Was ist eigentlich ein Unrechtsstaat

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Was ist eigentlich ein Unrechtsstaat

Beitrag  patagon am Di 30 Sep 2014, 13:35

das Eingangsposting lautete :

"Wir sind uns einig, diese Bezeichnung nicht zu verwenden", sagte Gysi. "Wenn ich die DDR als Unrechtsstaat bezeichne, dann erkläre ich, dass die drei Westmächte das Recht hatten, die Bundesrepublik zu gründen, die Sowjetunion aber als Antwort nicht das Recht hatte, die DDR zu gründen."

Gysi führt weiter aus, dass es zwar Unrecht in der DDR gab, man die DDR insgesamt aber nicht als Unrechtsstaat bezeichnen könnte.
Die o.g. Erklärung hat nicht direkt mit der Frage zu tun und ärgert mich vor allem deswegen, weil Gysi damit zeigt, für wie blöde er das Wahlvolk hält.
Was meint ihr?


patagon

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Freizeit,

Beitrag  patagon am Sa 08 Nov 2014, 09:45

du hast natürlich recht und da jede Münze auch ihre Kehrseite hat, wird es IMMER und überall auch mehr als genug auszusetzen geben. Es. gibt aber EINDEUTIGE Unrechtsstaaten. Hitler und Stalin waren Massenmörder und daran gibt es nichts zu rütteln.

Und wenn Hitler noch hunderttausend noch so schöne Autobahnen geschaffen, und selbst, wenn er diesen Krieg gewonnen hätte, es gibt Dinge, die sind nicht zu entschuldigen.

Ich finde, dass der Schießbefehl an der Mauer zu diesen nicht zu entschuldigenden Sünden zählte.
Dann zähle ich die israelische Siedlungspolitik zu den gefährlichsten Samen für Unrechtsstaaten.
Immer da, denke ich, wo ein Staat per Gesetzt das Unrecht scheinbar legalisiert, wird es brenzlig.

Es ist so und so schon reines Dynamit, wenn das Volk entmündigt wird, wie und wo auch immer. Persönliche Verantwortung darf kein Staat seinen Bürgern nehmen. Schon gar nicht mit Gewalt.



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Ach übrigens...

Beitrag  patagon am Sa 08 Nov 2014, 09:47

wie hat euch BIERMANNs gestriger Auftritt gefallen?
Ich habe mich gefreut!!!

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Biermann war Klasse!

Beitrag  Inspektörin am Mo 10 Nov 2014, 22:16

Das erste Gitarrenspiel hätte er sich zwar (für mich) sparen können, aber der Rest war -wohldosiert- super! Very Happy

Natürlich ist auch Biermann inzwischen "in die Jahre" gekommen und das merkte man auch an seiner Aussprache. Aber diese Bissigkeit, die hat er immer noch. Twisted Evil
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Inspektörin, moin moin

Beitrag  patagon am Di 11 Nov 2014, 08:23

Eigentlich ist Biermann ja gar nicht wirklich bissig, ich meine im Sinne von aggressiv. Genau genommen ist er nur ehrlich. Er hat eben keine Lust dazu sich auf billige Kompromisse einzulassen und das zeigt er mit klaren Worten, Sentiment und Pathos. Und genau das macht ihn aus.
Der "olle Gysi" tut so, als ob aus einem Unrechtsstaat durch "Übereinkünfte" schwupp die wupp, wie durch Zauberhand ein lupenreiner Rechtsstaat werden könnte, mit zwar zugegebenermaßen, ein paar kleinen Fehlerchen aber im Grunde genommen, so im Ganzen gesehen, doch akzeptabel, eben eine Demokratie und keine Diktatur. Und genau das war es nicht.

Ohne Freiheit gibt es keine Demokratie.
DAS ist der Unterschied.

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Biermanns kleine Rede...

Beitrag  Oldoldman am Di 11 Nov 2014, 12:13

Man sollte sie sich in Ruhe und mit etwas Abstand zu Gemüte führen:
Herr Lammert, ich freu' mich, daß Sie mich hierher gelockt haben. Ich ahne schon, weil ich Sie als Ironiker kenne, daß Sie hoffen, daß ich den Linken ein paar Ohrfeigen verpasse. Aber das kann ich nicht. Mein Beruf war doch Drachentöter.
Lammert: Ich kann Ihnen auch mit einem Hinweis auf unsere Geschäftsordnung helfen. [Lachen, Beifall] Sobald Sie für den Deutschen Bundestag kandidieren und gewählt werden, dürfen Sie hier auch reden. Heute sind Sie zum Singen eingeladen [Lachen, vereinzelter Beifall].
Ja, aber natürlich habe ich mir in der DDR das Reden nicht abgewöhnt und das werde ich hier schon garnicht tun. [Lachen Beifall] Ein Drachentöter kann nicht mit großer Gebärde die Reste der Drachenbrut tapfer niederschlagen. Die sind geschlagen. [zögerlicher Beifall] Und es ist für mich Strafe genug, daß Sie hier sitzen müssen, daß Sie das anhören müssen... Aber so neu bin ich ja nicht in der Welt, daß ich - einige Gesichter kenne ich ja - jeder Einzelne ist ein Roman, das muß mir keiner breitärschig erklären, sehr kompliziert [unverständlicher Zwischenruf], aber als Gruppe, die ihr ja auch seid, seid ihr eben, aus meiner Sicht, keine Linken... Gewählte... im Deutschen Bundestag kann man doch nicht erzählen, daß eine Wahl ein Gottesurteil ist. Wenn man die deutsche Geschichte kennt, [unverständlicher Zwischenruf] ... sei nicht zu clever!  [unverständlicher Zwischenruf] ... gefährlich... [unverständlicher Zwischenruf] ... weiß ich doch... [unverständlicher Zwischenruf] ... eure Sprüche, die habt ihr drauf, ich weiß. Ich habe meine auch drauf. Ihr müßt uns garnichts erzählen. Also, ihr seid verurteilt, das hier zu ertragen. Ich gönne es euch und ich weiß ja, daß die, die sich Linke nennen, nicht links sind, auch nicht rechts, sondern reaktionär. Daß diejenigen, die hier sitzen, der elende Rest dessen sind, was zum Glück überwunden ist. Und ich freue mich, daß ich hier ein Lied singen kann, "Die Ermutigung", [unverständlicher Zwischenruf] ...natürlich, ihr wollt lieber zersungen werden.. Ich habe euch zersungen mit den Liedern, als ihr noch an der Macht ward. [Beifall] Ihr seid... Dieses Lied, das Herr Lammert gerne hören möchte und das ich auch gerne singe - "Ermutigung" -, das sei bei dieser Gelegenheit angemerkt, war bei denen, die Widerspruch anmeldeten, im verschiedenen Grade - manche sehr feige, manche sehr mutig, manche zu mutig - , war so ein Stück Seelenbrot, das sie gegessen haben. Dieses Lied "Ermutigung". Und ich weiß, daß manche, die im Gefängnis saßen, wie mein Freund, der Pastor Matthias Stock (?) und seine Frau Tine, mit diesem Lied in der Zelle überlebt haben. Und ich find es wunderbar, daß dieses Lied aus den Gefängnissen der DDR heute im Parlament der deutschen Demokratie gesungen werden kann. Ist das nicht toll? [Beifall, Biermann beginnt mit Gitarre und singt "Du, laß Dich nicht verhärten..."]
_________________
Niederschrift nach Video der Übertragung auf Phönix
M. E. eine kleine persönliche Abrechnung, etwas Überheblichkeit, auch Eitelkeit und ein Nachtritt. Aber: ich finde es auf der anderen Seite schön, daß sich der Bundestag dieses, etwas andere Festprogramm statt pastoraler Worte unseres obersten Friedenspfarrers gegeben hat. Und so hat es seine Berechtigung.
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moin moin @ all und hola Uvo,

Beitrag  patagon am Mi 12 Nov 2014, 11:03

Oldie, was Biermann angeht, bin ich total deiner Meinung. Man muss  kein Fan von ihm sein, um Spaß an seiner Rede zu haben.
Übrigens sind alle Beteiligten eitel und selbstgefällig in dem hohen Hause. Da sitzen nämlich nicht die, die an der Mauer erschossen wurden, nicht die zwangsadoptierten Kinder und nicht die, die jahrelang eingesperrt wurden, weil sie anderer Meinung waren.
Biermann hatte ja noch Glück, er wurde ausgebürgert, nicht eingesperrt.

