, unendliche viele geschichten mit demenz kranken, behinderten und andere schutzlingen..

vielleicht mag man Hesse nicht mehr wenn man vernuftig geworden ist,
das bin ich wirklich nicht.

Ubrigens mag ich nicht al seine bucher.
Ich mag narziss & goldmund, und Peter Camenzind.
Sidhartha und einige seine gedichten..





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Entschuldige, Liesbeth

Beitrag  stringa am Di 03 Jul 2012, 21:33

Da sieht man mal wieder, wie man mit ureigensten persönlichen Vorlieben oder Abneigungen ins Fettnäpfchen treten kann.

Ich möchte um Gottes willen niemandem zu nahe treten, der Hesse mag oder sogar Hesse-Fan ist.

Das mit der Vernunft mag schon stimmen. Embarassed
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Re: Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  QuoVadis am Di 03 Jul 2012, 21:36

@stringa und @Natascha,

meine Damen!

Sie haben das Herz des alten, müden Mannes wieder zu kräftigen Schlägen gebracht!

Ich bedanke mich sehr. Sehr.

Ich gebe es zu, ich habe es auch mit "Steppenwolf" probiert. Nada. Kein Leseerfolg.
Sogar die Dramatisierung fand ich, hm, bescheuert, fad, eigene Zehenägel betrachtend? (Ich dachte wohl, wenn ich das Stück sehe, kann ich das Gegenstück lesen...)

"Narziß und Goldmund" - da scheiterte ich schon am Titel.

Ich hoffe, dies wird nicht als Hesse-Bashing ausgelegt, sonst kommt der Oldie mit seinem Schwert...

Bei Gesülze mag ich nur das "Sülze" Teil. Aufm Teller.

Das Wiederlesen ist ein Problem. Manches ist nicht so schön, wie die Erinnerung daran.

Ich kann immer wieder mich am "Pünktchen und Anton" vergnügen, aber "Drei Freunde" - nicht unbedingt... Aber schon beim Erstlesen Remarks hatte ich meine Zweifel. Ich war jung, brauchte was zum Lesen... Embarassed nGleich danach las ich Arnold Zweig "Junge Frau 1914" (oder so...). Das Buch hat mich erschüttert. Hemingway's "Islands in the Stream" war mit 18 meine Mitnehm-Lektüre... Ab 22 habe ich keinen Hemingway, ausser seiner Nick-Stories, mehr gelesen. Dafür aber einen Haufen der trivialsten Trivial-Literatur.

Und "Winny-The-Pooh" liegt immer neben meinem Bett...

Ringelnatz:

Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum - noch stundenlang -
Wartete auf Bumerang.

LG, QV

P.S. @liesbeth, Sie glückliche... Sehr ernst gemeint! Blümchen!



Zuletzt von QuoVadis am Di 03 Jul 2012, 21:38 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : an @liesbeth...)
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Stringa

Beitrag  Natascha am Di 03 Jul 2012, 21:39

es kann gut sein, dass mir "Narziß und Goldmund" heute gar nicht mehr gefallen würde, ich hatte es wirklich Jahrzehnte nicht mehr in der Hand, das Exemplar von damals hab ich gar nicht mehr (bin zu oft umgezogen und mußte immer mal wieder radikal meine Bücher ausmisten), inzwischen kaufe ich mir Bücher nur mehr in Ausnahmefällen, bin aber fast wöchentlich in der Stadtbibliothek und leihe viel aus, allerdings meistens Sachbücher und Biographien, bin aber dankbar für Eure Tipps i.S. Literatur, ist eine gute Anregung für mich
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stringa

Beitrag  Gast am Di 03 Jul 2012, 21:46

schon okay, wie gesagt mit Bucher, das ist so persönlich, etwas berurht einem aus irgendeinen grund,
oder eben nicht..




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Re: Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  QuoVadis am Di 03 Jul 2012, 23:35

Captain Jack Sparrow,

meine Begeisterung für die neusten Entwicklungen auf der Pirateninsel sowie deren Schiffen und dazugehörigen Latifundien schlägt hohe Wellen. Ich fürchte mich sogar als anmaßend empfunden zu werden – ist diese Botschaft an Sie schon die zweite des heutigen Tages – aber, es ist die frische und unbeschwerte Luft wahrscheinlich, die einem so leicht macht zu atmen. Und zu schreiben.