Gestern in frontal 21 ein Beitrag zu unserem Thema Gutachter und Juristen. Es scheint, Mollath war kein krasser Einzelfall-
Ein unglaublicher Skandal von Willkür und Machtmissbrauch mit steigender Tendenz.

Ich komme später noch mal auf das Thema zurück.

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der Link zu frontal 21

Beitrag  patagon am Mi 12 Nov 2014, 19:49

Wenn das keine Willkür ist, dann weiß ich auch nicht mehr.
Sowas kann JEDEN treffen.

Mich hat mal eine Frau im Supermarkt mit ihrem Einkaufswagen aus Versehen angefahren. Es tat weh und ich drehte mich empört um. Ich erwartete eine Entschuldigung. Die blieb aber aus. Sie sagte nur "Hoppla"
Damit war ich natürlich nicht zufrieden.
Also nahm ich Anlauf und fuhr ihr ebenfalls an die Beine. Ich sagte aber nicht "Hoppla", sondern "oh, sorry, das tut mit aber leid".
Was sollte sie tun?
Wenn ich mir überlege, was da passieren konnte, wird mir heute noch übel.   affraid

patagon

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Ach ja, der Link

Beitrag  patagon am Mi 12 Nov 2014, 19:50

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/460#/beitrag/video/2281060/Psychiatrieopfer-in-Deutschland

patagon

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Quod licet Iovi, non licet bovi

Beitrag  Monete am Fr 14 Nov 2014, 23:36

patagon schrieb: "Wir sind uns einig, diese Bezeichnung nicht zu verwenden", sagte Gysi. "Wenn ich die DDR als Unrechtsstaat bezeichne, dann erkläre ich, dass die drei Westmächte das Recht hatten, die Bundesrepublik zu gründen, die Sowjetunion aber als Antwort nicht das Recht hatte, die DDR zu gründen."

Gysi führt weiter aus, dass es zwar Unrecht in der DDR gab, man die DDR insgesamt aber nicht als Unrechtsstaat bezeichnen könnte.
Die o.g. Erklärung hat nicht direkt mit der Frage zu tun und ärgert mich vor allem deswegen, weil Gysi damit zeigt, für wie blöde er das Wahlvolk hält.
Was meint ihr?


„Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt“

Das Wahlvolk müsste vielmehr dann aber noch blöder sein... wenn man deinen Argumenten folgen würde...  Smile

Gysi hat juristisch korrekt ausgeführt.
Ich ergänze mal, beide Staaten hatten nicht die volle Souveränität...
Es hat sich wohl, der Propaganda geschuldet, im Westen eingebürgert, sehr rechtsblind und vergesslich und arrogant zu sein.

Was z.B. NS-Taten anging, wurde vertuscht, gekungelt, gemauschelt und Recht gebeugt.
Sag mir also mal die Taten, die hier nicht möglich waren...

So stand die Gleichberechtigung von Mann und Frau lange Zeit nur im Gesetz.
So wurden Widerstandskämpfer als Verräter und Deserteure beschimpft und ihnen Renten und Entschädigungen verweigert. Während KZ Schergen oder Nazigrößen dicke Pensionen erhielten.
Hier wurden Rechte gebeugt und Volksminderheiten die interniert und in KZ umkamen versagt, indem man sie einfach ausbürgerte...
Hier war es möglich, dass ein Altnazi Bundeskanzler wurde, ehe 25 Jahre Schamfrist vergangen waren, was man aktuell hingegen der Linken vorhält, ohne dass diese mit den Nazis verglichen werden könnten...  

Also erkläre mir doch mal den Unterschied!

Und bist du nicht ein Über-Kritiker der Justiz?
Doch nur, wenn es in dein politisches Weltbild passt?  

Und wenn du dich mit gängiger westlichen Jugendamtspraxis auskennen würdest, wüsstest du, dass die bereits Thema der EU ist, doch du wirst sicherlich befinden, wenn zwei das Gleiche tun ist es immerhin nicht dasselbe!

Biermann war einfach nur peinlich... Das sagen nicht die Linken, sondern die, die auf der Straße protestierten, denn wenn man Biermanns Phantasien Glauben schenkt, war er es, der die Mauer einriss...
Zu blöd, selbst für jemand, der freiwillig aus dem Westen in die DDR ging...  No
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Dünne Ausreden

Beitrag  Monete am Fr 14 Nov 2014, 23:48

patagon schrieb:Schön von dir so rasch Antwort zu bekommen,
Also los:
1.
Oh nein, Monete, niemals hatte ich Herrn Kröber gelobt. im Gegenteil, ein Blick in seine eitle Visage und sämtliche Vorteile (die ich, wie wahrscheinlich jeder auch habe), und ich war aktiviert. Dann ist mir auch sofort aufgefallen, dass er sein Urteil gefällt hat, ohne Mollath überhaupt jemals getroffen zu haben. Das habe ich auch sofort "gemeldet". Leider hast du auch dort nur wieder ne Niete gezogen.

Weißt du, das ist immer etwas was nur schlechte Diskutanten mangels Argumente tun müssen... Sie verknüpfen Meinung mit Beleidigungen und Herabwürdigungen der kritisierten Personen.
Ich bezog mich, wie unschwer zu lesen ist, weder auf den Fall Mollath noch auf sonst wen, ich nannte den Prozess, wo es Beifall gab. Da richtete sich die Häme von denen, die ihn lobten und mit seinem Gutachten zitierend gegen einen Therapeuten wetterten.
Soll ich wirklich raussuchen was wer wo schrieb?  Smile

Und da ich nicht an Glücksspielen teilnehme, kann ich keine Nieten ziehen.
Zumal ich Glück in der Liebe habe...  Kuß!

2.
Die dumme Kuh von einer Zahnärztin. Ich könnte sie wahrscheinlich immer noch dran kriegen, aber
ich würde erstens meinen Zahnarzt samt family  mit reinreiten und zweitens meine eigenen Kinder. DAS GENAU TUE ICH ABER NICHT. UM KEINEN PREIS.

Ja, du bist ein edler Mensch... zu gut für diese Welt... cheers
Und gar ein Opportunist?  What a Face

3.
Ich bin überhaupt kein Kapitän, weder an Bord, noch auf der Bank am Ufer.
Mir fallen nur Widersprüche sofort auf.

Wenn du andere "Beweise" Links, Postings usw. hast, Setze sie ins Netz, koste deinen Triumph aus.  Dann haben alle was davon

Ich freue mich schon drauf.