Wir wollten ja F.Dostojewski uns wieder „vor Augen führen“. Ich habe folgendes – zufällig, gleichwohl distanziert, aber dann doch aufmerksam – gelesen:

„Die Dämonen“
Kapitel VI
Teil II

Человек только и делал, что выдумывал бога,чтобы жить не убивая себя; в этом вся всемирная история до сих пор.

Der Mensch hat [bisher] nichts anderes getan, als sich einen Gott auszudenken, um leben zu können, ohne sich selbst umzubringen. *; (...) (meine Weiterübersetzung: (...) und das ist die ganze Weltgeschichte, die bisher besteht.


Sie haben mich wieder zum FD gebracht. Ich bin nicht begeistert, denn als ein fauler, alter, müder Mann bin ich ein Gegner jeglicher Anstrengung. Doch merke ich, daß die, von mir meistens kritisierte Sprache FD’s, mich wieder in ihre Bahnen zieht. Man liest FD als ob man mit sich selbst in einem psychodelischen Dialog befindet. Außer Rand und Band. Jetzt bin ich ver- und gefangen.

Was soll nur meine liebste Gattin sagen – ihre Sommerkutsche steht immer noch auf Stelzen zwecks Reparatur, ihre Garderobe dieser Woche bleibt ungebügelt, ihr Labor unaufgeräumt. Ihr Gatte sitzt unterm Appfelbaum und anstatt wie einst Colas Breugnon sich unterm Apfelbaum in die "Äpfel" in den Ausschnitten der Mädchen reinzudenken, versucht der alte, müde QV sich in die Gehirn-Windungen eines anderen Mannes einzulesen.

Danke, Jack Sparrow. Soweit haben Sie mich gebracht!

Ich protestiere natürlich…
Aber, ungeachtet meines Protests, lese ich weiter.
Die Widersprüche sind bestimmt meiner „weiblichen Seite“ zu verdanken. Und Jack Sparrow.

Respectvoll, doch ein wenig bestürtzt,

QV

*Übersetzung von... Sorry, muss suchen.


Zuletzt von QuoVadis am Di 03 Jul 2012, 23:47 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : doppelt gemoppelt ungemopst)
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Beitrag  fab Jack am Mi 04 Jul 2012, 00:14

Ich bin redlich bemüht, einen Apfelbaum auf mein Ruderboot zu kriegen! Wie sagte einst Luther :

Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht,
würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.

So könnte auch ich mich an seinem Schatten ergötzen und läse vielleicht gar Goethes Faust, der ebenso wie Sie, werter Korrespondent - zwei Äpfel erwähnt! Oh, nun wünscht ich doch ein üppiges Weib zu sehen!

FD - auch ich bin gottlos - eventuell gar zwiegespalten, so wie Sie - nun, FD ist mein schreibender Gott - unerträglich langsam in seinen Ausführungen - wie kann man nur über 50 Seiten hinweg den Weg der Gedanken beschreiben, so wie nur er es tat - sich als Leser darin verheddernd, als denke man diesen Gedanken in dieser Länge just selbst - jaja, Sie haben Recht, "ein psychedelischer Dialog mit sich selbst" - nicht umsonst nutze ich doch "Die Brüder Karamasow" als mein Kopfkissen! Ich hörte gar einst von einer Frau, die in den Wehen liegend das Kapitel "Der Grossinquisitor" las, um so die Zeit des Schmerzes und des Wartens zu überqueren. Es gibt kaum einen Schriftsteller, der die menschliche Seele und deren Fallstricke so gut zu beschreiben wusste wie er. Und aus jenem Werk "Die Dämonen" - füge ich ein weiteres Zitat hinzu:

"Es gibt ja nichts Schlaueres, als sich ohne jede Verstellung so zu geben wie man ist, denn das glaubt einem ja doch kein Mensch"

So lassen Sie uns schreiben, QuoVadis, frei und unbeschwert, über all das, was wir lieben, das, was wir nicht verstehen, aber verstehen wollen - über die Luft zum Atmen, über Äpfel und Birnen, zwischen den Zeiten zu Gezeiten beizeiten, zur richtigen Zeit, bestürzt stürzend und wieder aufstehend - so wie wir eben sind, ob man es glaubt oder nicht.

mfG

mit Bestürzung feststellend, dass Sie die Sommerkutsche ihrer Gattin vernachlässigen -

Jack Sparrow

P.S.

Mit meinem neuen Outfit - nun, Danke für Ihre Sorge, aber mein Ruderboot hat ja keinen Mast - so konnte ich die hohe Kunst des hohen Kletterns noch nicht testen - ich werde allerdings eine Teststrecke einrichten und mich darin üben -




Zuletzt von Jack Sparrow am Mi 04 Jul 2012, 00:41 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  Gast am Mi 04 Jul 2012, 00:39

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Re: Briefe zwischen den Zeiten

Beitrag  QuoVadis am Mi 04 Jul 2012, 00:41

Jack Sparrow schrieb:Ich bin redlich bemüht, einen Apfelbaum auf mein Ruderboot zu kriegen! Wie sagte einst Luther :

Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht,
würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.

So könnte auch ich mich an seinem Schatten ergötzen und läse vielleicht gar Goethes Faust, der ebenso wie Sie, werter Korrespondent - zwei Äpfel erwähnt! Oh, nun wünscht ich doch ein üppiges Weib zu sehen!

FD - nun, auch ich gottlos - eventuell gar zwiegespalten, so wie Sie - nun, er ist mein schreibender Gott - unerträglich langsam in seinen Ausführungen - wie kann man nur über 50 Seiten hinweg den Weg der Gedanken beschreiben, so wie nur es tat - sich als Leser darin verheddernd, als denke man diesen Gedanken in dieser Länge just selbst - jaja, Sie haben Recht, "ein psychedelischer Dialog mit sich selbst" - nicht umsonst nutze ich doch "Die Brüder Karamasow" als mein Kopfkissen! Ich hörte gar einst von einer Frau, die in den Wehen liegend das Kapitel "Der Grossinquisitor" las, um so die Zeit des Schmerzes und des Wartens zu überqueren. Es gibt kaum einen Schriftsteller, der so sehr die menschliche Seele und deren Fallstricke so gut zu beschreiben wusste wie er. Und aus jenem Werk "Die Dämonen" - füge ich ein weiteres Zitat hinzu:

"Es gibt ja nichts Schlaueres, als sich ohne jede Verstellung so zu geben wie man ist, denn das glaubt einem ja doch kein Mensch"

So lassen Sie uns schreiben, QuoVadis, frei und unbeschwert, über all das, was wir lieben, was wir nicht verstehen, aber verstehen wollen - über die Luft zum Atmen, über Äpfel und Birnen, zwischen den Zeiten zu Gezeiten beizeiten, zur richtigen Zeit, bestürzt stürzend und wieder aufstehend -

mfG

mit Bestürzung feststellend, dass Sie die Sommerkutsche ihrer Gattin vernachlässigen -

Jack Sparrow






Obwohl in Eile,

wollte ich eine meiner Lieblingsanekdoten des wahren Lebens erzählen. Hat mit FD sehr viel gemeinsam und zu tun.

Eine junge Frau, ca. 22 Jahre von Geburt, nimmt einen Nachtzug, der sie 800 Kilometer östlich bringen soll. Sie hat zwei Kupee-Nachbarn, die sich genügend Proviant und Gedanken bezüglich ihres letzten Aufenthaltsorts eingesteckt haben und auf die Heimreise freuen. Man kommt ins Gespräch. Um sich den Genuss der einen oder der anderen Zigarette zu gönnen, wandert man in den Raum zwischen den Wagons. Man bleibt da. Es wird weder an Vodka noch an Zigaretten fehlen. Es fehlt nie an Gesprächsstoff. Da fällt, kontextuell, der Satz von FD bezüglich der Träne des unschuldigen Kindes. Man verbrüdert sich, man verschwistert sich, man verliebt sich prompt.

Vor Sekunden noch Kontrahenten, politisch getrennt, ohne Verständnis für den Anderen, schauen sich die Anwesenden an, es folgt eine slawische Handgeste… Man versteht sich und, das ist der Anfang einer wunderbaren Freundschaft: ungeachtet der Geschlechter, Ideologien, des Alters, der Sprachen oder deren Unterschiede, oder Herkunftsländer, die getrennt zusammen sein müssen obwohl einseitig nicht wollen.

Das hat FD in sich.

Hochachtungsvoll,

QV



Zuletzt von QuoVadis am Mi 04 Jul 2012, 00:53 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : großes "U", kleines "u". will die nächste rechtsschreibreform...)
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Sehr geehrter QuoVadis!