Wieso, wer solch vernichtende Urteile kundtut, muss doch Richter sein...
Wenn auch selbst ernannt... Also war mein Beispiel doch gut gewählt.

Also damit es für dich einfacher wird:
Die gerechtesten und klügsten Richter sitzen nicht dem Gericht vor, sondern dem Monitor... tongue
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Ja stimmt, kann man mit dem Fall Mollath vergleichen

Beitrag  Monete am Fr 14 Nov 2014, 23:54

Rolling Eyes

patagon schrieb:Wenn das keine Willkür ist, dann weiß ich auch nicht mehr.
Sowas kann JEDEN treffen.

Mich hat mal eine Frau im Supermarkt mit ihrem Einkaufswagen aus Versehen angefahren. Es tat weh und ich drehte mich empört um. Ich erwartete eine Entschuldigung. Die blieb aber aus. Sie sagte nur "Hoppla"
Damit war ich natürlich nicht zufrieden.
Also nahm ich Anlauf und fuhr ihr ebenfalls an die Beine. Ich sagte aber nicht "Hoppla", sondern "oh, sorry, das tut mit aber leid".
Was sollte sie tun?
Wenn ich mir überlege, was da passieren konnte, wird mir heute noch übel.   affraid

Also ich hätte die Dame gefragt: "Gnädige Frau, dieser Wagen ist doch bestimmt zu schwer für sie!"
"Darf ich den für sie weiter fahren?"
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Zu wenig Hintergründe für Außenstehende

Beitrag  Inspektörin am Sa 15 Nov 2014, 00:06

patagon schrieb:http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/460#/beitrag/video/2281060/Psychiatrieopfer-in-Deutschland


In diesem speziellen Fall gibt es zwei Dinge, die mir aufgefallen sind:

1. Das psychiatrische Gutachten über diese Frau wurde wohl NICHT nach Aktenlage erstellt.

2. Ist sie offensichtlich sehr unerfahren im Umgang mit psychiatrischen Ärzten.


Zu 1. ist zu sagen, dass niemand gezwungen ist, so ein Gutachten über sich erstellen zu lassen. Da war Mollath viel schlauer.

Zu 2. Körperlicher Widerstand in der Psychiatrie wird immer dazu führen, dass der Patient den Kürzeren zieht. Hätte die Dame der Aufforderung, wieder in ihr Zimmer zu gehen, Folge geleistet, wäre es auch nicht zu dieser Fixierung gekommen.
Man sollte abwägen können, welcher Widerstand Wann angemessen ist und sich dementsprechend verhalten. Finde ich jedenfalls.

Ansonsten fehlen die näheren Hintergründe für die Einweisung.

Dass die Kriterien für eine dauerhafte psychiatrische Unterbringung einer dringenden Reform bedürfen, scheint inzwischen sogar in Berlin angekommen zu sein.

Bauchschmerzen darf man allerdings auch dann noch haben, wenn diese Kriterien verschärft werden. Solange es Gutachter gibt, die eine Gefälligkeitsexpertise erstellen, dürfte sich trotzdem nicht viel ändern. Richter und Gutachter sitzen im gemeinsamen Boot.
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moin moin @ all und hola lieber uvo

Beitrag  patagon am Sa 15 Nov 2014, 09:48

hoffentlich seid ihr alle wohlauf.

zuerst zu dir Inspektörin. Ich habe NUR die Sendung im Fernsehen gesehen, weiß aber sonst nichts zu den beiden Fällen.
Gemeinsam ist beiden, dass es sich nicht um Schwerverbrechen handelt, wofür die armen Menschen über Jahre weggesperrt und aller ihrer Rechte beraubt worden sind, sondern um relativ unspektakuläre "Untaten".
Dass die Frau unerfahren im Umgang mit psychiatrischen Ärzten ist, kann man ihr doch nicht vorwerfen. Hast du damit Erfahrung?

Wie diese Gutachten und Urteile zustande gekommen sind, ist eigentlich weniger wichtig. Maßgebend ist, dass so etwas im Namen des Volkes, bzw. des Staates geschehen kann.
In einem wirklichen Rechtsstaat, dürfte es das nicht geben. 

Meiner Ansicht nach geschieht vieles, vor allem auch Korruption, weil die "Ausführenden", Richter, Gutachter Beamte usw. nicht persönlich für ihr Unrecht haftbar gemacht werden.
Monete, damit bestätige ich ausdrücklich auch deine Kritik an der BRD.

Das heißt nämlich nichts anderes, als mit zweierlei Maß/Recht messen. Und genau das darf in einem Rechtsstaat nicht geschehen und üblich sein.

Dazu kommt noch erschwerend, dass es schwierig ist, ein Wiederaufnahmeverfahren durchzusetzen. In einem wirklichen Rechtsstaat müsste es genau umgekehrt sein, nämlich dass der Staat selbst alles daran setzt, dass ihm solche Vorwürfe nicht gemacht werden können und es sein eigenes Anliegen ist, dass seine "Diener"sich untadelig, das heißt getreu den eigenen Gesetzen, verhalten.

Nur so verstehe ich das GG. Um das auszuhöhlen werden ständig irgendwelche Tricks und Finten (Stichwort: Rechtssicherheit) angewendet.

Diese Mühe, sich billige Entschuldigungen einfallen zu lassen, machen sich Diktaturen in der Regel nicht. Sie diktieren einfach wie der Sonnenkönig "Der Staat bin ich". Oder auch "Basta".

Nun zur DDR, Monete, und zur Mauer und deiner Erklärung "Grenzsicherung"  Hut ab! lol!  Bussi

Grenzen werden gezogen und gesichert, um ein Land vor feindlichen Überfällen zu schützen, nicht um das eigene Volk zu inhaftieren. Oder habe ich da grundsätzlich etwas mit der Sklaverei falsch verstanden?

Was die Zahnärztin angeht, du kennst die Frau doch gar nicht. Woher willst du irgendwas davon wissen?
Du weißt absolut nichts davon und es kann dir (sei froh) auch egal sein.
Kröber, hatte der denn etwas mit dem Fall Kachelmann zu tun? lol!
Ich denke, da wirfst du etwas durcheinander.
Aber keine Ahnung.
Mir war er das erste Mal im Fall Mollath aufgefallen.
Und last, not least:

Womit ärgere ICH dich eigentlich so sehr?

Kennst du mich, um Himmelswillen, etwa persönlich? affraid

Übrigens weder rechts noch links sind mir sympathisch. Ich will mit beiden nix zu tun haben. In meinen Augen sind nämlich alle Idioten, die zu wissen glauben, was für Andere gut ist. lol!

patagon

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Ne Pat, ich bin nicht hier, um mich zu ärgern...

Beitrag  Monete am So 16 Nov 2014, 00:59

...Da verstehst du was falsch.
Deine Rundumschläge und deine Polarisation sind nur für mich recht provozierend, weil jeder Vorgang eben weitaus komplizierter und vielfältiger ist, als du es in der Regel darstellst.
Zumal du deine Meinung manchmal im gleichen Beitrag änderst.

Du hängst Fakten immer wieder an einem einzigen Negativbeispiel auf und erklärst es zum Standardvorgang bzw. übertreibst damit fürchterlich.
Du glaubst blind irgendwelchen Meldungen, wenn sie in deine Negativeinstellung von Staat und Gesellschaft passt.