Beitrag  fab Jack am Mi 04 Jul 2012, 18:36

Korrespondent unter Apfelbäumen!

Gestern sprachen Sie von Ihrem ureigensten Quälgeist in Ihrem Regal! "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse - so wird ein jeder Lesender ein solches Werk bei sich haben, und sich lieber zum hundertsten Mal die Anleitung zur Inbetriebnahme einer ordinären Kaffeemaschine durchlesen oder die Vertragsbedingungen auf den Fahrscheinen irgendwelcher Verbundnetze oder gar endlich das Kleingedruckte auf Rentenversicherungsverträgen als sich diesem Werk zu stellen -

Ich gestehe: ein solches Buch brauche ich nicht zu umgehen, ich werfe Quälgeister ziemlich schnell über Bord! Dennoch muss ich zugeben, einem grossen Leser, meinem Mentor, mittlerweile ein alter, müder Mann vor Jahrzehnten ein solchen Quälgeist ins Regal gestellt zu haben. Erwähnenswert deshalb, weil es sich ausgerechnet um den "Steppenwolf" von Hesse handelte. Zutiefst erschütterte mich damals dieses Werk - und da dieser, doch sehr sehr alte Mann sich oft die Freiheit heraus nahm, mir! Lektüre zu empfehlen (Tolstoi, Tolstoi und Tolstoi) - stob ich in jugendlichem Leichtsinn in eine Librairie und kaufte "Le Loup des Steppes" - dreist schmiss ich es ihm zwischen seine Lektüre, mit den den harschen Worten: DAS ist ein Buch!

Oh Vermessenheit der Jugend! Ich schäme mich zutiefst, denn diese Episode war mir gänzlich entfallen - genau so entfallen wie der Inhalt von "Steppenwolf" - ich gebe es zu, ich habe heute keinen Schimmer, worum es eigentlich geht - ich müsste Wikipedia bemühen - und bin sogar dazu nicht wirklich bereit -

Besuche ich nun diesen alten, alten und sehr müden Mann, so blicke ich kurz verstohlen in sein Regal - das Buch steht noch dort, ungelesen ... unbeachtet von ihm - ich würde es gerne über sein Bord werfen, nicht dass es ihn quält auf seine alten Tage hin.

Obwohl auch er mich Jahrzehnte quälte - immer wieder versprach er mir, von frühester Kindheit an, eine ganz besondere Geschichte.

"Der verpasste Bus" -

Immer wieder der gleiche Satz: "Jack, wenn Du gross bist, erzähle ich Dir, wie ein verpasster Bus das ganze Leben verändern kann. Wenn Du gross bist!"

Jetzt kenne ich diese Geschichte - diese Geschichte verquickt ebenfalls FD mit der Realität. Eines Tages werde ich sie erzählen!

Hochachtungsvoll
Ihr Captain Jack Sparrow



Zuletzt von Jack Sparrow am Mi 04 Jul 2012, 18:39 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : gaensefüsschen für wörtliche Rede vergessen ...)
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Sehr geehrter QuoVadis, werter Käpt'n Jack, es gibt Bücher...

Beitrag  Oldoldman am Mo 09 Jul 2012, 00:45

... die in der Tat wie Blei in den Regalen lagern, die höchstens als 'Hilfspressen' für abgelöste Briefmarken oder Hobby-Herbarien den Regalen entnommen werden und erheblichen Staubsaugeraufwand erfordern, damit das wertvolle Pressgut nicht Schaden nimmt.

Und so ist es mir mit Hesse ergangen, so daß ich Herrn Otto mit seinem Sketch über die Brutalisierung der Bücherwerbung nur zu gut verstehen kann
Du kaufst mir jetzt den Hesse,
oder ich schlag Dir in die Fr....
Nur unter Androhung solcherlei körperlichen Ungemachs wäre ich heute noch bereit, Werke jenen Autors in die Hand zu nehmen und mich in sie zu vertiefen.

In jungen Jahren war es - wie könnte es auch anders sein - ein wohlmeinender Anverwandter, der darum bemüht war, dem Jungen etwas Kultur zu vermitteln, und der dieserhalb ihm ein Buch von Hesse an die Hand gab. Vermutlich war es die verklärende Erinnerung, die ihn bewog. Hatte er nicht im vergleichbaren Alter des Hesse Werke verschlungen?

Nun, es begann mit dem "Narziß". Ich las dies Buch zweimal. Nein, nicht wie man bei der Vorrede meinen könnte, das erste und das letzte Mal, sondern tatsächlich zwei Male: zum Ersten mit allerlei Auslassungen, zum Zweiten ohne diese. Allerdings, das, was nachhaltigen Eindruck auf mich machte, war allein der Einband: Leinen mit Lederrücken und Lederecken. Und wenn ich mich recht erinnere, war der Inhalt in Berliner Fraktur gesetzt.

Das mehrmalige Lesen blieb nicht unbemerkt und so erhielt ich kurz darauf zu meinem Geburtstag ein Taschenbuch geschenkt: Hermann Hesses 'Peter Camenzind'. Abgesehen davon, daß der schlichte Einband weinger Aufsehen erregte, habe ich es über die ersten 15 Seiten nicht hinaus gebracht. So wanderte das Buch in den Schrank, nicht einmal fähig, als Presse für allerlei Blätter zu dienen.

Erst später bin ich zu der Einsicht gelangt, daß es offenbar für bestimmte Autoren Zeitfenster im Leben gibt. Hesse scheint eine Art von Jungendliteratur zu sein, die nur ein einem sehr begrenzten zeitlichen Abschnit fasziniert. Insofern eine Art alter Harry Potter. Verständlich vor diesem Hintergrund auch, daß die ewig jugendliche Liesbeth für Hesses Werke immer noch schwärmt (Man verzeihe mir an dieser Stelle das Süßholz, aber ich male mir eben ein Bild von Hesse-Lesern).

Ein Autor, mit dem es mir ähnlich erging, ist Robert Musil. Ein alternder Schauspieler, seine Nachkommen mögen es mir verzeihen, wenn ich hier seinen Namen nenne: Erik von Loewis of Menar,

vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Erik_von_Loewis

pflegte ein, zwei Male im Jahr in einem kleinen Kreise Lesungen abzuhalten, denen beizuwohnen ich verpflichtet war. So begab es sich, daß ich Ohrenzeuge einer Rezitation aus Musils "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" wurde. Angeregt von des Schauspielers Wiedergabe lieh ich mir (wie sich herausstellte bewahrte mich der Leihvertrag vor unnützer Geldausgabe) das Buch aus. Doch das Rencontre mit dem Werk viel ernüchternd aus: nach wenigen Seiten legte ich es beiseite und habe seither eine Aversion gegen die Werke des Herrn Musil...

Dafür teile ich die Begeisterung für Erich Kästner. Die Kinderbücher kennend, war ich begeistert, als ein weiterer, um meine Bildung besorgter Mensch mir eine Gesamtausgabe schenkte. Und so verschlang ich Wort um Wort. An dem Grad der Abnutzung der Buchrücken kann man noch heute erkennen, welche Bände zu meiner bevorzugten Lektüre zählten... Und wenn ich meine Leseaufträge abgearbeitet haben werde, mir wurden Moby Dick und ein Werk von Jane Austen wärmstens an Herz gelegt - ich Banause hatte natürlich nur die cineastische Aufbereitung konsumiert - werde ich zurückkehren zu Georg Rentmeister und seinem kleinen Grenzverkehr...

Ein hoffnungsloser Romantiker? Mag sein....

Ich hoffe, mit diesen kleinen Anmerkungen zu den Briefen zwischen den Zeiten nicht gänzlich 'off-topic' geraten zu sein und verbleibe

Ihr ergebener
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Der verpasste Bus, der verpasste Hesse... Kestner rechtzeitig erwischt...

Beitrag  QuoVadis am Mo 09 Jul 2012, 01:46

Werter Captain,

werter Oldoldman,


ein Teufel treibt uns in dem literarischen Meer herum. Mal sehen wir unbekannte Inseln vor der Bug, die wir unbedingt erforschen wollen, aber... Es kommt ein Wester und trägt das Boot abseits dieser Insel, aber zu einer anderen.

Auch ich, alt und müd' kenne, oder meine mich daran zu erinnern, das erhabene Gefühl eine Neue Welt entdeckt zu haben, aber sobald die Konturen der Küste vor dem Binokular sich scharf aufzeichnen, von einem Magengeschwür übernommen zu werden und das Befehl "wenden" aufschreien zu müssen. Ups, das war die falsche Küste...