Der Unterschied zwischen uns beiden wird der sein, dass du dich mit einer von wem auch immer gefassten Darstellung zufrieden gibst, während ich grundsätzlich hinterfrage.
Das mag durchaus etwas mit meinem Leben zu tun haben, doch sehe ich nicht, dass das etwa falsch sein könnte.

patagon schrieb:hoffentlich seid ihr alle wohlauf.

zuerst zu dir Inspektörin. Ich habe NUR die Sendung im Fernsehen gesehen, weiß aber sonst nichts zu den beiden Fällen.

Genau, das ist es! "NUR!"
Reinhard Mey hatte mal ein Lied...



Gemeinsam ist beiden, dass es sich nicht um Schwerverbrechen handelt, wofür die armen Menschen über Jahre weggesperrt und aller ihrer Rechte beraubt worden sind, sondern um relativ unspektakuläre "Untaten".
Dass die Frau unerfahren im Umgang mit psychiatrischen Ärzten ist, kann man ihr doch nicht vorwerfen. Hast du damit Erfahrung?

Nun, zum Fall selbst möchte ich nichts sagen, weil dazu mehr nötig ist, als dieser Beitrag im Fernsehen hergibt.
Nur mir stellen sich mehr Fragen als in diesem Beitrag annähernd angerissen werden, weil der juristische Vorgang mit keinem Wort erwähnt wird.

Doch bezeichnend für die tendenziöse Berichterstattung ist zweifellos, dass mit einer Statistik untermauert werden soll, dass eine im Einzelfall begründete Kritik, bzw. ein Unrecht, wobei das erst einmal gerichtlich festzustellen ist, als Normalität gelten soll.

Wenn du also mal Zeuge sein solltest, wie jemand ohne Grund (relativ betrachtet) seinen Kopf gegen die Wand schlägt, dass ihm Hörner wachsen und das Gesicht blutig wird, dann wirst auch du das differenzierter sehen.

Was die Statistik aussagt, dass die Einweisung in geschlossenen Psychiatrien betrifft, die als Argumente dargestellt werden, dann wird mit keinem Wort erwähnt, worauf das wirklich resultiert und sich unterscheidet.

Es resultiert aus der wachsenden und tatsächlichen Zunahme von psychischen Krankheiten, Suizidversuchen und vor allen Dingen, steigenden Selbstzerstörung, durch immer schlimmeren Drogenkonsum.
Soll die Gesellschaft da untätig zusehen?
Zumal das, geschuldet der wahnsinnig zu nennenden Gaben des Medikamentes Ritalin an Kindern und jetzt auch zunehmend Erwachsenen, zur einer Explosion an Psychiatrieaufenthalten und Frühverrentungen führen wird.

Auch das Kliniken gesichert werden müssen, ist Folge von Verurteilten, die anders als früher, mehr in den Maßregelvollzug kommen. Zudem ändern sich die Art der Straftaten und Verhaltensauffälligkeiten drastisch. Und der Drogenhandel hält auch Einzug in Kliniken, wenn diese sich nicht darauf einrichten.

Es ist also weniger der der Schutz vor Ausbruch, sondern Schutz vor unbefugtes Eindringen.
Wobei die Menschen zudem mehr Freiheiten erhalten, sich draußen aufzuhalten.


Wie diese Gutachten und Urteile zustande gekommen sind, ist eigentlich weniger wichtig.

Sehr bemerkenswert... Nun sind Urteile doch die rechtlichen Voraussetzungen dazu.

Maßgebend ist, dass so etwas im Namen des Volkes, bzw. des Staates geschehen kann.
In einem wirklichen Rechtsstaat, dürfte es das nicht geben.

Und wie wird Recht in einem "wirklichen Rechtsstaat" gesprochen? Durch Feudalrecht und im Namen von Firma XYZ, weil heute gesponsert von Automarke so und so...?


Meiner Ansicht nach geschieht vieles, vor allem auch Korruption, weil die "Ausführenden", Richter, Gutachter Beamte usw. nicht persönlich für ihr Unrecht haftbar gemacht werden.
Monete, damit bestätige ich ausdrücklich auch deine Kritik an der BRD.

Danke, doch so wie du das darstellst, sehe ich die Form der Korruption nicht.
Beamte können empfindlich, bis hin zu Entfernung aus dem Dienst, bestraft werden, Richter entlassen oder schachmatt gesetzt werden.
Doch es herrscht unterschiedliches Verständnis über die Vorgänge.

Beamte werden durch die Politik (unzureichend!) kontrolliert. Und da sehe ich Handlungsbedarf.
Vielfach wird diese Kontrolle durch Überlastung und Nebenjobs der Politiker aber auch durch Ausgrenzung, nicht genügend ausgeübt.
Ein Kontrollausschuss, der nicht kontrollieren darf, ist keiner!
Und Landes und Kommunalpolitiker sind überlastet, weil nicht freigestellt.
Hier müsste man ansetzen.
Kaum ein Bundespolitiker hat die Hartz-Gesetze zuvor gelesen und trotzdem darüber abgestimmt!

Das heißt nämlich nichts anderes, als mit zweierlei Maß/Recht messen. Und genau das darf in einem Rechtsstaat nicht geschehen und üblich sein.

Dazu kommt noch erschwerend, dass es schwierig ist, ein Wiederaufnahmeverfahren durchzusetzen. In einem wirklichen Rechtsstaat müsste es genau umgekehrt sein, nämlich dass der Staat selbst alles daran setzt, dass ihm solche Vorwürfe nicht gemacht werden können und es sein eigenes Anliegen ist, dass seine "Diener"sich untadelig, das heißt getreu den eigenen Gesetzen, verhalten.

Ich gehe davon aus, dass kaum ein verurteilter Straftäter davon überzeugt ist, dass er zu Recht verurteilt wurde.
Da haben Menschen schon einen guten Verdrängungsmechanismus, zumal wir dann sofort auch bei der Diskussion wären, warum Straftaten überhaupt begangen werden.
Und Staatsdiener wieder pauschal zu unterstellen, sie wären nicht dienst- und rechtstreu, dürfte Verschwörungstheorie sein und wahrscheinlich fehlendem Wissen zuzuordnen sein.
Doch unterstellen wir das, dann wäre das restliche Volk, also du und ich doch auch so...

Nur Fakt ist, dass es doppelt oder mehr Zivilprozesse gibt, wo aber fast nie drüber berichtet wird. Etwa 1,6 Mill. beendete Fälle.
Oder warum wird nicht darüber berichtet, dass bis auf die spektakulären Fälle, alle zu recht verurteilt werden?
Womit ich bei meiner Kritik an deiner Darstellung wäre.

Das eigentliche Unrecht, geschieht nicht da, wo du es siehst, sondern in der täglichen Verwaltungsarbeit, oder bei der Leistungsverweigerung von zustehenden Leistungen, die zur Existenzvernichtung führen können.
Ganz unbedeutend für Frontal 21, wenn „Lieschen Müller“, um die Anerkennung von Rente oder Krankheit klagt.
Wobei man sich im Knast kaum Sorgen, um das tägliche Essen machen muss, Lieschen Müller schon!

Nur so verstehe ich das GG. Um das auszuhöhlen werden ständig irgendwelche Tricks und Finten (Stichwort: Rechtssicherheit) angewendet.