Neulich habe ich meiner liebenswürdigen Gattin doch meinen - nicht den einzigen, nur den, den sie noch nicht kannte - Makel des Hesse-Komplexes zugegeben. Ihr Rat kam prompt, wie immer, und zwar technokratisch angehaucht, goldrichtig. Ich soll das schicksalhafte Buch mir als eine Audioausgabe liefern lassen und beim Bügeln ihrer Gewänder mir anhören. Oder während der Wartung ihrer Kutschen. Meine Gattin ist zu gütig.

So, meinte sie, würde ich mich weder der mich so belastenden Lektüre entziehen, noch meine Pflichten vernachlässigen können.

So wird es geschehen... Irgendwann. Wenn ich nicht mehr müde bin...

Herr Oldoldman, ich fand - überraschend für mich - eine sichere Quelle der inneren Erheiterung "Die lyrische Hausapotheke" Kästners lesend. Präzise, wenig sentimental und die Leichtigkeit der Schwere vermittelnd...

Thomas Mann war für mich immer eine sichere Küste, die ich sehr gerne ansteuere. Doch Heinrich Mann mit seiner Henri Quatre Dilogie - meine Wahl im kleinen inneren Kampf zwischen Vergnügen und Vernunft die Familie Mann betreffend.

Captain Jack, was halten Sie von Loup de mer anstatt des "Le Loup des Steppes" bezüglich der Verdaulichkeit?

Die Geschichte des schicksalhaften Busses würde ich nur zu gerne lesen.

Ich habe eine Geschichte des schicksalhaften Aufzugs... Der stecken blieb...


Mit den besten Wünschen auch von meiner lieben Gattin
und in der Hoffnung auf neue Korrespondenz und Lesenswürdigkeiten,

QV
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http://de.wikipedia.org/wiki/Mops_%28Hund%29

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Liebe Männer im besten Alter,

Beitrag  stringa am Mo 09 Jul 2012, 09:45

Ich meine damit natürlich die Vorredner Oldoldman und Quo Vadis, wenn ihr Erich Kästner mögt, dann sollte man vielleicht über den Schüler hinausgehen und sich dem Meister zuwenden, nämlich Wilhelm Busch.

Dessen Gedichte sind wirklich der Vorreiter aller Kästner-Gedichte und beide haben die seltene Gabe, Gedichte so zu schreiben, daß man sie im Gedächtnis behält.

Ich werde mich bemühen, das eine oder andere nachzuliefern.
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Zum Beispiel hier, kennt ihr sicher

Beitrag  stringa am Mo 09 Jul 2012, 09:49

Wenn einer, der mit Mühe kaum
gekrochen ist auf einen Baum,
schon glaubt, daß er ein Vogel wär,
so irrt sich der !

Ist doch purer Zen, oder?
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moin, moin,

Beitrag  patagon am Mo 09 Jul 2012, 10:06

Schwere Kost wie H. Hesse habe ich schon in ganz jungen Jahren nicht so gut vertragen. Daran geschnuppert, und sofort gemerkt, das is nix für mich.
Bildungsliteratur wie Thomas Mann, habe ich auch nur dann ganz zu Ende gelesen, wenn es mich dazu gedrängt hat, bzw. so lange es spannend war oder zum Lachen.

Aus dem Faust Teil II habe ich mir ein paar Rosinen herausgepickt, die mir allerdings auch heute noch was sagen. Wenn ich Zeit habe poste ich ein paar Kostproben.
Man muss ja nicht immer den ganzen Teller leer essen.

Aber Jugendbücher von Mark Twain, die Abrenteuer von Tom und Huck kann ich immer lesen freu mic h immer daran so wie über Pipi; während der kleine Prinz mich heute noch zum Heulen bringt.
Aber wir haben so herrliches Wettern hier, das Meer lockt und ich will nicht so viel Zeit vor dem kasten vertun.
Hasta luego..






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tztztz

Beitrag  Gast am Mo 09 Jul 2012, 16:33

es scheint mir ihr leidet an ein kollektives Hessliches Trauma..vielleicht weil ihr es lesen musstet? Das nicht ewigjung sondern immer unvernunftig gebliebene liesje hat es erst in erwachsenalter gelesen, und vorallem Peter Camenzind fand ich schön, kein gesulze und kein schwere kost. Habe es in deutsch gelesen, vielleicht habe ich auch alles falsch verstanden?

Packe jetzt, bücher und sonnecreme, ab an das Mittelmeer, wünsche euch allen einen schöne zeit.. bin wieder da irgendwo ende monat..I love you


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