Diese Mühe, sich billige Entschuldigungen einfallen zu lassen, machen sich Diktaturen in der Regel nicht. Sie diktieren einfach wie der Sonnenkönig "Der Staat bin ich". Oder auch "Basta".

Nun zur DDR, Monete, und zur Mauer und deiner Erklärung "Grenzsicherung"  Hut ab! lol!  Bussi

Grenzen werden gezogen und gesichert, um ein Land vor feindlichen Überfällen zu schützen, nicht um das eigene Volk zu inhaftieren. Oder habe ich da grundsätzlich etwas mit der Sklaverei falsch verstanden?

Grenzen, um es mal schnell zu definieren, sind für mich gedachte Linien, um ein Territorium zu schützen und das Recht auf diesem Gebiet durchzusetzen.
Du hast offenbar ein Problem damit anzuerkennen, dass eine Gesellschaft ein Staat, diesen Übertritt über diese Grenze, egal nach welcher Seite, sowohl regeln wie schützen darf.

Das sagt nichts darüber aus, ob eine Freiheit eingeschränkt wird, die ja millionenfach gebrochen wurde und wird. Auch bei uns.
Welche Gesetze sich ein Staat gibt, mag von außen betrachtet, eine ethische Frage sein, doch sie ist grundsätzlich gesehen erst einmal kein des Unrechts.
Denn was Recht ist, bestimmt nicht jemand aus dem Ausland, sondern (leider) das eigene Volk.
Weiter wird dir nicht bekannt sein, dass auch einem Bundesbürger die Ausreise theoretisch verweigert werden kann.

Also nicht damit, dass es eine rigide Grenze gab, ist ein Unrecht geschaffen, sondern mit den Repressalien gegen Ausreisewilligen.
Und auch da sehe ich einen Bezug zu unserer Sozialgesetzgebung, wenn du schon von "Sklaverei" sprichst, denn in der DDR gab es ein Recht auf Arbeit, hier noch nicht einmal, und darüber hinaus nicht einmal für jeden ein Recht auf gerechten Lohn.
Und nun wird sogar eine politische Kampagne initiiert, das Streikrecht zu beschneiden.

Und noch sonderbarer wird es, wenn man deine Gedanken mal weiterführen würde.
Denn was wäre, wenn die DDR Bürger angenommen uneingeschränktes Ausreiserecht gehabt hätten und alle anderen Staaten, die Grenzen für sie zumachten...?

Utopie?
Nein Praxis, wenn man jetzt schon wieder für ein paar Flüchtlinge den Notstand erklärte, weil die Politik zuvor versagte und bestehende Asylheime zuvor geschlossen wurden, weil man meinte, sich abschotten zu können und was weg ist, da kann auch keiner mehr rein.

Wenn man sich also abschottet an der Grenze, wie du es nennst, nur vor Feinden?


Was die Zahnärztin angeht, du kennst die Frau doch gar nicht. Woher willst du irgendwas davon wissen?

Ich muss nichts wissen, man äußert sich nicht beleidigend und undifferenziert wertend über einen Menschen (dumme Kuh), nur das weiß ich!
Gehe doch zu einem anderen Arzt oder bringe sie vor die Kammer.


Du weißt absolut nichts davon und es kann dir (sei froh) auch egal sein.
Kröber, hatte der denn etwas mit dem Fall Kachelmann zu tun? lol!

Ja oder du hast nur in deinen rhetorischen Rundumschlägen ein schelchtes Erinnerungsvermögen...  Smile

Immer schön bescheiden bleiben, Monete weiß gut, was er schreibt und das doofe ist, er kann es belegen... Smile

So viel ich noch weiß, bevor ich nun noch deine Alt-Postings durchstöbere, ist, dass er über die Aussagetüchtigkeit der Nebenklägerin im Fall Jörg Kachelmann begutachtet hat...

Im Prozess wurde Kröber vom Gericht mit einem Gutachten zur Aussagetüchtigkeit der Nebenklägerin beauftragt.
Er griff unter großem Beifall der Kachelmann-Groupies die These ihres Therapeuten an, dass Erinnerungsverlust eine typische Folge von erlittenen Traumata sei.

Warum ich das äußere? Wobei ich ihn damals kritisierte?
Diese Aussage hätte selbst ich treffen können, weil es nie eine 100% Gleichheit und Folge geben kann, soweit ist er nicht zu kritisieren.
Daraus jedoch zu folgern, dass die Nebenklägerin deshalb unglaubwürdig sei, ist falsch.
Sie könnte vielleicht unglaubwürdig sein, doch das könnte nur ein Gott wissen, weil er wissenschaftlich nachgewiesene Erinnerungsverluste, die vorhanden sein können, nicht gänzlich bestreiten kann.
Jedenfalls ist es nicht nach wissenschaftlichen Studien belegbar, dass es diese Lücken mangelnder Erinnerungen nicht doch geben kann.

Insoweit kritisiere ich auch die Nebenklagevertreter und die Staatsanwaltschaft, die da nach meiner Meinung versagten.

So, da du ja die These vertrittst, dass Gutachter nur dem Gericht hörig wären und die Verschwörer eben dem Mannheimer Gericht viel böses unterstellten, hätte Kröber dann nicht genau eine andere These vertreten müssen, um dem Gericht dienlich zu sein?
So nutzte er der doch Verteidigung, womit du in deiner Pauschalthese widerlegt giltst...
Also ist das von dir hier behauptete unlogisch und faktisch widerlegt...


Ich denke, da wirfst du etwas durcheinander.
Aber keine Ahnung.
Mir war er das erste Mal im Fall Mollath aufgefallen.
Und last, not least:

Womit ärgere ICH dich eigentlich so sehr?
Kennst du mich, um Himmelswillen, etwa persönlich? affraid

Ach ich könnte mir das einfach machen. Meine Nächte an der Galluswarte und Umgebung... Arabellahotel und was weiß ich. Oder sagen: Kennst du einen Frankfurter, kennst du alle...
Nein, es sind nur deine über Jahre gelesenen Postings, die bei mir schon eine Persönlichkeit annehmen lassen. Ich denke, da kann man sich schon ein Bild machen.
Schau, schließlich schreiben wir zusammen mehr, als Kröber Frau D. befragte...  Smile

Übrigens weder rechts noch links sind mir sympathisch. Ich will mit beiden nix zu tun haben. In meinen Augen sind nämlich alle Idioten, die zu wissen glauben, was für Andere gut ist. lol!

Siehst du, das unterscheidet uns, ich bin für Demokratie und fairen Wettstreit der Systeme. Mein Problem ist wohl meine Zugehörigkeit zu Mitte, wie eben im alten Forum auch, weil ich mir den Luxus erlaube, mir die guten Dinge aus allen Spektren und Lagern zu suchen und selbst zu entscheiden zu welcher Meinung ich komme.
Und darum kann ich solche pauschalen Aussagen, von "alles ist schlecht, alle taugen nichts, alle sind Nichtskönner und es müsste nur so und nicht anders sein", absolut nichts abgewinnen.

Ich meine immer, dass man nichts besser macht, wenn man anderen nur alles Schlechte unterstellt.
Es gibt also faktisch nicht, "den schlechten Staat, die schlechte Justiz, die schlechten Gutachter oder die schlechten Ärzte"!
Darum sollten wir erkennen, dass Menschen fehlbar sind und man selbst eben auch oder sogar mehr fehlbar ist.
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Re: Was ist eigentlich ein Unrechtsstaat

Beitrag  Inspektörin am So 16 Nov 2014, 02:51

@ patagon:

Dein Langzeitgedächtnis ist ja noch miserabler als meines. lol!

Kröber hat im Fall Mollath ein Gutachten nach Aktenlage abgegeben.
Kröber hat im Fall Kachelm. ein Gutachten nach Aktenlage abgegeben.

Es gab drei Unterschiede:

1. Einmal war es ein Mann (Mollath) und einmal eine Frau (Nebenklägerin im Fall K.)

2. Einmal war der Auftraggeber der Staat (Mollath) und einmal der Angeklagte (Kachel).

3. Einmal handelte es sich um einen Bagatell-Vorwurf und einmal um einen äußerst schweren Vorwurf.

Auch im Fall Ulvi Kulac (Peggy) war Kröber involviert und hat mit dafür gesorgt, dass dieses Fehlurteil erging (inzwischen korrigiert).

Seit diesen Enthüllungen halte ich Kröber für befangen. Allerdings wird das kaum zu Konsequenzen führen, denn wer sich einmal einen Namen als einer der Besten gemacht hat, verliert den nicht so leicht.

Und: Ja, in meinem Leben gab es schon mehrmals persönliche Kontakte zu psychiatrischen Gutachtern. Es muss sich ja nicht immer um Strafprozesse handeln, oder? Da reicht es schon, wenn man vom Staat Geld haben möchte, um seine Existenz zu sichern. Oder wenn es um eine Pflegestufe geht. Oder wenn jemand medizinisch notwendige Hilfsmittel versagt bekommt und dagegen Klage einreicht. Sind nur einige kleine Beispiele; es gibt noch viele viele andere...

Und ich kann sagen: Gutachter richten sich fast immer nach dem Auftraggeber. Logisch, wer widerspricht schon seinem eigenen Brötchengeber? Würdest DU auch nicht machen, oder etwa doch?

Um gegen offensichtliche Gefälligkeitsgutachten vorzugehen, bedarf es eines kompetenten Anwalts und die sind bekanntlich nicht preiswert. Aber das reicht natürlich nicht; es bedarf eines kompetenten Richters, der NICHT NUR den Gutachten folgt, sondern auch seinen gesunden Menschenverstand einsetzt. Da man sich in Sachen Prozesse nicht jedes x-beliebige Gericht aussuchen darf, benötigt man kleine Wunder, um solche Richter anzutreffen.

Übrigens: In dieser Hinsicht finde ich, waren und sind immer noch die ehemaligen DDR-Bürger im Nachteil. Wenn schon uns "Westdeutschen" dieser ganze Gutachter-Dschungel fast undurchdringbar erscheint, wie sollen sich da ehem. DDR-Bürger zurecht finden?

Meine Anwältin hat letztendlich meine Interessen so einleuchtend dargestellt, dass Vater Staat sie bezahlen musste und nicht nur einmal. Seitdem glaube ich wieder an Wunder. Very Happy

Nur die Medien haben nicht berichtet. Kleine Leute sind halt unterprivilegiert. Twisted Evil


patagon schrieb:Dazu kommt noch erschwerend, dass es schwierig ist, ein Wiederaufnahmeverfahren durchzusetzen. In einem wirklichen Rechtsstaat müsste es genau umgekehrt sein, nämlich dass der Staat selbst alles daran setzt, dass ihm solche Vorwürfe nicht gemacht werden können und es sein eigenes Anliegen ist, dass seine "Diener"sich untadelig, das heißt getreu den eigenen Gesetzen, verhalten.

Nur so verstehe ich das GG. Um das auszuhöhlen werden ständig irgendwelche Tricks und Finten (Stichwort: Rechtssicherheit) angewendet.

Diese Mühe, sich billige Entschuldigungen einfallen zu lassen, machen sich Diktaturen in der Regel nicht. Sie diktieren einfach wie der Sonnenkönig "Der Staat bin ich". Oder auch "Basta".

Und du glaubst wirklich, dass "Basta" oder "Der Staat bin ich" NUR in einer Diktaktur möglich sind?

Das glaube ich jetzt nicht, denn sonst würde ich dich als "ahnungslosen Tölpel" ansehen müssen. Twisted Evil affraid

Gute Nacht Deutschland! Very Happy
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Bin ich allgemeingefährlich?

Beitrag  patagon am So 16 Nov 2014, 08:11

moin moin, ihr Lieben,
Wie ich euch berichtete, habe ich der Kundin meinen Einkaufswagen im HL Supermarkt mit voller Absicht an die Beine gelenkt. Trotzdem war es kein geplanter Anschlag, sondern geschah spontan aus Zorn darüber, dass sie sich für ihre Unachtsamkeit nicht einmal entschuldigte.

Es gibt  1000 Situationen, in denen man einen Fehler macht und 1000 Möglichkeiten diesen zu korrigieren. Dazu gehört aber die Bereitschaft, es erst mal einzusehen und natürlich der freie Wille aus einem selbst es in Zukunft besser zu machen.

Genau daran hapert es oft.
Edith Piaf hatte einen Riesenhit mit ihrem Statement: Nein, ich bereue nichts.

Wenn ich darüber nachdenke, ich bereue eine Menge Dinge die ich getan habe und genauso viele, die ich nicht getan habe.

Ich würde heute vieles anders machen. (Übrigens, die Frau absichtlich angefahren zu haben, bereue ich nicht.) 

Monete, ich bin nicht generell justizfeindlich, sondern nur dagegen, dass Menschen aufgrund irgendwelcher Privilegien die Möglichkeit haben, eisern auch an ihren Irrtümern festzuhalten und damit das Leben anderer zu ruinieren. Stichwort Rechtssicherheit.

Mir ist schon klar, dass es in der DDR viele Menschen gab, die den Kommunismus für ein besseres System hielten und vielleicht reine Idealisten waren, die Gerechtigkeit anstrebten. Zumindest am Anfang. Brecht ging freiwillig dahin und wurde dort hochgeehrt. Trotzdem sah er irgendwann die Ungerechtigkeit dieses Systems und wäre gerne abgehauen, wenn man ihn hier gewollt hätte. Dafür gibt es Beweise; einen Brief an Gründgens z. B. und die Tatsache, dass er sein Geld in der Schweiz gebunkert hatte.

Worüber wir hier streiten ist der Konflikt zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen Freiheit und Gerechtigkeit.

Damit bin ich bei dir Inspektörin. Ich war eigentlich nie irgendwo länger angestellt und kann deswegen nicht wirklich sagen, wie ich mich in manchen Fällen entschieden hätte. Wie ich mich kenne, hätte ich sicher irgendwie getrickst, wenn es anders nicht ging.  Ich kann Abhängigkeit einfach nicht ertragen.

Ich weiß, dass ich viel Glück hatte in meinem Leben und dass ich das bestimmt nicht immer verdient habe. Aber keiner der Glücklichen und keiner der Unglücklichen hat sein Schicksal wirklich verdient, jedenfalls an irdischen Maßstäben gemessen, nicht. Vielleicht ist Gott aber da und wirklich klüger als alle Menschen.

Zu den Drogen. Wusstet ihr, dass es noch in den 1950er Jahren Heroin rezeptfrei in Apotheken zu kaufen gab? Drogen waren damals kein Thema und wurden im Gegenteil den Kampffliegern und Soldaten sogar extra verabreicht um sie mutiger und belastbarer zu machen; vom Staat. Auch im Golfkrieg wurden Drogen eingesetzt. Das haben mir GIs erzählt, die dabei waren.

Worauf ich hinaus will, ist dass Menschen selbst entscheiden müssen. Dafür müssen sie Wissen sammeln und die Wahl haben. Viele, besonders Jugendliche, tun Dinge nicht etwa deswegen,  weil sie sie unbedingt tun wollen, sondern nur deswegen, weil man sie ihnen verbietet.
Die einzige Möglichkeit des Drogen Elends dauerhaft Herr zu werden, wäre Drogen freizugeben. Dann würde sich das Geschäft nicht mehr lohnen und der Anreiz wäre damit weg.

Man weiß doch heute was alles aus der Prohibition im Amerika der 20er Jahre entstanden ist.
Deswegen würde es trotzdem noch Konsumenten geben, so wie es immer noch Alkoholiker gibt, aber es wären nicht mehr, sondern weniger und das ganze Elend wäre viel geringer.
Das ist so ungefähr meine grundsätzliche Einstellung. Menschen müssen Dinge selbst ausprobieren um zu erkennen, was gut oder schlecht für sie ist.
Hat etwas mit Freiheit zu tun. Das gilt für alle Gebiete.

Monete, kennst du einen Frankfurter, kennst du alle? Das ist aber kein Vorurteil! lol!      
Übrigens witzig, dass du gerade das Gallusviertel erwähnst. Das ist nun ausgerechnet eine Gegend, die ich kaum kenne. So viel ich weiß, gibt es auch das Arábella Hotel seit Jahren nicht mehr. Das war mal an der Konstablerwache, und die kennt allerdings jeder. Im Übrigen nehme ich es mal als Kompliment, dass du dich so eingehend mit mir beschäftigt hast.   Kuß!   Du bist ein Schatz!

Abschließend kann ich nur sagen, ich vermisse 984 sehr. Denn 984 erkannte die Einzigartigkeit des wunderbaren patagon.

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Was ich noch sagen wollte...

Beitrag  patagon am So 16 Nov 2014, 08:43

Monete, nicht weil ich so ein edler Mensch bin, habe ich diese Zahnärztin nicht verklagt und ordentlich geschröpft, sondern nur deswegen, weil bei ihr absolut nichts zu holen ist und ich damit nur gutes Geld dem schlechten hinterhergeworfen hätte und ich zusätzlich meinem Zahnarzt, der mir jahrelang geholfen hat, eine Menge Ärger gemacht hätte. Denn er hatte sie als Vertretung angestellt.
Ich habe daraus auch etwas gelernt, nämlich wie gefährlich Menschen sind, die nichts zu verlieren haben.

Als ich das an Inspektörin schrieb, hatte sie Zahnprobleme erwähnt. Hätte ich an dem Tag, als ich dieser Person in die Hände fiel, so einen wütenden Artikel gelesen, ich hätte mich wahrscheinlich gefragt, warum jemand so böse ist und wäre sicher vorsichtiger gewesen.
Übrigens, egal was ich tue, die gesunden Zähne die sie mir gezogen hat, kann sie so und so nicht mehr einsetzen.

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Frankfurt

Beitrag  Monete am So 16 Nov 2014, 21:39

na ja, das Arabellahotel ist in der Lyoner Straße, in Niederrad... Smile
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moin, moin @ all

Beitrag  patagon am Mo 17 Nov 2014, 06:26

Du kennst dich ja gut aus, Monete. Die S Bahn zum Airport  fährt über Bürostadt Niederrad. Eine trostlose Gegend, wie mir scheint.

Überhaupt ist die ganze Stadt nicht mehr das, was sie einmal war. Das Ffm. der ständigen Demos und Straßenkämpfe zwischen Polizei und Studenten, der verräucherten Jazzkeller, Joschkas Putzkolonne und das berüchtigte Kaiserviertel mit den Nutten und Kriminellen, all das, so wie das Gewusel auf der Zeil, ist einem scheinbar wohlgeordneten ziemlich ruhigem aber isoliertem Nebeneinander gewichen. Langweilig! 

Mathias Belz hat, als ich ihn das letzte Mal sah, darüber berichtet, wie er im Auto aus den Nachrichten erfahren hatte, dass Frankfurt schon wieder als Hauptstadt des Verbrechens  unter allen deutschen Städten den Platz Eins ergattert hatte und darüber, wie sein Herz in dem Augenblick einen Sprung getan hatte und er voller Stolz und Freude dachte: Ha, mein Frankfurt!  Top!

Schon wieder die rote Karte!! Wie geil ist das denn Question

Aus dem Zug oder aus dem Flugzeug siehst du die Frankfurter Skyline schon von Weitem in den Himmel ragen. Wenn du allerdings wirklich mittendrin bist, ist es nicht mehr halb so aufregend. Und selbst im Bahnhofsviertel gibt es inzwischen ne Menge eleganter Hotels und Restaurants, wo du keine Angst mehr haben musst, dass dir das Fell über die Ohren gezogen wird, oder Schlimmeres. Crying or Very sad

Soll man sich über diese Entwicklung freuen Question

Jahrelang habe ich meine Umgebung damit schockiert, dass ich mich als Andrea Berg Fan geoutet habe. Um Gotteswillen, stöhnten alle, diese Schnulzensängerin mit ihren Straps und schwarzem Leder , die sieht doch aus, wie eine von der Reeperbahn, primitiv. Pfui Deibel!

Und jetzt wird sie gefeiert als die große Dame der Volksmusik!

Naja, ich weiß wirklich nicht mehr wie ich mein Image wieder aufpolieren könnte. Schade, schade schade....

Versteht ihr jetzt, warum es mich so ärgert, dass dieses Forum inzwischen so clean und höflich geworden ist?

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Re: Was ist eigentlich ein Unrechtsstaat

Beitrag  patagon am Mo 17 Nov 2014, 11:26

Inspektorin,

Ja, offensichtlich ist mein Langzeitgedächtnis völlig am A.
Hilft mir aber auch nicht wirklich weiter, denn beim Alzheimertest, kommt es so viel ich weiß, nur auf das Kurzzeitgedächtnis an, während das Langzeitgedächtnis außen vor bleibt.  Genauso wie beim Abi und allen anderen auch akademischen Prüfungen. Oder hast du tatsächlich in deinem weiteren Leben mal vor der brennenden Frage nach dem Plusquamperfekt gestanden, bei der es  dabei um Leben oder Tod ging?`

Na, siehste. Alles nur Tralala.

Tief beeindruckt war ich dafür allerdings von dem Riesenerfolg der europäischen Raumsonde Philäe und den gewaltigen Erkenntnissen für die Menschheit insgesamt.

Wirklich imponierend und erfreulich ist es besonders, dass es der Wissenschaft endlich gelungen ist, zu ergründen und nachzuweisen, dass Batterien nur eine geringe Lebensdauer haben und sich damit der gewaltige Aufwand an jahrzhntelaqger Arbeit und Milliarden an Euro gelohnt hat. Wenn ich an all die Opfer denke, denen mit ein paar Kröten vielleicht geholfen werden könnte wie hungernden Kindern und bedrohten Bootpeople Im Meer usw. dann kann ich  nur sagen, Hut ab! Europa, wie TOLL!

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Ja Patagon

Beitrag  Monete am Mo 17 Nov 2014, 22:29

... ich hab dir mal ein Lied eingestellt... Smile

Tja Frankfurt... Neu Isenburg, Niederrat liegt schon weit draußen, richtig, doch wenn man nicht zum Vergnnügen da ist, ist es eben so.
Sachsenhausen kenne ich natürlich auch und sogar die Vorbeifahrt über den Main.
Und alle Städte verändern sich und verlieren an Charme.

Werde aber nächstes Jahr noch einmal da hin fahren... Hoffentlich in netter Begleitung. Cool
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Gibt es ein Recht auf Arbeit?

Beitrag  patagon am Mi 19 Nov 2014, 09:34

Monete, du sagst "in der DDR gab es ein Recht auf Arbeit". Na klar, das gehört sicher auch zu den Menschenrechten. Das ist aber an sich so ähnlich wie ein Recht auf Glück (das es in der amerikanischen Verfassung gibt), das heißt aber doch nicht, dass der Staat dir auch tatsächlich Arbeit oder Glück geben kann. Was mancher Staat versucht, ist über seine Bürger eine Pflicht zur Arbeit zu verhängen. Höchst zweifelhaft und im Sinne der Freiheit und Gerechtigkeit ganz und gar kontraproduktiv, da das außerdem in der praktischen Umsetzung eh nur mit Zwang und Gewalt zu verwirklichen ist.

Der Staat als Arbeitgeber, ist nun aber alles andere als ein Traumziel. Oft ist das auch nur der schnellste Weg zum nächsten Krieg, denn womit können denn alle beschäftigt werden?

Es gibt hier aber genug gesellschaftliche Strömungen, die in diese Richtung laufen. Das fängt damit an, dass Frauen, egal ob Mütter oder nicht, am besten ihr ganzes Leben lang berufstätig sein sollten. Kitas und Ganztagsschulen und ähnliche organisatorische Einrichtungen, so gut und sinnvoll einiges für einige sein mag, sind eben nicht unbedingt Instrumente der Befreiung, sondern oft im Gegenteil Instrumente zur Versklavung.

Ich habe an anderer Stelle mal so ein paar Links mit Precht eigestellt. Teilweise wirklich überdenkenswert und wenn du anderer Meinung bist, so ist das nur gut und unterstützt die freie Meinung. Aber das gilt natürlich immer nur für jeden einzelnen und kann nicht heißen, dass du zu bestimmen hast, wie ich zu leben habe.

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@patagon: wo aus Rechten Pflichten werden...

Beitrag  Oldoldman am Mi 19 Nov 2014, 15:06

die Verfassung der DDR von 1974 schrieb:Artikel 24
(1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht auf Arbeit. Er hat das Recht auf einen Arbeitsplatz und dessen freie Wahl entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen und der persönlichen Qualifikation. Er hat das Recht auf Lohn nach Qualität und Quantität der Arbeit. Mann und Frau, Erwachsene und Jugendliche haben das Recht auf gleichen Lohn bei gleicher Arbeitsleistung.
(2) Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für jeden arbeitsfähigen Bürger. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit.
(3) Das Recht auf Arbeit wird gewährleistet
durch das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln;
durch die sozialistische Leitung und Planung des gesellschaftlichen Reproduktionsprozesses;
durch das stetige und planmäßige Wachstum der sozialistischen Produktivkräfte und der Arbeitsproduktivität;
durch die konsequente Durchführung der wissenschaftlich-technischen Revolution;
durch ständige Bildung und Weiterbildung der Bürger und durch das einheitliche sozialistische Arbeitsrecht.
__________
Anm.: Hervorhebungen durch Oldoldman
vgl.: [url=http://www.documentarchiv.de/ddr/verfddr.html#KAPITEL 1-2]http://www.documentarchiv.de/ddr/verfddr.html#KAPITEL 1-2[/url]
Das Recht auf Arbeit wird gern als Errungenschaft der sozialistischen Gesellschaft zitiert, verbunden mit dem Hinweis, in der DDR habe es keine Arbeitslosigkeit gegeben. Abgesehen davon, daß die Wirklichkeit dem schon nicht entsprach und so mancher "Arbeitsplatz" mehr einer bezahlten Pausentherapie mit Beschäftigungselementen glich, hatte das Recht auf Arbeit der DDR-Verfassung den Haken, das es mit der Pflicht zur Arbeit korrespondierte. Wenn es dem Staat also gerade in den Kram paßte, konnte er patagon unter Hinweis auf die Arbeitspflicht in eine LPG zum Reifenputzen abordnen....
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vielen Dank, Oldie

Beitrag  patagon am Mi 19 Nov 2014, 16:23

aber das ist doch noch nicht alles mit dem Sozialismus. Wie kann der Souverän gleichzeitig unabhängiger Wähler gehorsamer Befehlsempfänger, Spitzel und Bespizelter sein und all dies freiwillig und unter Druck, begeistert und angstvoll?

Schon alleine Wahlpflicht und alternativloses Wahlrecht haben?
Dunkel wars der Mond schien helle, als ein Auto blitzesschnelle, langsam um die gerade Kurve fuhr...

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Re: Was ist eigentlich ein Unrechtsstaat

Beitrag  Inspektörin am Do 20 Nov 2014, 17:10

patagon schrieb:Der Staat als Arbeitgeber, ist nun aber alles andere als ein Traumziel.

Och, der Staat als Arbeitgeber kann auch sehr angenehme Seiten haben. Tagelange Pausen, weil gerade der Nachschub an bestimmten Schrauben ausblieb. Oder auch Arbeitsbefreiung, solange nicht die erforderlichen Heizungsrohre für die Neubauten geliefert werden konnten.

Immerhin hat das über Jahrzehnte funktioniert; ohne Kriegserklärung. What a Face

Heutzutage kloppen sich arbeitswillige Arbeitslose um einen Job im öffentlichen Dienst; auch für Arbeit, die früher niemand machen wollte.

Reifen putzen wäre übrigens auch für mich kein Problem gewesen. Alte Zahnbürste und eine große Dose schwarze Schuhcreme reichen. Natürlich nur, solange man nicht vorgeschrieben bekommt, wie viele Reifen man pro Schicht schaffen muss. pirat

patagon schrieb:Dunkel wars der Mond schien helle, als ein Auto blitzesschnelle, langsam um die gerade Kurve fuhr...


Kenn ich etwas anders: "Dunkel war´s, der Mond schien helle, als ein Auto blitzeschnelle, langsam um die Ecke fuhr". sunny

Zum Schluss noch das hier:

patagon schrieb:Tief beeindruckt war ich dafür allerdings von dem Riesenerfolg der europäischen Raumsonde Philäe und den gewaltigen Erkenntnissen für die Menschheit insgesamt.

Klar, so viel rausgeworfenes Geld hätte wahrlich den Hunger in der Welt mindern können. Wenn DU ein geeignetes Konzept hast, wie man sicherstellen kann, dass Gelder und Hilfslieferungen auch wirklich bei den Bedürftigen ankommen... immer her damit. ICH habe mein Gehirn diesbezüglich schon überstrapaziert; leider habe ich keine Lösung gefunden.
Deshalb bleibt nur die Alternative für den "kleinen Mann", wenigstens eine Patenschaft zu übernehmen. Da kann man wenigstens einigermaßen sicher sein...

Bis denne! Kaffee

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Re: Was ist eigentlich ein Unrechtsstaat

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